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Predigten zu 2. Mose 21,6

"so soll sein Herr ihn vor die Richter bringen und ihn an die Tür oder an den Pfosten stellen, und sein Herr soll ihm das Ohr mit einer Pfrieme durchbohren; und er soll ihm dienen auf ewig."

Autor: Frederick Brotherton Meyer (* 08.04.1847; † 28.03.1929) englischer Baptistenpastor

Bohre ihm mit einem Pfriemen durch sein Ohr

Der israelitische Leibeigene, der sich zeitlebens seinem Herrn zum Dienste widmen wollte, musste ein wenig Blut verlieren. Es war dies ein unangenehmes und nicht ganz schmerzloses Verfahren, durch das sein Gelübde bestätigt und für immer gültig gemacht wurde. Jener Pfriemen darf in keiner Tat aufrichtiger Hingabe fehlen. Manche scheinen wohl ihre Übergabe an Gott redlich zu meinen, aber wenn der Pfriemen fehlt, gehen sie bald wieder zurück, und bringen Schmach und Schande auf die Lehre, die sie so freudig begrüßt hatten. Es gibt zwei Stufen im christlichen Leben: die eine, wo wir im knechtischen Geiste dienen, die andre, wo wir uns freiwillig unserm Meister ausliefern, um Ihm auf ewig zu dienen. Dies wird mit dem durchstochenen Ohr bezeichnet.

Der Pfriemen bedeutet die Demütigung und den Schmerz, womit wir unser eigenes Leben Gott hingeben. Wir könnten versucht sein, uns in eigener Willenskraft Gott zu weihen, im Vertrauen auf unsern Entschluss, das neue Leben anzufangen, indem wir sprechen: „Ich wi l l dem Herrn Jesu völlig leben und dienen.“ Damit umgehen wir den Pfriemen, der uns unsrer eigenen Kraft beraubt, der durch die Hand eines andern uns durchbohrt, der uns hilflos macht, damit Gott alles in allem werde in uns. In deinem Fall mag der Pfriemen die tägliche Reibung mit einem unliebsamen Genossen sein, oder der Druck des Verlustes, der Sorgenlast, oder die Demütigung deines Stolzes, durch das beständige Gefühl der Niederlage. Was es auch sein möge, heiße alles willkommen, was dich an Jesu Kreuz bindet, denn durch das Sterben kommst du zum Leben.

„Ich ermahne euch, liebe Brüder, durch die Barmherzigkeit Gottes, dass ihr eure Leiber begebet zum Opfer, das da lebendig, heilig und Gott wohlgefällig sei, welches sei euer vernünftiger Gottesdienst.“