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Predigten zu 2. Mose 22,5

"So jemand ein Feld oder einen Weingarten abweiden läßt und er sein Vieh hintreibt, und es weidet auf dem Felde eines anderen, so soll er es vom Besten seines Feldes und vom Besten seines Weingartens erstatten."

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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"Wenn ein Feuer aufkommt und ergreift die Dornen, und verbrennt die Garben oder Getreide, das noch steht, oder den Acker: so soll der wieder erstatten, der das Feuer angezündet hat."

Aber was kann der wiedererstatten, der die Feuerbrände des Irrtums oder die feurige Glut des Leichtsinns umherstreut und die Menschenseelen mit höllischem Feuer in Brand steckt? Solches Verschulden ist unermesslich, und die Folge ist ein unwiederbringlicher Verlust. Wenn ein solcher Missetäter Vergebung empfängt, welchen Kummer muss es ihm machen, wenn er auf seine Vergangenheit zurückblickt und erkennen muss, wie er das Unglück, das er angerichtet hat, nie wieder gut machen kann! Ein böses Beispiel kann eine Flamme anfachen, welche Jahre eines bussfertigen Wandels nicht wieder auszulöschen vermögen. Eines Menschen Nahrung zu verbrennen, ist arg genug, aber wieviel ärger, wenn man seiner Seele Mordbrenner wird! Es mag segensreich für uns sein, wenn wir darüber nachdenken, wie weit wir in frühern Tagen uns hierin versündigt haben, und wenn wir weiter fragen, ob uns vielleicht noch jetzt allerlei Böses anhafte, das den Seelen unsrer Angehörigen Schaden bringen könnte. Das Feuer der Streitsucht ist ein furchtbares Unglück, wenn es eine christliche Gemeinde verheert. Wo die Zahl der Bekehrten wächst und Gott verherrlicht wird, betreiben Eifersucht und Neid die Arbeit des Teufels gar eifrig und wirksam. Wo die goldnen Garben eingesammelt werden, um die schwere Arbeit des großen Boas zu belohnen, da bricht das Feuer der Zwietracht aus und lässt wenig andres übrig als Rauch und Russ und ein Häuflein Asche. Wehe denen, durch welche das Ärgernis kommt. Ach, dass doch solches Unheil nie durch uns veranlasst werde; denn obgleich wir nichts wieder gut machen können, so müssen wir doch am meisten darunter leiden, wenn wir die Hauptanstifter sind. Wer das Feuer ernährt, verdient gerechte Strafe; wer es aber anzündet, hat die grössere Schuld. Die Zwietracht ergreift zuerst die Dornen; es wird genährt bei den Heuchlern und unlautern Bekennern in der Gemeinde, und angefacht von dem Wehen der Hölle, erfasst es auch die Rechtschaffenen und Aufrichtigen, und wer weiss, was das für ein Ende nimmt. O du Herr und Heiland des Friedens, mache uns zu Friedfertigen.


Autor: Frederick Brotherton Meyer (* 08.04.1847; † 28.03.1929) englischer Baptistenpastor

Er soll wieder erstatten

Dies Kapitel handelt viel von der Wiedererstattung, wovon im christlichen Leben gewöhnlich viel zu wenig die Rede ist. Wir suchen wohl durch außerordentliche Höflichkeitsbeweise das Unrecht, das wir andern getan, wieder gut zu machen: aber wir zögern mit dem offenen Bekenntnis, dass wir gesündigt haben, und denken nicht daran, das redlich wieder zu erstatten, was unser Wort oder unsre Tat geschadet hat.

Es kommt oft vor in evangelischen Kreisen, dass das Wiedererstatten, als etwas gesetzliches, nicht zur christlichen Freiheit gehörendes, angesehen und beurteilt wird; aber mit Unrecht, – denn wer auf die Stimme seines Gewissens hört, dem wird es alsbald klar, das Gottes Gebote eine ewige Bedeutung haben. Ist durch unser Versäumnis unser Nächster zu Schaden gekommen, weil wir ihn etwa nicht gewarnt haben, so werden wir keine Ruhe haben, bis wir nicht nur unsre Fehler ihm eingestanden, sondern auch nach Kräften ihm seinen Verlust ersetzt haben.

Ganz ähnlich verhält es sich mit dem Unheil, das wir unserm Bruder durch die Zunge zufügen können. In unserm Kapitel ist (Vers 6) von einem unvorsichtig angezündeten Feuer die Rede. Erinnert uns das nicht an das Bild, das uns Jakobus von der Zunge darstellt, die einen ganzen Wald anzünden kann. Wenn solche verderbenbringende Zungenfunken in die entzündbare Masse eines geschwätzigen Kreises hineingeworfen werden, welche Folgen kann das haben! Manchem ist sein Ansehen, seine Ehre also geraubt worden. Sollten wir uns dann damit begnügen, unsre Unvorsichtigkeit einfach zu bereuen? Nein, bekennen sollen wir sie und wo möglich die Ehre des Geschädigten zu retten suchen.

Wenn wir zur Stunde des Gebets daran erinnert werden, dass unser Bruder etwas wider uns habe. So lasset uns ihn alsbald aufsuchen, ihm unser Unrecht bekennen, und wo wir ihn geschädigt haben, es ihm wieder erstatten.