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Predigten zu 2. Mose 3,14

"Da sprach Gott zu Mose: Ich bin, der ich bin. Und er sprach: Also sollst du zu den Kindern Israel sagen: "Ich bin" hat mich zu euch gesandt."

Autor: Alfred Christlieb (* 26.02.1866; † 21.01.1934) deutscher Theologe
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"Gott sprach zu Mose: "Ich werde sein, der ich sein werde."

Vierzig Jahre lang hatte Mose in der Geduldschule Gottes reifen müssen. Nun hat er im Umgang mit den Schafen genug Geduld gelernt, um Leiter eines großen, ungeduldigen Volkes sein zu können. Gott erscheint ihm im Dornbusch, der mit Feuer brennt und doch nicht verzehrt wird. Er beruft ihn zu seiner großen Aufgabe. Israel aus Ägypten zu führen. Und damit Israel wisse, wer sein Retter und Helfer sei, gibt Gott dem Mose seinen heiligen Namen kund: "Ich werde sein, der ich sein werde" - der Unabänderliche. Gott will sagen, er sei nicht wie die wankelmütigen, launischen Menschen. Bei ihm ist keine Veränderung noch Wechsel des Lichts und der Finsternis. Er liebt das Licht und hasst die Finsternis, das Arge, das Böse. Von Uranfang - man denke nur an das Gericht der Sintflut - hat Gott sich so kundgetan. Mose hat es selber auskosten müssen, wie Gott Gewalttat und Unrecht, Hochmut, Eigenwilligkeit und Selbstverherrlichung hasst. Nun soll er Gottes Heiligkeit dem Volke Israel bezeugen. - Auch wir wollen uns das zu Herzen nehmen. Niemand denke, Gott nehme es leicht mit der Sünde und werde falsche Nachsicht üben bei seinen Lieblingen. Am Jüngsten Tage werden wir alle es erleben. - Doch unabänderlich wie sein Ernst ist auch Gottes ewige Liebe. Mose hatte sie persönlich erfahren und durfte sie jetzt neu erleben. Unabänderlich bleibt Gottes Heilsplan mit seinem Volke wie auch mit den einzelnen Menschen. Unabänderlich auch seine Berufung zu den großen Aufgaben in Gottes Reich. Das erfährt Mose jetzt in herrlicher Weise. Hat Gott jemanden zum Werkzeug ersehen, dann bereitet er ihn auch zu! - O, wie dürfen wir armen, unzuverlässigen Menschen ruhen in dem ewigen, nie wankenden Liebesplan Gottes, mit dem er uns vor Grundlegung der Welt geliebt hat! "Ich werde sein, der ich sein werde!"