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Predigten zu 2. Mose 5,22

"Da wandte sich Mose zu Jehova und sprach: Herr, warum hast du so übel an diesem Volke getan? warum doch hast du mich gesandt?"

Autor: Frederick Brotherton Meyer (* 08.04.1847; † 28.03.1929) englischer Baptistenpastor

Warum hast Du mich hergesandt?

Ehe Gott uns zu Seinem Dienst gebrauchen kann, muss Er uns zuerst zunichte machen. Das musste auch Moses erfahren, und mit ihm das Volk Israel.

1. Moses

Moses musste während vierzig Jahren diesen Vernichtungsweg gehen; als Gott ihn zu Seiner großen Aufgabe berief, da mag vielleicht wieder etwas von dem früheren Vertrauen auf sich selbst, seine Sendung, seine Wunderkraft, oder auf Aarons beredte Worte in ihm erwacht sein. Da musste er an Pharaos Widerspenstigkeit, an den bittern Vorwürfen der Ältesten seines Volkes, und an der traurigen Tatsache, dass seine Anstrengungen ihre Lage nur verschlimmert hatten, aufs neue einsehen lernen, dass er von sich selbst durchaus nichts tun könne.

2. Israel

Israel hat angefangen etwas von der Sendung Mosis zu erwarten. In den Ziegelbrennereien erzählte man sich seine frühere Geschichte, man sprach von seinem mutigen Auftreten vor Pharao, von seinen Wundertaten; und die unglücklichen Sklaven hegten die Hoffnung, dass er und Aaron ihre von Gott gesandten Befreier sein würden. Sie mussten jedoch erkennen, dass alle ihre Hoffnungen eitel waren, und dass die beiden Brüder ebenso schwächlich waren, wie sie selbst. So mussten sie darauf vorbereitet werden, sich allein auf Gott zu verlassen.

3. Und nun wir selbst?

Durch die wiederholten Niederlagen unseres Lebens, will uns Gott das gleiche lehren. Es gelingt uns nicht, weder uns selbst zu rechtfertigen, noch zu heiligen. Unsre Bemühungen, dem HErrn dienen und wohlzugefallen, bringen uns nur in größere Schwierigkeiten hinein. Die Zahl der zu liefernden Ziegel wird verdoppelt; die Lasten nehmen zu, unsre Willenskraft wird zerbrochen: wir werden ganz entmutigt, und dann – wenn die Seele ganz trostlos geworden ist, – dann tritt ihr der himmlische Bräutigam nahe und spricht: „Ich will alles selbst tun, Ich bin das A und das O, Ich bin dein Heil.