10.800 biblische Andachten und Predigten von Spurgeon, MacArthur, MacDonald, Christlieb, Eichhorn, Hofacker, Zinzendorf, Luther uvm.

Predigten zu 2. Mose 7,1

"Und Jehova sprach zu Mose: Siehe, ich habe dich dem Pharao zum Gott gesetzt, und dein Bruder Aaron soll dein Prophet sein."

Autor: Alfred Christlieb (* 26.02.1866; † 21.01.1934) deutscher Theologe
Zitate von Alfred Christlieb anzeigen

"Gott sprach zu Mose: Siehe, ich habe dich zu einem Gott gesetzt über Pharao."

Wunderliche Gewalt! Mose hat Macht über Pharao wie Gott! Wohl bleibt Gott der allein Gewaltige. Aber er kann einem Menschen seine Macht verleihen. Er spricht gleichsam zu Mose: Pharao ist völlig in deine Hand gegeben. Du brauchst dich vor ihm nicht im allergeringsten zu fürchten. Du sollst ihn in deiner Hand haben, wie ich ein armes Menschenkind in meiner Hand habe. Er soll sich gegen dich in keiner Weise wehren können. Dein Wort ist ihm gegenüber allmächtig. - Zu beachten ist, wann Mose diese einzigartige Vollmacht erhielt. In dem unmittelbar voraufgehenden Verse hat Mose zu Gott gesprochen: "Siehe, ich bin im Reden ungewandt. Wie soll Pharao mich hören?" (Kap. 6, 30.) Er bekam die göttliche Gewalt, als er seine eigene Unfähigkeit und Unzulänglichkeit tief empfand. - Niemals wird Gott einem hochmütigen Menschen göttliche Autorität verleihen. Nur Demütigen gibt er solche Gnade. Bitten wir Gott vor schweren Aufgaben und vor schwierigen Gängen in Pharao-Häuser, er möge uns die eigene Ohnmacht und Untüchtigkeit recht fühlen lassen. Dann wird es gut gehen! Gott wird uns die nötige Autorität schenken. - Und die Grenze der Gewalt? Gott sagt Mose: "Du sollst reden alles, was ich dir gebiete." Mose konnte nicht nach eigener Willkür mit Pharao umspringen. Der Herr wollte nur, dass sein Wort für Pharao den nötigen Nachdruck erhielte. Mose musste von Gott abhängig bleiben; dann blieb Pharao von Mose abhängig. - So können auch heute noch Menschen, die lauterlich nichts suchen, als was Gott sagt und will, nach und nach göttliches Ansehen bekommen. Sobald sie aber ihre Stellung benutzen, um für die eigene Ehre oder den eigenen Vorteil etwas zu suchen, entzieht Gott ihnen wieder diese Gewalt.