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Predigten zu 4. Mose 11,1

"Und es geschah, als das Volk sich beklagte, dass es übel war in den Ohren der HERRs; und als der HERR es hörte, da erglühte sein Zorn, und ein Feuer des HERRN brannte unter ihnen und fraß am Ende des Lagers."

Autor: Hugh E. Alexanders (* 1884; † 1957) englischer Evangelist, der Anfang des 20. Jahrhunderts in der französischen Schweiz wirkte

In den Geschichten aus dem Leben des Volkes Israel wird uns nichts Unnötiges berichtet. Alles hat sein geistliches Gegenstück im Leben der Gemeinde und der Gläubigen. Der Psalmist sagt, daß das Murren der Kinder Israels nicht nur Auflehnung gegen Mose war, sondern gegen Gott selbst (Psalm 78,17-22); daher hat es auch göttliche Strafen materieller und geistlicher Art über sie gebracht.

Der Feind hat das Ziel, die Heiligen aufzureiben und zu erschöpfen. Wenn eine Prüfung lange dauert, werden wir leicht ungeduldig; wir beklagen uns und murren. Das ist böse in den Ohren des Herrn... und es gefällt dem Feind! Das Volk beklagte sich über seine Arbeit. Vielleicht haben auch wir die Lust zu der Arbeit verloren, die uns anvertraut, die täglich unser Vorrecht ist und zu der wir von Gott berufen sind. Dann finden wir leicht Gründe zur Rechtfertigung unserer Klagen, und oberflächliche Christen stimmen uns darin bei.

Aber der Herr hört dies «Murren in den Zelten» und ist betrübt darüber. Unsere Klagen können verschiedener Art sein. In Vers 6 lesen wir, daß Israel sprach: «Nun aber ist unsere Seele matt, unsere Augen sehen nichts als das Manna!» Das war Lästerung. Das Volk wagte es, verächtlich über das Manna zu reden, dieses Gottesgeschenk, dieses Himmelsbrot, dieses Wunder, das dazu bestimmt war, ein Volk, das selber ein Wunder war, zu erhalten und zu Überwindern zu machen. Ist es da erstaunlich, daß ihre Seele matt wurde? Wenn wir solche Seelenmattigkeit spüren, kommt es vielleicht auch daher, daß wir uns an die vielen Gnadengeschenke Gottes gewöhnt haben! Murren kommt immer aus dem Eigenleben, aus dem Fleisch, das seine Rechte fordert und es dabei so gut versteht, sich zu verstellen und seine Umgebung zu täuschen.

Laßt uns Gott um Vergebung bitten, das anderen zugefügte Unrecht und den Schaden, den wir durch unser Murren angerichtet haben, wieder gutmachen und bedenken, daß das Kreuz Christi in unserem Leben gelebt werden soll. Nur wenn das Kreuz der Mittelpunkt unseres Lebens ist, erleben wir den Wandel nach dem Geist und nicht nach dem Fleisch.