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Predigten zu 4. Mose 12,4

"Da sprach der HERR plötzlich zu Mose und zu Aaron und zu Mirjam: Gehet hinaus, ihr drei, zum Zelte der Zusammenkunft! Und sie gingen hinaus, die drei."

Autor: Jakob Kroeker (* 1872; † 12.12.1948) wichtigster Vertreter des freikirchlichen russländischen Protestantismus
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"Da sprach der Herr plötzlich zu Mose und zu Aaron und Mirjam: Gehet ihr drei zur Stiftshütte hinaus. Da gingen sie alle drei hinaus." 4.Mose 12,4 f

Als der Streit sich nicht legte, rief der Herr eines Tages die drei Geschwister in seine Gegenwart: "Tretet ihr alle drei hinaus zum Offenbarungszelt!" Dort hatte Er ihnen etwas zu sagen. Hatten sie Gott in Moses bisheriger Lebensführung nicht verstanden, so sollten sie Gott verstehen lernen in heiliger Stille am heiligen Orte. Wie mancher würde auch in unseren Tagen seine Brüder besser verstehen lernen, wenn man weniger über denselben reden, sondern Gelegenheit suchen würde, Gott über den Bruder reden zu hören. Mancher Kampf in der Gemeinde Christi würde sich dann sehr schnell legen und in brüderliche Gemeinschaft und in gemeinsame Dienste übergehen.

Als Mirjam und Aaron hinausgegangen waren und mit Gott allein blieben, sprach der Herr aus der Wolkensäule zu ihnen: "Höret doch meine Worte!" Sie hatten geglaubt, Gottes Wort gehört zu haben und sie hatten in dieser Angelegenheit sich selbst und ihr eigenes Wort gehört. Wie oft war das bisher auch in der Geschichte des Reiches Gottes der Fall, dass man eigenes Wort für Gottes Wort, eigenes Urteil für Gottes Urteil hielt. Man verteidigte das Wort und glaubte dadurch Gottes Gedanken und Gesinnung zu vertreten, und man verteidigte in dem Wort nur seine eigene Gesinnung.

Wie anders lautete das Urteil, das der Herr über seinen Knecht hatte: "Wäre er ein Prophet, so würde Ich im Gesicht mich ihm kundtun, im Traum zu ihm reden. Nicht also mein Diener Mose; mit meinem ganzen Hause ist er vertraut; von Mund zu Mund rede Ich zu ihm, von Angesicht zu Angesicht und nicht in Rätseln, und er darf die Gestalt Gottes schauen." Schöner ist der Umgang eines Menschen mit Gott noch niemals geschildert worden. Aber es waren nicht nur Worte, die Worte drückten das vertraute Verhältnis eines Mose zu Gott und Gottes Verhältnis zu seinem Knechte aus. Drei Dinge sind es, die Gott in der Glaubensstellung eines Mose hervorhebt: Vertrautheit im Haushalt Gottes, Unmittelbarkeit im Umgang mit Gott und ungetrübtes Schauen der Gestalt, der Lebensäußerungen Gottes.

Ein Vertrautsein mit dem Haushalt Gottes gewinnt man aber nur durch genaue Bekanntschaft mit ihm. Moses Leben war zu einem Wohnen im Hause Gottes geworden. Durch den dauernden Umgang mit Gott war er vertraut geworden mit dessen Plänen und Absichten, mit dessen Gesetzen und Kräften, mit dessen Liebe und Gnade.