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Predigten zu 4. Mose 22,22

"Da entbrannte der Zorn Gottes, dass er hinzog; und der Engel des HERRN stellte sich in den Weg, ihm zu widerstehen. Er aber ritt auf seiner Eselin, und seine beiden Jünglinge waren mit ihm."

Autor: Frederick Brotherton Meyer (* 08.04.1847; † 28.03.1929) englischer Baptistenpastor

Der Engel des HERRN trat in den Weg, dass er ihm widerstünde

Vom Engel Jehovahs wird oft gesprochen als von einem mächtigen Helfer, der sich um die lagert, die den HErrn fürchten; hier erscheint Er als ein Widersacher mit gezücktem Schwerte. Dienen wir dem HErrn, so streitet Er für uns, wie einst für Josua bei Jericho; aber wenn wir von Ihm hinweg, uns auf krumme Pfade verirren, so zückt Er Sein Schwert wider uns. Erkennst du den Engel mit bloßem Schwert in jedem Schmerz deines Leibes, in jedem erschreckenden Ereignis, im Leiden des Gemüts? Du wolltest deinen eigenen Weg gehen, du hattest es auf den Lohn der Ungerechtigkeit abgesehen, da wurdest du plötzlich aufgehalten in deinem Laufe. Noch ein Schritt, und du wärest am Rande des Abgrundes gestanden; aber plötzlich wurdest du stille gestellt, und jedes weitere Vorgehen war abgeschnitten. O, fluche nicht dem Hindernis auf dem Wege! Dahinter verborgen ist der liebevollste Engel Gottes, der dich von deinem bösen Vorsatz abbringen will; und wenn auch sein Schwert gegen dich gezückt sein mag, so bewahrt er dich doch vor dem Schritt, der lebenslängliche Reue zur Folge haben könnte. Allzu oft sind unsere Augen gehalten; wir wehren uns im Unmut gegen Gottes freundliche Führung: unser Zorn entbrennt wider den Esel, der den Engel sieht und sich an die Mauer drückt. Durchforsche hier in Demut dein Herz; suche den Grund zu verstehen, weshalb Gott deine Pläne durchkreuzt, deine Schritte gehemmt hat. Bitte Ihn um geöffnete Augen und sei dessen gewiss, dass nur Erbarmen deinen Lauf gehindert hat. Er sieht von Anfang an das Ende. Beuge dein Haupt und gib Seiner Führung deine Zustimmung. Falle nieder auf dein Angesicht und lobe Ihn, dessen freundlichste Engel zuweilen sich in die raueste Verkleidung hüllen.