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Predigten zu 4. Mose 9,23

"Nach dem Befehl des HERRN lagerten sie sich, und nach dem Befehl des HERRN brachen sie auf; sie warteten der Hut des HERRN nach dem Befehl des HERRN durch Mose."

Autor: Elias Schrenk (* 19.09.1831; † 21.10.1913) deutscher Theologe und Erweckungsprediger des Pietismus

Nach des Herrn Munde lagen sie, und nach des Herrn Munde zogen sie; dass sie auf des Herrn Hut warteten, nach des Herrn Wort durch Mose.

Das Volk Israel musste vierzig Jahre lang in der Wüste wandern, um seines Unglaubens willen. Aber auch in der Wüste stand es unter der Hut und Leitung Jehovahs, der es aus Ägyptenland geführt hatte. Das ist das Große, dass er das Volk nicht verließ, sondern sich auch in der gerichtlichen Wüstenzeit seiner annahm. Er offenbarte ihnen seine Gegenwart durch die Wolkensäule, die bei Nacht leuchtend und bei Tag beschattend über ihnen schwebte. Erhob sich die Wolkensäule so reiste das Volk, stand sie stille, so lagerte man sich. Die neutestamentliche Gemeinde hat denselben treuen Führer auf ihrer Wüstenreise, entgegen der Zukunft ihres himmlischen Bräutigams, der sein Wort noch nicht hat erfüllen können: siehe ich komme bald. Denn noch hat die untreue Braut ihren Schmuck nicht, ihrem Bräutigam zu begegnen, und er muss verziehen, bis sie zubereitet ist. In dieser Warteund Wüstenzeit hat der Herr auch uns nicht verlassen. Zwar führt er uns nicht durch eine für leibliche Augen sichtbare Wolke, sondern durch sein Wort und seinen Geist. Sein Wort ist unseres Fußes Leuchte und ein Licht auf unserm Wege Ps. 119,105. In dem Grade, in dem unsere Augen erleuchtet sind, verstehen wir den Herrn, in seinem Vorwärtsgehen und in seinem Stillestehen, so dass wir nicht irre gehen, sondern unter seiner Leitung sicher und geborgen sind. Wie bei Israel das Wort Moses und das direkte Reden des Herrn durch die Wolkensäule zusammen gehörten, so brauchen auch wir das geschriebene Wort und die innere Geistesleitung; beides gehört zusammen. Merken wir nicht genau darauf, so werden wir unversehens durch unsere natürlichen Neigungen, oder durch unerleuchtete Menschen irre geführt und kommen in mancherlei Not. Auch die besten Menschen ersparen uns das persönliche Aufmerken auf Gottes Winke nicht; Menschenwort muss immer erst durch Gottes Wort geprüft werden.

Herr, lehre mich für Warten und Eilen auf Deine Winke merken. Deine Führung ist heilig und selig; lass sie mir nie fehlen. Amen