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Predigten zu 5. Mose 33,3

"Ja, er liebt die Völker; alle seine Heiligen sind in deiner Hand; und sie lagern zu deinen Füßen, ein jeder empfängt von deinen Worten."

Autor: Dora Rappard (* 01.09.1842; † 10.10.1923) Schweizer Missionarin und evangelische Kirchenlieddichterin

"Wie hat er die Leute so lieb!"

Der diese Worte in heiliger Stunde, mit bewegtem Herzen sprach, - Mose, der Mann Gottes, - hatte wie wenige Gelegenheit gehabt, Gottes unendliche Liebe zu den Menschen zu beobachten und zu bewundern. Er wusste, mit welchem Erbarmen der Höchste das Leiden seines Volkes in Ägypten zu Herzen genommen, mit welch mächtigen Zeichen und Wundern er es aus der Knechtschaft hinausgeführt, mit welch unbeschreiblicher Geduld er die Halsstarrigkeit, das Murren, den Ungehorsam Israels während der langen Wüstenwanderung ertragen hatte. Und nun fasst er am Ende seines Lebens alles zusammen in dem herrlichen Ausruf: Wie hat Gott die Leute so lieb!

Und den Kindern des Neuen Bundes ist das Wort auch aus dem Herzen gesprochen. Wer diese Liebe selbst erkannt und geglaubt hat (1. Joh. 4, 16), der möchte es mit brennenden Worten hineinrufen in die Menge der klagenden, trauernden, murrenden, gleichgültigen, ja auch feindseligen Menschen: Gott hat euch lieb! Wolltet ihr es nur glauben, so würde die Finsternis, die euch das Gegenteil zu beweisen sucht, bald erhellt mit himmlischem Licht.

Glaube es, einsames Herz! Lass diese Worte wie eine heilige Melodie heute in deinem Herzen erklingen: "Er hat mich lieb! Er hat mich lieb!"

Drum blick' ich nur auf ihn. O seliger Gewinn! Mein Jesus liebt mich ganz gewiss, Das ist mein Paradies.


Autor: Elias Schrenk (* 19.09.1831; † 21.10.1913) deutscher Theologe und Erweckungsprediger des Pietismus

Wie hat er die Leute so lieb! Alle seine Heiligen sind in Deiner Hand. Sie werden sich setzen zu Deinen Füßen, und werden lernen von Deinen Worten.

Diese Worte gehören zu Moses letztem Segen am Feierabend seines Lebens. Es ist köstlich, wenn es der Grundton eines Herzens am Schlusse des Lebens ist: wie hat Gott die Leute so lieb. So reden Menschen, die hier schon selig sind in dem Genuss der Liebe Gottes, und das sollten wir alle sein, denn uns alle hat Gott so lieb. Wie würde Mose geredet haben, wenn er schon die ganze Offenbarung der Liebe Gottes in Christo gekannt hätte? Er hätte kaum Worte gefunden zum Lobpreis der Liebe Gottes. Versenken wir uns doch recht in die Liebe, die uns in Christo erschienen ist! Lassen wir uns durch allerlei Übungen des täglichen Lebens die Liebe Gottes nicht verdunkeln, den Genuss derselben nicht schmälern. Sie ist unsere Seligkeit und gibt die Kraft zum Ausharren in Not. Die Heiligen des Herrn sind in seiner Hand. Alles ist in seiner Hand, auch die Gottlosen. Die Heiligen sind aber in besonderer Weise in Gottes Hand, damit er sie stärke und bewahre. Mose konnte unter den Heiligen keine andern Leute verstehen, als solche, die in den Wegen des Herrn wandelten und zu dem Samen Abrahams gehörten. Wir sind Heilige, wenn wir durch den Glauben uns in Jesu Hand gegeben und Seinen Geist empfangen haben. Es liegt eine unendliche Kraft in den Worten: ich bin in seiner Hand und bin darum geborgen, weil er verheißen hat: meine Schafe soll mir niemand aus meiner Hand reißen. Diese Zusage erfüllt sich an allen, die täglich zu Seinen Füßen sitzen und von Ihm, ihrem einzigen Meister lernen. Sind wir solche Marienseelen, die dem Geisteszuge folgen und täglich im stillen Umgang mit dem Herrn und Seinem Worte stehen? Soll dein innerer Mensch wachsen und ausgestaltet werden in des Meisters Bild, so sitze fleißig zu seinen Füßen und lass Auge und Ohr auf Ihn gerichtet sein.

Vater, ich danke Dir, dass Du auch mich liebst in Christo Jesu! Herr Jesu, ich danke Dir, dass ich in Deiner treuen Hand bin. Heiliger Geist, ich danke Dir, dass Du mich in alle Wahrheit leitest und mir Christum verklärst. Amen