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Predigten zu Apostelgeschichte 15,4

"Als sie aber nach Jerusalem gekommen waren, wurden sie von der Versammlung und den Aposteln und Ältesten aufgenommen, und sie verkündeten alles, was Gott mit ihnen getan hatte."

Autor: Alfred Christlieb (* 26.02.1866; † 21.01.1934) deutscher Theologe
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Ein guter Konferenzanfang

Wie wichtig ist es doch bei bedeutsamen Konferenzen, dass gleich in den ersten Ansprachen der richtige Ton angeschlagen wird. In dieser Konferenz trafen Paulus und Barnabas genau den richtigen Ton.

1. Ihre Worte machten den Gläubigen neuen Mut.

Die Versammlung begann zu einer Stunde, wo vieles die kleine Herde mutlos machen konnte. Von der Welt her war eine anhaltende, scharfe Feindschaft vorhanden, wie sich dies auf der ersten Missionsreise neu gezeigt hatte. Im Volk Gottes drohte durch die Beschneidungsfrage ein bedenklicher Zwiespalt. War da nicht viel Ursache, am Fortgang des Reiches Gottes zu verzagen? Nun erzählen ihnen die Apostel die Taten Gottes unter den Heiden. Dadurch wurden die Augen der Hörer von allen betrübenden Vorgängen hinweggelenkt auf die starke, treue Hand des großen Gottes, der seine Sache trotz aller Hindernisse weiterführt. Das konnte bekümmerte Herzen aufrichten und neuen Mut einflössen, was sehr not tat.

2. Sodann waren diese Worte am Platze, weil sie verbindend wirkten.

Es befanden sich ja in dieser Versammlung sowohl Anhänger als Gegner der Beschneidungsforderung. Es galt beide zu verbinden. Hätten die Apostel sofort in ihrer ersten Ansprache ihr eigenes Urteil über die Beschneidung hervorgekehrt und die Gesetzeseiferer angegriffen, so wäre dadurch mancher Zuhörer verstimmt und der Gegensatz verschärft worden. Nun sie aber davon zunächst schwiegen und von Gottes Wirken erzählten, machten sie Bahn für eine Verständigung. Das Schauen auf Gottes Leiten war ein Boden, auf den alle Gläubigen sich stellen konnten.

3. Endlich spornten diese Berichte zu neuer Treue gegen Gott an.

Die Christen hörten, was Gott tat durch die, welche sich von ihm brauchen ließen. Das musste in allen den Wunsch erwecken, dass auch ihr Leben nicht unfruchtbar für das Reich Gottes bleibe. Solche Worte, die Gottes Volk aufrichten, verbinden und zur Treue anspornen, sind heute noch überall am Platz.


Autor: Frederick Brotherton Meyer (* 08.04.1847; † 28.03.1929) englischer Baptistenpastor

Sie erzählten

Es tritt uns ein kleiner Unterschied entgegen, in diesen zweimaligen Aussagen. Wohl Stimmen sie mit einander überein, aber wir finden doch einen verschiedenen Ton heraus. In der ersten Stelle werden wir auf die Mitwirkung des heiligen Geistes hingewiesen; so dass, wo das Wort des Dieners das äußere Ohr trifft, der HErr gleichzeitig zum Herzen spricht. Die zweite Stelle zeigt uns, was der heilige Geist zustande bringt durch solche, die ihr Leben Ihm dargeboten haben, um seine Werkzeuge, reine Kanäle seiner Gnade zu sein.

1. Er zeugt mir uns

Indem wir von Jesu, dem Gekreuzigten, Auferstandenen und gen Himmel Gefahrenen reden, überführt der heilige Geist die Hörer von der Sünde, der Gerechtigkeit und dem Gericht. Auf jedes Wort des Zeugnisses ertönt ein tief ergreifendes Echo der Übereinstimmung, von Seiten unsers verborgenen, aber mächtig Mitwirkenden. Rufen wir: „Siehe, das ist Gottes Lamm“, so fügt Er hinzu: „Er trägt hinweg die Sünden der Welt.“ Sagen wir: „Er starb in Schwachheit“, so ergänzt der Geist: „Er ward auferweckt in Kraft.“ Wir mahnen: „Tut Buße und glaubt an das Evangelium“, und Er spricht: „Jetzt ist die angenehme Zeit.“ Der heilige Geist sagt immer: „Heute! “

2. Er zeugt durch uns

„Das Wort, das ihr höret“, sagt Jesus, „ist nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt hat.“ Dieser Vorzug kann auch uns zu teil werden. Wir reden nicht aus uns selbst. Das Geheimnis eines fruchtbaren Lebens besteht darin, ein dem HErrn zur Verfügung gestelltes Gefäß zu sein – die Posaune am Schlosstor, durch die der König seine Aufträge erteilt – die Laute, deren Saiten seine Hand bewegt. O seien wir davon überzeugt: ein bleibender Erfolg der Arbeit ist nur dann möglich, wenn wir mit Paulus sagen können, dass wir uns nur dessen rühmen, was Jesus durch uns gewirkt hat.