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Predigten zu Hebräer 11,4

"Durch Glauben brachte Abel Gott ein vorzüglicheres Opfer dar als Kain, durch welches er Zeugnis erlangte, dass er gerecht war, indem Gott Zeugnis gab zu seinen Gaben; und durch diesen, obgleich er gestorben ist, redet er noch."

Autor: Alfred Christlieb (* 26.02.1866; † 21.01.1934) deutscher Theologe
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"Durch den Glauben redet Abel noch, wiewohl er gestorben ist."

Wenn wir den ersten Glaubenshelden in Hebr. 11 anschauen, Adams Sohn Abel, dann erkennen wir zunächst, welche großen Schwierigkeiten in sein Leben hineingeordnet waren. Er musste in täglicher Hausgemeinschaft leben mit Kain, seinem finsteren, hasserfüllten, bösartigen Bruder, dessen "Werke böse" waren (1. Joh. 3, 12). Abel aber lebte neben ihm als ein Gerechter. Manch einer hätte gesagt: Fromm sein kann man überall, aber nicht neben Kain, diesem bösen Menschen. Er sieht einen stets finster an, auch wenn man ihm freundlich begegnet. Man kann so vorsichtig sein, wie man will, er bleibt gehässig. Er ändert sich nie. Woher aber nahm Abel die Kraft zur Überwindung dieser Not? Das zeigen die Worte: "Durch den Glauben hat er Zeugnis überkommen, dass er gerecht sei."Gott sah gnädiglich an Abel und sein Opfer."Der Gnadenblick Gottes war Abels Kraftquelle. Wäre die Welt auch voller Kainsmenschen, ein Abel könnte im Frieden unter ihnen wohnen, wenn Gott ihn nur gnädig ansähe. Wir empfangen diesen Gnadenblick Gottes, wenn wir glaubend unter dem Kreuz stehen. Da fließt unsere Kraftquelle. Welch einen Segen aber ließ Abel zurück. Er starb früh und starb eines entsetzlichen Todes. Der eigene Bruder ermordete ihn. Aber er ließ eine leuchtende Segensspur zurück:"Durch den Glauben redet er noch." Wir kennen nicht ein einziges Wort, das Abel gesprochen hätte, aber sein Wandel in Sanftmut und Gerechtigkeit neben dem gottlosen Kain redet lauter als alle Worte. Nach Jahrtausenden noch hört man seine Stimme. Der beste Redner ist nicht der, dessen Worte am schönsten klingen, sondern der, dessen Wandel und Beispiel predigen. Gott gebe uns Abels Glauben, der durch alle Schwierigkeiten dringt und bleibenden Segen zurücklässt.


Autor: John F. MacArthur (* 19.06.1939) US-amerikanischer Pastor, Prediger, Theologe und Autor
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Jesus Christus opferte sich für die Sünden aller Menschen;"dann, nachdem er alles vollbracht hatte, setzte Er sich zu seinem Vater.

"Durch Glauben brachte Abel Gott ein besseres Opfer als Kain, durch welchen [Glauben] er das Zeugnis erhielt, gerecht zu sein, indem Gott Zeugnis gab zu seinen Gaben; und durch diesen [Glauben] redet er noch, obgleich er gestorben ist"

Deine Lebensführung entscheidet darüber, was du anderen hinterlässt.


Der Bibellehrer James Moffatt schrieb: "Der Tod ist nie das letzte Wort im Leben eines ... Menschen. Wenn der Mensch diese Welt verlässt - sei er ein Gerechter oder ein Ungerechter -, so wird er hier etwas zurücklassen. Das mag etwas sein, was sich wie ein Geschwür oder Gift ausbreitet oder es mag etwas sein, das wie ein schöner Duft oder eine Blüte die Umgebung mit Segen erfüllt."

Das macht das Leben der Söhne Adams und Evas - Kain und Abel - deutlich. Kain war ein Ungerechter, der Gott durch seine eigenen Anstrengungen gefallen wollte. Gott verwarf ihn (1. Mo. 4,5). Abel war gerecht; er diente Gott in wahrem Glauben und Gott nahm ihn an (Vers 4).

Aus Neid und Zorn ermordete Kain seinen Bruder. Dadurch wurde er der erste Mensch, der einem anderen das Leben raubte. Darum ist er für alle Zeiten ein Zeugnis für den stets überaus tragisch auslaufenden Versuch, Gott ohne wahren Glauben zu gefallen. Denn "ohne Glauben ist es unmöglich, ihm [Gott] wohlzugefallen". Kain hat es versucht und scheiterte, wie Millionen andere, die seinen Spuren folgten.

Abel dagegen war der erste Mensch des Glaubens. Vor ihrem Fall hatten Adam und Eva den Glauben nicht in der Weise nötig wie ihre Nachkommen. Sie lebten im Paradies, in Eden, und hatten direkten Kontakt zu Gott. Erst ihre Kinder waren die ersten, die den Glauben in vollem Sinne nötig hatten.

Kains Vermächtnis ist Rebellion, Kummer und Gericht, während Abel Gerechtigkeit, Recht und rettenden Glauben weitergab. Sein Leben verkündet die zentrale Botschaft der Erlösung: Gerechtigkeit allein aus Glauben.

Welches Erbe wirst du deinen Nachkommen hinterlassen? Ich bete dafür, dass sie in dir ein Muster an Gerechtigkeit und Treue haben, dem sie nacheifern können.


Autor: John F. MacArthur (* 19.06.1939) US-amerikanischer Pastor, Prediger, Theologe und Autor
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Wahre Anbetung erfordert, dass man es zu Gottes Bedingungen tut.

"Durch Glauben brachte Abel Gott ein besseres Opfer dar als Kain"

Der tiefste Grund jeder falschen Religion ist die Annahme, der Mensch könne durch selbst gewählte Mittel zu Gott kommen, seien es Meditation, gute Werke oder ähnliches. Aber die Schrift sagt: "Es ist in keinem anderen Heil; denn auch kein anderer Name unter dem Himmel ist den Menschen gegeben, in dem wir errettet werden müssen" (Apg. 4,12). Und dieser Name ist Jesus Christus. Wir kommen zu Ihm, indem wir unsere Sünden bekennen und über unsere Sünden Buße tun, auf Sein versöhnendes Werk am Kreuz vertrauen und Seine leibliche Auferstehung von den Toten bekennen (siehe Röm. 10,9-10). Es gibt keinen anderen Weg zu Gott.

Schon Jahrhunderte vor Christi Tod hatte Gott einen Weg bereitet, Ihn anbeten zu können, indem man Ihm ein Schlachtopfer brachte. In 1. Mose 4,35 lesen wir: "Und es geschah nach einiger Zeit, da brachte Kain von den Früchten des Ackerbodens dem Herrn eine Opfergabe. Und Abel, auch er brachte von den Erstlingen seiner Herde und von ihrem Fett. Und der Herr blickte auf Abel und auf seine Opfergabe; aber auf Kain und seine Opfergabe blickte er nicht."

Offensichtlich hatte Gott eine besondere Zeit für das Opfern bestimmt; denn "nach einiger Zeit" heißt wörtlich: "am Ende der Tage" - am Ende eines gewissen Zeitabschnitts. Außerdem hatte Er ihnen ein bestimmtes Muster für das Opfern und die Anbetung gegeben; denn sonst hätten Kain und Abel nicht gewusst, was ein passendes Opfer ist. Kain verwarf das vorgeschriebene Opfer und zeigte damit seinen Unwillen, sich dem Urteil Gottes über die Sünde zu unterwerfen.

Kains Opfer enthielt keine schlechten Bestandteile: Körner, Früchte und Gemüse wurden auch im mosaischen Bund als Opfer dargebracht. Doch musste zuerst ein Sündopfer dargebracht werden. Wie so viele Menschen heute, war Kain der irrigen Ansicht, Gott unter selbst gewählten Bedingungen nahen zu können. Dadurch wurde er der Vater aller falschen Religionen und sein Name wurde ein Synonym für Rebellion und Abfall (siehe Jud. 11).


Autor: John F. MacArthur (* 19.06.1939) US-amerikanischer Pastor, Prediger, Theologe und Autor
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Wahre Anbetung erfordert, dass man es zu Gottes Bedingungen tut.

"Er ist um so viel erhabener geworden als die Engel, wie er einen vorzüglicheren Namen vor ihnen ererbt hat. Denn zu welchem der Engel hat er jemals gesagt:'Mein Sohn bist du, ich habe dich heute gezeugt?'und wiederum:'Ich werde ihm Vater und er wird mir Sohn sein?'"

Der Herr ist mehr als die Engel; denn er ist nicht nur ein Bote - sondern Sohn.

Nun dürfen wir nicht in den Fehler verfallen zu glauben, der Herr sei "weniger" als Gott, weil er der "Sohn" ist. Johannes sagt von Ihm: "Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben" (1. Joh. 5,20). Und der gleiche Johannes sagt in seinem Evangelium (12,41), Jesaja habe den Herrn Jesus gesehen, als er sagte: "Da sah ich den Herrn sitzen auf hohem und erhabenem Thron... Seraphim standen über ihm. Jeder von ihnen hatte sechs Flügel: mit zweien bedeckte er sein Gesicht, mit zweien bedeckte er seine Füße und mit zweien flog er. Und einer rief dem anderen zu und sprach: Heilig, heilig, heilig ist der Herr der Heerscharen! Die ganze Erde ist erfüllt mit seiner Herrlichkeit" (Jes. 6,1-3).

Allerdings hat der Herr in Seiner Erniedrigung gesagt: "Der Sohn kann nichts von sich selbst tun, außer was er den Vater tun sieht" (Joh. 5,19) und: "Ich suche nicht meinen Willen, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat" (5,30). Und Er hat sich noch viel tiefer erniedrigt, "indem er gehorsam war bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz" (Phil. 2,8). Aber das hat Er alles getan, weil Er uns geliebt und sich für uns hingegeben hat (Gal. 2,20). Und darum hat Ihn Gott auch hoch erhoben und Ihn als "Sohn Gottes in Kraft erwiesen dem Geist der Heiligkeit nach durch Totenauferstehung" (Röm. 1,4). Und jetzt sitzt Er zur Rechten Gottes, bis alle Feinde zum Schemel Seiner Füße gelegt geworden sind (Ps. 110,1).

Uns Menschen geziemt, wenn wir Aussagen über unseren Schöpfer machen, die allergrößte Zurückhaltung. Mose musste, als er in die Gegenwart des Herrn trat, seine Schuhe ausziehen; dann verbarg er auch noch sein Angesicht, weil er die Grösse der göttlichen Herablassung empfand. Doch wir Menschen neigen dazu, alles einordnen, katalogisieren und "in den Griff bekommen" zu wollen, um es beherrschen zu können und vergessen dann völlig, dass wir es hier mit dem Allerhöchsten selbst, mit dem Allerhochheiligsten zu tun haben, vor dem sich jedes Geschöpf nur anbetend niederbeugen darf.


Autor: Dora Rappard (* 01.09.1842; † 10.10.1923) Schweizer Missionarin und evangelische Kirchenlieddichterin

"Durch den Glauben hat Abel Zeugnis überkommen, dass er gerecht sei. "

Abel eröffnet die Reihe derer, die durch den Glauben das Zeugnis göttlichen Wohlgefallens erhalten haben (V. 2 und 39). Das ist eine bezeichnende Tatsache. Die Geschichte des Glaubens beginnt mit einem Opfer. Denn die tiefere Bedeutung von Abels Tat war die Erkenntnis, dass er nicht in eigener Würdigkeit zu Gott nahen könne, sondern eines stellvertretenden, geschlachteten Lammes bedürfe.

Auch der natürliche Mensch kann einen gewissen Kultus haben. Auch Kain wollte ein Opfer darbringen. Aber er tat es in eigener Gerechtigkeit. Er verstand nicht, dass er einer Sühne bedurfte. Darum wurde seine Gabe verworfen. Sein späteres Betragen zeigt, wie sein Inneres beschaffen war. Nur um des kostbaren Opfers willen, das auf Golgatha geschah, können wir zu Gott kommen und uns selbst ihm weihen. Unser Opferlamm ist Christus, dahingegeben zur Versöhnung für unsere Sünde. Als Abel angesichts des blutenden Lammes im Glauben zu Gott emporschaute, bekam er das Zeugnis, dass er gerecht sei. Wenn wir im Vertrauen auf Jesu Blut zu Gott nahen, strömt in unser Herz das Zeugnis des Heiligen Geistes. - Mit Abel und all den Scharen, die ihm nach geglaubt und überwunden haben, werden wir in alle Ewigkeit rühmen des Lammes Blut.

Dir, nur Dir verschreib ich mich; Gottes Lamm, hier komme ich!