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Predigten zu Jakobus 4,8

"Nahet euch Gott, und er wird sich euch nahen. Säubert die Hände, ihr Sünder, und reiniget die Herzen, ihr Wankelmütigen. "

Autor: Carl Eichhorn (* 11.07.1810; † 08.02.1890) deutscher lutherischer Pastor
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Ein Grundgesetz im Leben mit Gott (I)

"Nahet euch zu Gott, so naht er sich zu euch."

Gottes Wort und Gottes Geist mahnen uns, dass wir Gott nähertreten. Wenn es in dir heißt: "Du musst dich nun auch endlich zu Gott wenden", so sagt dir das der Geist der Wahrheit. Heißt es aber: "Du brauchst dich nicht zu bekehren, du hast ein gutes Herz und bist nicht schlechter als andere, sogar noch besser als viele", so sagt dir das der Geist der Lüge. Der gute Geist mahnt dich: "Schiebe deine Bekehrung nicht hinaus!" Der böse Geist flüstert dir zu: "Es ist noch Zeit. Geniesse erst deine Jugend! Du kannst dich später noch zu Gott wenden." - Doch nähere dich Gott nicht nur mit dem Mund, sondern mit dem Herzen! Speise ihn nicht ab mit Worten! Du klagst vielleicht über Enttäuschungen, dass Gott deine Gebete nicht erhört hat. Aber frage dich doch, auf weicher Seite im Grund die Täuschung und Enttäuschung stattfindet! Wird nicht Gott vielmehr von uns getäuscht und enttäuscht (Mal. 3, 8)? Man gibt ihm eine Schale ohne Kern. Die Hauptsache bleibt dahinten, die wahre Herzensübergabe. Man tritt scheinbar Gott nahe. In Wirklichkeit aber will man selbst über sein Leben und seine Zeit verfügen. Und dann kommt der Mensch und klagt, Gott habe ihn enttäuscht. - Man naht Gott nur auf dem Weg gründlicher Abkehr von dem weltlichen, sündlichen Wesen und auf richtiger Hingabe an den Herrn Jesus, der allein die lebendige Brücke ist, die zu Gott führt. Empfindest du deine Gottesferne schmerzlich, dann darfst du dich dem Herrn Jesus anvertrauen. Er bringt dich zu Gott. - In Jesus naht sich uns Gott. Woran merken wir dies? Erstens daran, dass uns nun Gott groß und herrlich wird. Solange wir von einem Gegenstand entfernt sind, sehen wir ihn nur undeutlich und verschwommen. So ist es auch mit Gott. Solange wir ferne von ihm weilen, fehlt uns die klare Anschauung von seinem Wesen. Erst wenn er uns naht, erblicken wir seine Herrlichkeit. Gott wird uns volle Wirklichkeit. Verlieren wir uns dann etwa wieder zu viel in das Irdische und Eitle, so ist es gerade, als ob Gottes Bild verblasse. Es wird undeutlich in unserer Seele. Denn die Sünde trübt und verdunkelt das Angesicht Gottes vor uns. - Sein Nahesein zeigt sich zweitens darin, dass wir unter dem Strom seines Segens stehen. Denn wenn Gott uns naht, kommt er nicht mit leeren Händen. Es öffnen sich die Fenster des Himmels. Gott lässt unablässig Gutes auf uns herabkommen. - Es ist ein unverbrüchliches Gesetz: Nahst du dich zu Gott, so naht er sich zu dir. Mancher klagt, dass er so gar nichts spüre vom Nahesein Gottes. Nahe dich nur mit aufrichtigem Ernst zu ihm, so kann sich Gott dir nicht entziehen. Er ist dir bereits nahe, auch wenn du sein Nahesein nicht fühlst. - Ein jeder befindet sich entweder in der Bewegung zu Gott hin oder in der Flucht von Gott weg. In welcher Richtung bewegst du dich wohl? Ach, dass es heißen möchte: Näher, mein Gott, zu dir, näher zu dir!


Autor: Aiden Wilson Tozer (* 21.04.1897; † 12.05.1963) US-amerikanischer evangelischer Pastor und Autor (besser bekannt als A. W. Tozer)
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Die Wahrheit tun

Christen klagen und beten gewöhnlich über einer wunderbaren Wahrheit, um sich dann allerdings wieder von dieser Wahrheit abzuwenden, wenn es um die schwierige Aufgabe geht, sie in die Praxis umzusetzen! Ja, selbst die gewöhnliche Gemeinde fasst es nicht ins Auge, ihre Gemeindepraxis an den biblischen Vorgaben zu messen. Man toleriert gewöhnlich Dinge, die dem Willen Gottes völlig zuwiderlaufen, und wenn man das den Gemeindeleitern sagt, verteidigen sie die unbiblischen Praktiken mit einer Spitzfindigkeit, die den verbalen Ausweichmanövern antiker Philosophen gleicht.

Kann es sein, dass zwischen den Bereichen von Gefühl und Willen im Leben eines Menschen keine Verbindung mehr besteht? Wenn Christus direkt an unseren Willen appelliert, müssen wir dann nicht fragen, ob sich diese gespaltenen Seelen jemals wirklich dem Herrn ergeben haben? Oder ob sie wirklich innerlich erneuert worden sind? Mir scheint es, als wollten zu viele Christen die Erregung empfinden, sich als gerecht zu fühlen, aber nicht die Unannehmlichkeit auf sich nehmen zu wollen, auch gerecht zu sein! Jesus selbst hinterließ uns die Warnung: »Du hast den Namen, dass du lebst, und bist tot« (Offenbarung 3,1 b).