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Predigten zu Johannes 10,22

"Es war aber das Fest der Tempelweihe in Jerusalem; [und] es war Winter."

Autor: Hugh E. Alexanders (* 1884; † 1957) englischer Evangelist, der Anfang des 20. Jahrhunderts in der französischen Schweiz wirkte

«Winter» bedeutet Kälte und Dunkelheit, Tod, Sturm und Traurigkeit. Die Sonne ist verschleiert und die Natur scheinbar leblos. Jesus war da, und es war Winter! Er kam in diese Welt, um auch das kennenzulernen, in moralischer und geistlicher Hinsicht. Er, der das Ebenbild des Vaters ist und aus der Herrlichkeit des Himmels kommt, wo es nie Winter wird, Er kam und erduldete auch das für uns! Winter... die Eiseskälte der Verständnislosigkeit, die Zweifel, die verschlossenen Herzen Seiner Feinde. Winter... der religiöse Haß gegen Seine Person, der zu Seiner Verwerfung führte, der an jenem Dezembertag die Juden dazu verleitete, daß sie Steine aufhoben, um Ihn zu steinigen (Johannes 10,31).

Dieser Winter umgab Ihn Sein ganzes Leben lang und erreichte Seinen Höhepunkt in den drei Stunden unsagbaren Schreckens, als Er am Kreuz unsere Sünde sühnte. Aber dieser Winter endete mit Seiner Auferstehung und Seinem Einzug in die Herrlichkeit, von wo aus Er Seinen Heiligen Geist in unsere Herzen sendet, um alles Eis darin zu schmelzen und sie mit Leben, Licht und Freude, mit Frucht und Schönheit zu erfüllen.

Als Jesus, unser Herr, den «Winter» um unsertwillen und an unserer Stelle ertrug, verließ Er nie den Bergungsort der Gemeinschaft mit Seinem Vater. Er konnte sagen: «Der, welcher mich gesandt hat, ist mit mir; der Vater läßt mich nicht allein, denn ich tue allezeit, was ihm wohlgefällt » (Johannes 8,29). Er zog sich aus der Öffentlichkeit zurück und fand Sein «Heim» in Seinem himmlischen Vater.

Er konnte sagen: «Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern er wird das Licht des Lebens haben» (Johannes 8,12). Der Jünger, der diesem Meister nachfolgt, erlebt auch in gewissem Maß den «Winter» und seine Härte. Wenn er sich aber dem Willen seines Meisters fügt und Seine Schmach trägt, wird diese Gemeinschaft Seiner Leiden den Frühling des Himmels in sein Herz bringen, die Freude, die uns bereitet ist. Laßt uns deshalb «hinschauen auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens, der um der vor Ihm liegenden Freude willen das Kreuz erduldete und dabei die Schande für nichts achtete, und der sich zur Rechten des Thrones Gottes gesetzt hat» (Hebräer 12,2).