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Predigten zu Johannes 13,14

"Wenn nun ich, der Herr und der Lehrer, eure Füße gewaschen habe, so seid auch ihr schuldig, einander die Füße zu waschen."

Autor: Watchman Nee (* 04.11.1903; † 30.05.1972) chinesischer Prediger
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"So seid auch ihr schuldig, einander die Füße zu waschen."

Das Waschen, das hier gemeint ist, dient zur Erfrischung; es geht hier nicht um das Abwaschen der Sünde. Der Staub und Schmutz, der sich an unseren Füßen ansammelt, ist im Gegensatz zur Sünde etwas Unvermeidliches. Es wäre Sünde, sich im Staub zu wälzen, aber wenn anders wir mit der Erde in Berührung sein wollen, ist es selbstverständlich, dass unsere Füße staubig werden. Ein Bruder zum Beispiel, der den ganzen Tag in einem Büro arbeitet, kommt abends nach Hause und ist müde und verstimmt. Es fällt ihm schwer, sich wieder aufzufrischen durch die enge Gemeinschaft mit Christus, wie er sie in der stillen Zeit morgens gehabt hat. Irgend etwas hat sich um ihn gelegt wie eine trennende Schicht, und es gelingt ihm nicht, wieder in unmittelbare Verbindung mit Jesus zu treten.

Aber dann trifft er einen Freund, der ganz spontan den Herrn preist, und sofort spürt er eine Kraft, die ihn emporhebt. Es ist, als ob jemand ein Staubtuch genommen und einen Belag abgewischt hätte. Seine Füße sind wieder rein. "Einander die Füße waschen" heißt, dass man dem anderen alles wieder frisch werden lässt. Es kann sein, dass wir uns dieses Tuns gar nicht bewusst sind und es uns trotzdem zu einer selbstverständlichen Gewohnheit geworden ist, unsere Brüder in Christus so zu erfrischen. Und dies gehört zu unseren größten und wichtigsten Diensten.


Autor: Aiden Wilson Tozer (* 21.04.1897; † 12.05.1963) US-amerikanischer evangelischer Pastor und Autor (besser bekannt als A. W. Tozer)
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Was wir gerne ignorieren

Die Herrschaft Jesu ist unter Christen zwar nicht in Vergessenheit geraten, doch wir haben sie in unsere Gesangbücher verpackt, und sie kommt fast nur noch dann zum Ausdruck, wenn wir in erhebendem Gefühl davon singen. Doch die Vorstellung, dass Jesus Christus absolute und letztgültige Autorität hat über alle, die durch ihren Glauben zu Ihm gehören - und zwar bis in jede Einzelheit ihres Lebens - , wird schlicht und einfach von der breiten Mehrheit evangelikaler Christen ignoriert.

Um die Notwendigkeit zu umgehen, der klaren Anweisung, die unser Herr im Neuen Testament gibt, zu gehorchen oder nicht, nehmen wir Zuflucht zu einer liberalen Auslegung Seiner Gebote. Wir finden Mittel und Wege, dem Gehorsam, zu dem wir gerufen sind, die Spitze zu nehmen, machen es uns im fleischlichen Leben bequem - und nehmen so den Worten Christi ihre Wirkungskraft. Man bringt das dann so auf den Punkt: »Christus kann einfach nicht das gemeint haben, was Er sagte.« Wagen wir es, zuzugeben, dass wir Seine Worte nur theoretisch akzeptieren, nachdem sie durch eine »Interpretation« abgeschwächt worden sind? Wagen wir es, zu bekennen, dass selbst in unseren Gottesdiensten und Versammlungen der Einfluss unseres Herrn sehr gering ist? Wir singen von Ihm und predigen über Ihn - aber dass Er sich doch nur nicht einmische!