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Predigten zu Johannes 2,1

"Und am dritten Tage war eine Hochzeit zu Kana in Galiläa; und die Mutter Jesu war daselbst."

Autor: Ludwig Hofacker (* 15.04.1798; † 18.11.1828) deutscher evangelischer Pfarrer
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Da sehen wir den Heiland auf einer Hochzeit. Es gibt Leute, welche sich fast daran ärgern und denken: Was tut doch der Heiland auf einer Hochzeit? Schickte sich das auch für ihn? Es gibt aber wieder andere, die sich darüber freuen und sprechen: Da sieht man deutlich, daß die finstern Köpfe Unrecht haben, die sich ein Gewissen daraus machen, an allerhand Lustbarkeiten teilzunehmen; ein heiteres Christentum, sagen sie, das ist dem Heiland angenehm, keine Kopfhängerei. Antwort: Wenn der Heiland auf die Hochzeit zu Kana gegangen wäre, um sich dort zu belustigen, so hätten diejenigen recht, die sich an ihm ärgern; und die leichtsinnigen Weltlinge, die sich heitere Christen nennen, hätten auch recht, wenn sie sich auf ihn berufen. Aber hatte der Heiland diese Absicht? Das Evangelium belehrt uns eines ganz andern. Hier offenbarte er das erste Mal seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit voller Gnade und Wahrheit. Dies war seine Hauptabsicht. Es gibt Leute, welche meinen, auf eine Hochzeit tauge das Christentum nicht; wenn man sich auch allenthalben als Christ, als Nachfolger Jesu beweise, so sei es doch billig, bei einer Hochzeit, oder einer andern dergleichen Gelegenheit eine Ausnahme zu machen. Wenn sie deshalb etwas Unanständiges, Unchristliches, Sündliches an sich und andern bei solchen Gelegenheiten bemerken, so sind sie viel nachlässiger in ihrem Urteil als sonst. Da heißt es, man muß dies zur Hochzeit rechnen, das geht in die Kirchweih, das geht in den Herbst usw. Sie meinen, es gebe Zeiten und Umstände, wo es eher erlaubt sei, ein Narr oder ein Heide zu sein als zu andern Zeiten. Manche ziehen das Christentum noch enger zusammen und verlegen es bloß in die Kirche oder in eine andere christliche Versammlung; im Hause, beim Handwerke, hinter dem Pfluge, da brauche man das Christentum nicht: da sei man ein Hausvater oder eine Hausmutter, ein Handwerksmann, ein Bauer, aber kein Christ. Wer aber kein Christ ist hinter dem Pfluge, der ist auch keiner in der Kirche; denn das Christentum ist nicht ein Rock, den man nach Belieben ausund anziehen kann.

Du willst ja mit dem Sohn uns alles, alles schenken. Hast ihn am blutgen Kreuz zum Tode lassen kränken, damit wir nun an ihm als Reben allezeit fortwachsen kräftiglich bis zur Vollkommenheit.

So laß uns Herr in dir von Neuem sein geboren, daß wir zum ewgen Bild der Gottheit sein erkoren und sündigen nicht mehr! In Jesu Blute rein zeuch uns ihm stündlich nach, dann nimm uns selig ein.