10.798 biblische Andachten und Predigten von Spurgeon, MacArthur, MacDonald, Christlieb, Eichhorn, Hofacker, Zinzendorf, Luther ...

Predigten zu Jona 3,1

"Und das Wort des HERRN geschah zum zweiten Male zu Jona also:"

Autor: William MacDonald (* 07.01.1917; † 25.12.2007) US-amerikanischer Prediger der Brüdergemeinden
Zitate von William MacDonald anzeigen

"Und das Wort des Herrn geschah zum zweiten Mal zu Jona."

Hier haben wir eine Botschaft, die Hoffnung und Verheißung ausstrahlt. Wenn jemand versagt hat, ist das für Gott noch kein Grund, ihn jetzt einfach abzuschreiben.

Davids Vergehen werden mit schonungslosem Realismus berichtet. Wenn wir sie lesen, sitzen wir mit ihm im Staub und vergehen vor Scham. Aber David ließ sich auch vor dem Herrn zerbrechen und lernte, radikal Buße zu tun. Und Gott hatte mit ihm nicht abgeschlossen. Er vergab ihm und stellte ihn wieder her, um in seinem Leben erneut Frucht zu bringen.

Jona verweigerte sich Gottes Ruf zur Mission und endete schließlich im Bauch eines großen Fisches. In diesem lebenden Unterseeboot lernte er Gehorsam. Als Gott ihn zum zweiten Mal rief, ging er nach Ninive, predigte das unmittelbar bevorstehende Gericht, und erlebte, wie sich die ganze Stadt zu tiefer Buße kehrte.

Johannes Markus machte einen glänzenden Anfang mit Paulus und Barnabas, aber dann stieg er plötzlich aus und ging nach Hause. Gott aber ließ ihn nicht im Stich. Markus kehrte wieder in den Kampf zurück, erwarb sich wiederum das Vertrauen von Paulus, und wurde berufen, das Evangelium des nie versagenden Knechtes zu schreiben.

Petrus verleugnete den Herrn trotz seiner Beteuerungen unverbrüchlicher Treue. Menschen hätten ihn abgeschrieben und gesagt, dass der Vogel mit dem gebrochenen Flügel in Zukunft wohl nicht mehr so hoch fliegen würde. Doch Gott schrieb ihn nicht ab und Petrus flog höher als je zuvor. An Pfingsten öffnete er die Tür des Reiches Gottes für 3000 Menschen auf einmal. Er arbeitete unermüdlich und erlitt wiederholt Verfolgungen. Er schrieb die zwei Briefe, die seinen Namen tragen, und krönte schließlich ein herrliches Leben im Dienst für Gott mit dem Tod eines Märtyrers.

Was also den Dienst betrifft, so ist Gott der Gott der zweiten Chance. Er ist nicht fertig mit jemand, nur weil dieser versagt hat. Wenn immer Er ein zerschlagenes und zerbrochenes Herz vorfindet, beugt er sich hernieder, um das Haupt Seines gefallenen Kämpfers wieder aufzurichten.

Damit wollen wir jedoch keineswegs Sünde oder Versagen rechtfertigen. Die Zerknirschung und die Gewissensbisse, den Herrn enttäuscht zu haben, sollten Abschreckung genug sein. Ebensowenig heißt dies, dass Gott dem unbußfertigen Sünder eine zweite Chance nach diesem Leben gibt. Der Tod ist eine furchtbare Endgültigkeit. Für den Menschen, der in seiner Sünde stirbt, gilt der schreckliche Satz: "An dem Orte, wo der Baum fällt, da bleibt er liegen" (Prediger 11,3).


Autor: Frederick Brotherton Meyer (* 08.04.1847; † 28.03.1929) englischer Baptistenpastor

Es geschah das Wort des HErrn zum andern Mal zu Jona

Dieses soll uns nicht sicher machen; aber dennoch dürfen wir den darin enthaltenen süßen Trost zu Herzen nehmen. Gottes Wort mag auch zu uns geschehen „zum anderen Mal.“ Jona ging Ihm das erste Mal aus dem Wege; aber es wurde ihm eine zweite Gelegenheit geschenkt, seinen Gehorsam zu erproben. Ähnlich ging es auch Petrus; in der ersten großen Prüfung seiner apostolischen Laufbahn verfehlte er seines hohen Berufes; aber der HErr begegnete ihm wieder am Ufer des Sees Genezareth, und sein Wort geschah zu ihm zum anderen Mal.

Gott ist nicht darauf aus, unseren ersten Fehltritt zu beobachten, um uns dann aus seinem Dienste auszustoßen. Im Gegenteil, Er wartet voll Verlangen darauf, dass Er uns die Freude und Ehre gewähren könne, seine Mitarbeiter zu sein. „Er harret, dass Er dir gnädig sei.“ Darum, wenn wir in törichtem Wahne seine Befehle nicht ausführen wollen, und in entgegengesetzter Richtung Ihm entfliehen, holt Er uns nach bitteren Erfahrungen wieder zurück und spricht wieder: „Gehe hin nach Ninive mit der Botschaft, die ich dir auftrage.“

Wie oft Er solches tun wird, wage ich nicht zu sagen. Er vergibt unendlich oft, ja siebenzigmal siebenmal; aber wie oft Er eine heilige Botschaft aufs neue auftragen wird, das steht mir nicht zu, auszusprechen. Wie wunderbar ist es doch, dass uns Gott überhaupt gebrauchen will! In der Natur schon sehen wir, das dies sein Wille ist. Er ruft immer Menschen zur Mitarbeit herbei. Er hat die Kohlen in die Erde gelegt; aber der Mensch muss sie heraufholen. – Er hat die Blumen des Feldes geschaffen, aber der Mensch muss sie pflegen. So jammerte es Ihn der großen Stadt Ninive; aber Er beauftragt einen sündigen Menschen, ihr sein Wort zu bringen.