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Predigten zu Josua 14,10

"Und nun siehe, Jehova hat mich am Leben erhalten, so wie er geredet hat, diese 45 Jahre, seitdem Jehova dieses Wort zu Mose geredet hat, als Israel in der Wüste umherwanderte; und nun siehe, ich bin heute 85 Jahre alt."

Autor: Jakob Kroeker (* 1872; † 12.12.1948) wichtigster Vertreter des freikirchlichen russländischen Protestantismus
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"Und nun siehe, der Herr hat mich leben lassen, wie Er geredet hat. Und es sind nunmehr fünfundvierzig Jahre, dass der Herr solches zu Moses sagte, als Israel in der Wüste wandelte. Und nun siehe, ich bin heute fünfundachtzig Jahre alt; und ich bin noch heute so stark, wie ich war an dem Tage, als mich Mose aussandte; wie meine Kraft damals war, also ist sie auch jetzt, zu streiten und aus- und einzuziehen." Jos. 14,10 f

Es gibt ein Leben, das nicht altert. Dies ist jenes Leben, von dem der Psalmist spricht: "Der Gerechte des Herrn wird grünen wie ein Palmbaum, er wird wachsen wie eine Zeder auf dem Libanon. Die gepflanzt sind im Haus des Herrn werden grünen in den Vorhöfen unseres Gottes. Noch im Alter tragen sie Frucht, so saftig und grün sind sie, dass sie künden, wie gerecht der Herr ist, mein Hort, und dass kein Unrecht an Ihm ist." 1)

Leben, aus der Ewigkeit geboren und von der Ewigkeit genährt, trägt auch Ewigkeitscharakter. Es ist nicht dem Gesetz der Vergänglichkeit unterworfen. Obgleich auch der äußere Mensch mehr und mehr zerfällt, so wird doch der innere von Tag zu Tag durch Gottes Kraft erneuert 2). Denn das Leben, das aus der Gemeinschaft mit Gott fließt, verfällt nicht. Ist auch die äußere Hülle eines solchen Lebens den Gesetzen der Vergänglichkeit unterworfen, das innere, in der Ewigkeit gewurzelte Leben unterliegt denselben nicht. Naht selbst auch der Tod für die physischen Kräfte, so bedeutet das für solch ein Leben nicht die Auflösung der eigentlichen Persönlichkeit. Es ist nur der Abbruch der vergänglichen Zeltwohnung. Das Leben legt das Vergängliche ab, um mit Unvergänglichem überkleidet zu werden 3). Die Persönlichkeit wechselt nur die Stofflichkeit ihrer Leiblichkeit. Denn Macht hat der Tod nur noch über das, was der alten Schöpfung angehört, nicht aber über das innere Leben, das wesentlich mit dem Leben aus Gott verbunden ist.

In der Regel kommt ein solches Leben auch nie ohne Dienst. Es wirkt, weil Gott wirkt und hat Dienstgelegenheit, weil so vieles in der Schöpfung Gottes auf den Dienst der Gerechten wartet. Es ist durch den Kampf des Lebens nicht in seiner inneren Kraft und in seinem Mut gebrochen worden. Wie ein Kaleb bewährte es sich und blieb ungeschwächt für weitere Kämpfe und Aufgaben des Lebens.

In welch anschaulicher Weise wird uns das am Lebensbild eines Kaleb bezeugt. Obgleich fünfundachtzig Jahre alt, so steht der im Dienst und im Kampfe Ergraute dennoch in ungebrochener, bewährter Kraft da und bittet Josua um sein Erbteil, das der Herr ihm durch Mose versprochen hatte. Dem Glauben Kalebs genügte das bereits Erreichte und Empfangene nicht. Er wollte Erbe der vollen Verheißung Gottes werden, die ihm geworden war.

1) Ps. 92,13-16. 2) 2.Kor. 4,16. 3) 2.Kor. 5,1.2.