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Predigten zu Kolosser 1,10

"um würdig des Herrn zu wandeln zu allem Wohlgefallen, in jedem guten Werke fruchtbringend, und wachsend durch die Erkenntnis Gottes,"

Autor: John F. MacArthur (* 19.06.1939) US-amerikanischer Pastor, Prediger, Theologe und Autor
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"... um des Herrn würdig zu wandeln zu allem Wohlgefallen."

Dein Lebenswandel sollte mit dem Wandel Christi übereinstimmen.

In Kolosser 1,9 spricht Paulus von der Kontrolle durch den Willen Gottes. In Vers 10 spricht er von einem des Herrn würdigen Wandel. Zwischen beiden Versen besteht eine direkte Beziehung von Ursache und Wirkung. Wenn du von der Erkenntnis des göttlichen Willens beherrscht bist, wandelst du "würdig des Herrn".

Das Wort "wandeln" ist im Neuen Testament immer die Umschreibung für den Lebensstil eines Menschen oder einer Gruppe. So sagt Paulus den Thessalonichern, sie sollten "des Gottes würdig wandeln, der euch zu seinem Reich und zu seiner Herrlichkeit beruft" (1. Thess. 2,12).

Der Gedanke, des Herrn würdig zu sein, mag ein wenig Verwunderung erzeugen, weil wir gewöhnlich Würdigkeit mit Auszeichnungen oder irgendwelchen Verdiensten in Zusammenhang bringen. Das will Paulus natürlich überhaupt nicht sagen. Das griechische Wort für "würdig" in Kolosser 1,10 spricht von etwas Gleichgewichtigem, von etwas, das den selben Wert hat wie etwas anderes. Paulus sagt nicht, wir hätten Christus verdient, sondern unser Verhalten sollte mit dem Seinen übereinstimmen.

Das will auch Petrus in 1. Petrus 2,21 sagen: "Denn hierzu seid ihr berufen worden; denn auch Christus hat für euch gelitten und euch ein Beispiel hinterlassen, damit ihr seinen Fußspuren nachfolgt." Johannes fügt hinzu: "Wer da sagt, dass er in ihm bleibe, ist schuldig, selbst so zu wandeln, wie er gewandelt ist" (1. Joh. 2,6) und erklärt dann noch: "Dies ist die Liebe, dass wir nach seinen Geboten wandeln" (2. Joh. 6). Auf diese Weise also zeigen wir unsere Liebe zu Christus (Joh. 14,15) und gefallen wir Ihm in jeder Beziehung wohl.

Ein Wort zur Ermutigung: Ein "würdiger Wandel" ist kein Leben in perfekter Sündlosigkeit. Das wird erst erreicht sein, wenn wir ganz verherrlicht sind. Aber jeden Tag wächst du in der Gottesfurcht, weil der Heilige Geist Sein verwandelndes Werk in dir tut (2. Kor. 3,18). Halte dich treu zu diesem Prozess. Habe deine Freude an Christus, achte auf Sein Wort und freue dich des Vorrechts, Ihm heute ähnlicher zu werden.


Autor: John F. MacArthur (* 19.06.1939) US-amerikanischer Pastor, Prediger, Theologe und Autor
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"... fruchtbringend in jedem guten Werk und wachsend durch die Erkenntnis Gottes"

Die Menge deiner Frucht hängt direkt von deiner Erkenntnis der göttlichen Wahrheit ab.

Jeder Bauer, der eine reiche Ernte einfährt, tut das nur, wenn er sich eifrig darum gemüht hat. Er muss pflügen, den Samen ausstreuen und dann die Pflanzen bis zur Reife pflegen. Jeder Schritt erfordert Nachdenken, Disziplin und Ordnung.

Genauso ist das geistliche Fruchttragen kein gedankenloser und willkürlicher Vorgang. Es erfordert ein eifriges Suchen nach der Erkenntnis des göttlichen Willens, den Er in Seinem Wort offenbart hat. Darum geht es im Gebet des Paulus in Vers 9 und das wiederholt er hier in Vers 10.

Der Ausdruck "wachsend durch die Erkenntnis Gottes" (Vers 10) kann auch mit "wachsend in der Erkenntnis Gottes" übersetzt werden. Beides ist richtig. Die erste Übersetzung betont die Rolle, die die Erkenntnis bei deinem geistlichen Wachstum spielt, während die zweite auf die Notwendigkeit des erkenntnismässigen Wachstums hinweist.

Wenn deine Erkenntnis des göttlichen Wortes zunimmt, erneuert der Heilige Geist dein Herz und verwandelt dein Denken. Wenn du die Herrlichkeit des Herrn anstaunst, wie sie in der Schrift offenbart ist, wirst du "verwandelt in dasselbe Bild von Herrlichkeit zu Herrlichkeit" (2. Kor. 3,18). Du hast den "neuen Menschen" angezogen, "der erneuert wird zur Erkenntnis nach dem Bilde dessen, der ihn erschaffen hat" (Kol. 3,10).

Einer der Tricks des Teufels, um geistliche Produktivität zu verzögern, besteht darin, den Kopf mit humanistischer Philosophie und anderem bankrottem Ersatz zu beschäftigen. Darum brachte er falsche Lehrer nach Kolossä, die erzählten, die Erkenntnis des göttlichen Willens reiche nicht aus für wahre Spiritualität. Paulus weist diese Vorstellung zurück, indem er befestigt, dass in Christus "die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig wohnt" (Kol. 2,9). Er ist es, in dem "alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis verborgen sind" (Kol. 2,3). Er ist alles, was du nötig hast!

Die Schrift fordert dich auf, in der Gnade und Erkenntnis des Herrn Jesus Christus zu wachsen (2. Petr. 3,18). Kennzeichnet das dein Leben? Sehnst du dich nach einer reichlichen geistlichen Ernte?


Autor: John F. MacArthur (* 19.06.1939) US-amerikanischer Pastor, Prediger, Theologe und Autor
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ARTEN GEISTLICHER FRUCHT

Welche Art von Frucht verherrlicht Gott? „Erfüllt mit der Frucht der Gerechtigkeit, die durch Jesus Christus gewirkt wird, zur Herrlichkeit und zum Lobpreis Gottes“ (Phil 1,11).

Gerechtigkeit, d.h. gerecht zu leben, ist die Frucht, die Gott sich in deinem Leben wünscht. Wenn wir das Richtige tun, verherrlichen wir Gott; wenn wir das Falsche tun, verunehren wir ihn. Frucht ist gleichbedeutend mit Gerechtigkeit.

Geistliche Frucht kann in zwei Kategorien unterteilt werden: 1) Tatfrüchte, die da sind – geben, andere zu Christus führen und Gott danken; und 2) Früchte, die mit unserer Einstellung zu tun haben. In Galater 5,22-23 werden sie beschrieben als: „Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Enthaltsamkeit.“

Wie gewinnst du die richtige Einstellung? In Vers 25 lesen wir: „Wenn wir durch den Geist leben, so lasst uns durch den Geist wandeln!“ In dem Maße, wie du dem Heiligen Geist erlaubst, dein Leben zu kontrollieren, wird er es auch durchdringen und echte Früchte hervorbringen.


Autor: Aiden Wilson Tozer (* 21.04.1897; † 12.05.1963) US-amerikanischer evangelischer Pastor und Autor (besser bekannt als A. W. Tozer)
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Unser Herr fordert immer noch die Normen des Neuen Testaments

Nicht das bloße Wort allein, sondern der Charakter des Zeugen bestimmt die Qualität der zum Glauben Bekehrten. Eine Gemeinde kann nicht mehr tun, als sich selbst weiter fortpflanzen. Ein Holzapfel wird kein Grafensteiner, wenn man ihn von einem Land in ein anderes bringt. Gott hat tief in alles Lebendige ein Gesetz gelegt: Alles bringt Frucht »nach seiner Art«. Eigentlich erscheint es logisch, dass sich eine überdurchschnittlich kraftlose Gemeinde nicht für missionarische Aktivitäten begeistert. Aber immer wieder sprechen die Fakten gegen diese Theorie. Christliche Gruppen, die seit Langem jegliches moralische Feuer vermissen lassen, wachsen nicht nur in der Heimat weiter, sondern vervielfältigen sich auch im Ausland. Auch bei den vom evangelikalen Flügel der Christenheit getragenen missionarischen Aktivitäten ist viel Schwachheit festzustellen. Diese Schwachheit entspringt der naiven Annahme, wir hätten nur den letzten Stamm mit unserer Mixtur an christlichen Wahrheiten zu erreichen und die Welt sei dann evangelisiert! Eine solche Vorstellung dürfen wir uns nicht erlauben. Das evangelikale Christentum liegt heute tragischerweise unter der neutestamentlichen Norm. Weltförmigkeit gehört einfach zu unserem Leben. Unser religiöses Gefühl gilt dem Sozialen anstatt dem Geistlichen. Wir haben die Kunst der Anbetung verlernt. Wir bringen keine Heiligen mehr hervor. Wir arbeiten im christlichen Bereich mit den Methoden moderner Verkaufs-Psychologen. Unsere Literatur ist seicht, und unsere Lieder grenzen ans Blasphemische. Und kaum einer trägt Leid darüber!


Autor: Hugh E. Alexanders (* 1884; † 1957) englischer Evangelist, der Anfang des 20. Jahrhunderts in der französischen Schweiz wirkte

Diese beiden Abschnitte in unserem Text hängen voneinander ab. Das erlebt jeder Christ, der sich Gott geweiht hat und Sein Wort in der Welt ausbreiten will. Ob wir Frucht bringen, hängt von unserem Wachsen in der Erkenntnis Gottes ab. In der Pflanzenwelt ist die Vervielfältigung durch Samen ein allgemeines Gesetz; das göttliche Gesetz für die geistliche Welt ist dasselbe.

Wie wenige Christen haben das wirklich erkannt! Gott hatte bei ihrer Rettung die Frucht im Auge, die sie unter anderen Menschen für Ihn bringen sollten, und zwar auf ganz einfache, natürliche Weise. Wie viele Bäume haben jedoch nur Blätter! Wie viele Zweige tragen keine Frucht! Der göttlichen Regel nach sollten wir «in jedem guten Werk fruchtbar» sein. Dazu sind wir berufen, dazu bin ich berufen. Wie kommen wir aber dahin? Durch «Wachsen in der Erkenntnis Gottes!» Wenn es keine Frucht gibt, dann kommt es daher, daß unsere Gemeinschaft mit Gott unterbrochen ist und wir keine Fortschritte machen in der Erkenntnis Seines Wortes.

Gott ist das Leben selbst, die unerschöpfliche Quelle allen geistlichen Lebens. Seine Erkenntnis bewirkt bei uns fast wie von selbst, daß wir Frucht bringen; nicht durch fieberhafte Anstrengungen, sondern durch einfache Unterwerfung unter das göttliche Gesetz: die am Weinstock bleibende Rebe bringt geräuschlos Frucht (Johannes 15,1-5). Und diese Frucht besteht «in jedem guten Werk». Unsere berufliche Arbeit, unser tägliches Zeugnis und unser Gebetsleben sollen immer mehr Früchte tragen; deshalb laßt uns wachsen in der Erkenntnis Gottes! Das sollte geradezu der Grundsatz unseres Lebens werden. Das Ergebnis ist gewiß: wer Frucht gebracht hat, wird noch mehr Frucht bringen! «Dadurch wird mein Vater verherrlicht, daß ihr viel Frucht bringt und meine Jünger werdet», sagt der Herr. «Gleichwie mich der Vater liebt, so liebe ich euch. Bleibt in meiner Liebe!» (Johannes 15,8-9). Laßt uns wachsen in der Erkenntnis Gottes, der diese Liebe ist, dann werden sich die Früchte zeigen!


Autor: Hugh E. Alexanders (* 1884; † 1957) englischer Evangelist, der Anfang des 20. Jahrhunderts in der französischen Schweiz wirkte

Dieses Gebet des Apostels für die Kolosser umfaßt einen vollständigen Plan für das Leben der Christen, die ihrem Herrn wohlgefallen und ihre Berufung völlig verwirklichen möchten. Der Apostel spricht mit einfachen, kurzen Worten von diesem Plan: «in jedem guten Werk fruchtbar». Ein Baum bringt Frucht hervor, weil der Schöpfer Sein Gesetz des Lebens und der Vermehrung gegeben hat, und der Apostel benützt dieses Bild, um zu zeigen, daß dieses göttliche Gesetz auf geistlichem Gebiet eine Entsprechung im Leben jedes Christen hat. Das Gebet des Apostels enthält auch eine ernste Mahnung, weil fehlende Frucht der Beweis dafür ist, daß etwas nicht stimmt. Daran ist nicht der Saft schuld, sondern der Baum. Wenn unser Leben keine Frucht bringt, so ist das unnatürlich.

Außerdem offenbart uns Paulus hier unser großes Vorrecht. Der Glaubende ist dazu bestimmt, mit der Erkenntnis Gottes erfüllt zu werden, in erster Linie mit der Erkenntnis des Willens Gottes (Kolosser 1,9). Ist es nicht herrlich, daß wir, Seine schwachen Kinder, berufen sind, Ihn zu erkennen und zu wissen, was Sein Wille ist, um ihn dann in unserem Leben zu verwirklichen? Welch ein Ansporn für uns!

Beachte den Zusammenhang der Gedankengänge: die Frucht, die wir nach dem Willen des Herrn bringen sollen, ist eine Folge unserer Erkenntnis Gottes. Viele Christen begreifen das nicht, sondern begnügen sich mit einer Tätigkeit, der sie sich ganz widmen, ohne aber Gott wirklich zu kennen. Unsere innige Gemeinschaft mit dem himmlischen Vater ist der Lebenssaft, das Licht und die frische Luft, die der Baum unseres Dienstes zum Wachsen braucht.

Nur wenn wir in fruchtbarem Boden, dem Boden des Wortes Gottes, Wurzeln schlagen, werden wir so ernährt, daß wir anderen helfen und Nahrung geben können. Laßt uns wie jener Baum sein, «gepflanzt an Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht» (Psalm 1,3). Auf allen unseren Lebenswegen, in allen Umständen unserer täglichen Arbeit laßt uns «in jedem guten Werk fruchtbar» sein!