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Predigten zu Markus 11,22

"Und Jesus antwortet und spricht zu ihnen: Habet Glauben an Gott."

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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"Habt Glauben an Gott."

Glaube ist der Fuß, mit welchem die Seele auf der Straße der Gebote einherschreitet. Die Liebe kann die Füße zum raschern Gang antreiben; der Glaube aber ist der Fuß, der die Seele trägt. Der Glaube ist das Öl, durch welches die Räder heiliger Andacht und ernster Frömmigkeit leichter im Gang erhalten werden; und ohne Glauben stürzen die Räder vom Wagen, und wir schleppen schwer am Geschirr. Durch den Glauben vermag ich alles; aber ohne Glauben habe ich weder Lust noch Kraft, irgend etwas im Dienste des Herrn auszurichten. Willst du den Menschen finden, der Gott am besten dient, so musst du nach dem Menschen schauen, der den meisten Glauben hat. Ein kleiner Glaube macht den Menschen auch selig; aber ein kleiner Glaube kann für Gott nichts Großes ausrichten. Der gute Meister Kleinglaube hätte den "Apollyon" nicht überwunden; das musste "Christ" unternehmen. Der gute Kleinglaube hätte den "Riesen Verzweiflung" nicht zu töten vermocht; es erforderte den Arm eines "Mut-Herz", um dies Ungeheuer niederzukämpfen. Ein kleiner Glaube kommt ohne allen Zweifel auch in den Himmel, aber er muss sich oft in eine Nussschale flüchten und verliert oft fast allen seinen Schmuck. Meister Kleinglaube spricht: "Es ist ein rauher Pfad, voll stachlichter Dornen und voller Gefahren; ich fürchte mich, ihn unter die Füße zu nehmen"; aber der Held Starkglaube erinnert an die Verheißung: "Eisen und Erz sei an deinen Schuhen; dein Alter sei wie deine Jugend"; und so wagt er's kühn. Der Kleinglaube steht verzweifelnd da und vermengt seine Tränen mit der Flut; aber der starke Glaube singt: "So du durchs Wasser gehst, will ich bei dir sein, dass dich die Ströme nicht sollen ersäufen;" und schreitet sogleich durch die Wogen der Tiefe. Willst du fröhlich und selig sein? Willst du dich freuen über deine Frömmigkeit? Willst du eine Gottesfurcht voller Liebe und Wonne, und nicht eine solche, die im düsteren Grau des Grams einhergeht: dann "habe Glauben an Gott." Liebst du das Dunkel, und gefällst du dir im Jammer und Elend, dann begnüge dich mit einem kleinen Glauben; liebst du aber den Sonnenschein, und möchtest du gern Lieder der Freude anstimmen, dann pflege eifrig diese beste aller Gaben: "Starken Glauben." "Glaube ist allmächtig, Wirket Gottes-Kräfte, Lob und Preis ist sein Geschäfte."


Autor: Hugh E. Alexanders (* 1884; † 1957) englischer Evangelist, der Anfang des 20. Jahrhunderts in der französischen Schweiz wirkte

Der Glauben ist keine menschliche Fähigkeit, sondern eine Gabe Gottes. Man kann ihn nicht erwerben; er kommt von oben. Man kann ihn nicht machen; er kommt aus der Verkündigung (oder dem Gehörten) und die Verkündigung durch Gottes Wort (Römer 10,17). Unser Herr sprach die Worte unseres Textes, als Er den Feigenbaum zum Verdorren gebracht hatte und die geistliche, prophetische Bedeutung dieses Wunders erklärte. Er lehrte die Seinen den Glauben an Gott und seine Folgen. Der Glaube ist kein passives, sondern ein aktives Element. Er läßt sich nicht überwältigen, er muß überströmen. Er läßt sich weder anhalten noch unterdrücken, weder lähmen noch einschüchtern, sondern geht immer vorwärts, gebietet und behauptet sich.

Wer die Zeiten versteht, in denen wir leben, weiß, daß er diesen Glauben braucht. Ohne ihn kommen wir heute nicht weit. Der Glaube, den man von Natur haben kann, erliegt den zunehmenden Gefahren und dem geheimen oder offenen Widerstand des Geistes der gegenwärtigen Weltzeit. Aber der Glaube an Gott handelt; er findet sich nie mit einem Mißerfolg ab, sondern erstarkt unter den widerwärtigsten Umständen. Wenn er im Herzen des Gläubigen wohnt, wird er gerade durch Schwierigkeiten neu angefacht.

Der Glaubensweg erlebt immer Gegnerschaft. Die Urgemeinde ist ein Beweis dafür. Zur Zeit der ersten Verfolgung gegen die Jünger wurde ganz Jerusalem durch die Geistlichkeit gegen sie aufgestachelt. Aber die Gemeinde blieb stark im Glauben an Gott; sie war vom Geist ihres Hauptes durchdrungen und überwand alle Hindernisse, die sich ihr entgegenstellten. Der Widerstand und die Gegnerschaft gegen sie wurden das Mittel zu ihrer Ausbreitung im ganzen Nahen Osten (Apostelgeschichte 8,1.4; 11,19-21). Ihr Glaube hatte «den Berg ins Meer versetzt ». Widerstand und Gegnerschaft sind wie Flügel, die den Jüngern des verworfenen Meisters gegeben werden!

Auch wenn alle menschliche Hoffnung erlischt, laßt uns dennoch vorwärtsgehen in der Freude und dem Frieden des Glaubens, der sieht, daß der Feigenbaum vor ihm verdorrt und der Berg sich ins Meer wirft!


Autor: Frederick Brotherton Meyer (* 08.04.1847; † 28.03.1929) englischer Baptistenpastor

Habt Glauben an Gott

So lange ich lebe, werde ich mich dieser Worte erinnern, in Verbindung mit meiner ersten Begegnung mit Hudson Taylor, dem auf dem chinesischen Missionsgebiete bekannten Glaubensmann. Er sollte damals für mich predigen, und nahm für seine Ansprache den obigen Text. Er sagte, er haben diesen stets so gedeutet, dass er mehr von Gottes Treue gegen uns, als von unserem Vertrauen zu Ihm handle; so dass man ihn auch also verstehen könnte: verlasset euch auf Gottes Treue.

1. Da kommt es zuerst darauf an, dass wir auf Gottes Wegen sind

Es gibt einen für uns bestimmten Pfad und da finden wir alles vorbereitet, dessen wir bedürfen; wenn wir aber diese Vorräte uns aneignen wollen, müssen wir eben diesen Pfad verfolgen. Den ganzen Weg entlang, den unser Vater für uns vorgezeichnet hat, bis zur Heimat, hat Er Vorratskammern errichtet; wenn wir aber das genießen wollen, was Er uns vorgesehen hat, so müssen wir unsere eigenen Wünsche seinem Reiseplan unterordnen.

2. Wir müssen Ihn um seine Gaben bitten

Obwohl Er weiß, was wir nötig haben, so erwartet Er doch unsere bescheidene Bitte, wodurch wir beständig an unsere völlige Abhängigkeit von Ihm erinnert werden. Zuweilen scheint Er zu zögern, um unseren Glauben und unsere Bitte noch brünstiger zu machen; aber Er wird uns niemals ganz im Stich lassen.

3. Wir müssen seiner würdig wandeln

Gott beweist seine Kraft nur an denen, deren Herz völlig mit Ihm ist. Durch seine Gnade, die uns dazu fähig macht, müssen mir den alten Menschen und sein Wesen ablegen, und erneuert werden im Geist unsers Gemüts. Lasset uns Ihm vertrauen bis aufs Äußerste; wir werden Ihn treu befinden. Er wird uns niemals in verantwortungsvolle und gefährliche Lagen versetzen, um uns dann unserem Schicksal zu überlassen.