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Predigten zu Markus 14,6

"Jesus aber sprach: Lasset sie; was machet ihr ihr Mühe? sie hat ein gutes Werk an mir getan;"

Autor: Hugh E. Alexanders (* 1884; † 1957) englischer Evangelist, der Anfang des 20. Jahrhunderts in der französischen Schweiz wirkte

Die vier Evangelien berichten von Marias Liebestat an ihrem Meister und von der Kritik, die Judas und einige andere Jünger an ihr übten. Aber der Herr Jesus spricht Sein Urteil über Marias Tat aus und fügt hinzu, daß sie in der ganzen Welt erzählt werden wird. Marias Handlungsweise, die von vielen verachtet und kritisiert wurde, deren wahren Wert Gott aber kannte, wird in alle Ewigkeit gesegnete Auswirkungen haben.

«Sie hat ein gutes Werk an mir getan.» Der Herr kennt die Herzen. Er sieht alles, das Sichtbare und das Verborgene. Diese von Ihm gesprochenen Worte sind also von unschätzbarem Wert. Es war am Abend vor dem Verrat und der Kreuzigung. Die größte Liebestat Gottes und der gemeinste Verrat der Menschen fanden zu gleicher Zeit statt. Maria hatte ein geistliches Empfinden für das, was vor sich ging. Von Liebe zu ihrem Meister getrieben, zerbrach sie ihr kostbares, alabasternes Gefäß und goß die Salbe auf Sein Haupt. Warum hatte diese Tat solch großen Wert gerade vor dem Opfer und den Leiden des Herrn? Wir antworten mit einer Gegenfrage: Wie hätte Maria das, was ihr gehörte, für sich behalten können, da ihr Herr Jesus verraten, verleugnet und gekreuzigt werden sollte?

Wir wollen uns vergewissern, daß wir auf diesem Niveau stehen und in allen Lebensumständen als Jünger eines verworfenen Meisters handeln. Wir wollen Ihm unser kostbares, alabasternes Gefäß übergeben! Der Herr fügte es so, daß der Bericht über die Tat dieser wenig bekannten Frau als letzter vor der Schilderung Seines Opfertodes in den Evangelien steht. Er setzte gewissermaßen Sein Siegel darunter und verfügte, daß er in der ganzen Welt gelesen werden sollte.

Du unbekannter Jünger, der du deinen Meister über alles liebst und Ihm mit dem Wenigen, was dir zur Verfügung steht, deine Liebe beweisen möchtest – dieser Bericht über Marias Tat wurde zu deiner Ermutigung geschrieben. Deine Hingabe, die von vielen gering geachtet wird, hat für Ihn einen großen Wert. Deine trotz Müdigkeit und Erschöpfung standhafte Treue ist kostbar in Seinen Augen. Deine verborgenen, aber aus Liebe zu Ihm verrichteten Dienste hat Er gesehen und angenommen. Dadurch wird dein Leben zu einem angenehmen Geruch für den Herrn. Wir wollen uns die Lehre aus dieser Geschichte zu Herzen nehmen und vor allen Dingen in die Tat umsetzen!


Autor: Elias Schrenk (* 19.09.1831; † 21.10.1913) deutscher Theologe und Erweckungsprediger des Pietismus

Lasst sie mit Frieden; was bekümmert ihr sie?

Die Welt ist kalt, sehr kalt; es fehlt ihr die Liebe, die aus Gottes Vaterherzen und aus Jesu Hohepriesterherzen stammt. Wohnt Jesu Liebe in einem Menschenherzen, so fällt sie auf andere Herzen wie Morgentau. Da kommt dann der Nordwind der Selbstsucht, um den Tau in Eis zu verwandeln. Alle Selbstsucht ist kalt; aber die kälteste Art derselben ist der Geiz. Das lernen wir in Bethanien. Die innige, liebende Maria salbt den Heiland zu seinem Begräbnis; im Duft des köstlichen Nardenwassers steigt der Duft heiliger Liebe empor, die den Heiland erquickt. Judas der Habsüchtige hatte das Gefühl, er könne sein Diebshandwerk in der Nähe des Herrn nicht mehr lange fortsetzen, und ärgert sich an der kostbaren Weise der Liebe der Maria, er findet sie unzweckmäßig, verschwenderisch. Der liebeleere, kalte, berechnende Mann hätte das Nardenfläschchen gerne in seiner Hand gehabt, und um seine eigene Habsucht zu verdecken, spielt er den Armenfreund. Dieser Schein der Barmherzigkeit besticht auch einige andere Jünger des Herrn und sie murren über Maria. Da nimmt der Heiland seine treue Jüngerin in Schutz, deren Herz bekümmert war durch die kalte Art dieser murrenden Jünger. Es schmerzte sie, solchen Geist sehen zu müssen in dem Kreis, der am meisten von Jesu Liebe genossen hatte. Noch mehr aber schmerzte es den Heiland, wenn es sichtbar wurde, wie der Geiz jedes edlere Gefühl im Herzen des Judas vernichtet hatte, und wie der Gifthauch, der von ihm ausging, ansteckend wirkte auch auf andere Jünger. Dieser Gegensatz von Selbstsucht und Liebe im Jüngerkreis konnte nicht mehr lange bestehen, die Stunde kam, da Satan Besitz nahm vom geizigen Herzen des Judas. Noch ist er nicht ausgestorben, der Gegensatz der kalten Habsucht und der Liebe zu Jesu; er bildet den großen Kampf der Geister unserer Tage. Wer eintreten will in diesen heiligen Kampf, muss trinken aus dem Strom der Liebe Jesu. Dieser Liebe gehört der Sieg.

Heilige Liebe! Ertöte alles in mir, was Selbstsucht heißt und bewahre mich vor dem Gifthauch der argen kalten Welt. Amen


Autor: Frederick Brotherton Meyer (* 08.04.1847; † 28.03.1929) englischer Baptistenpastor

Jesus sprach: „Lasset sie mit Frieden

Wer Jesum lieb hat, wird oftmals missverstanden. Solche, die nur nach dem Maßstab des äußeren Nutzens urteilen, können den Wert ihrer Handlungen nicht richtig schätzen. Aber wenn die Stimmen der Kritik und der Eifersucht am lautesten ertönen, dann tritt Jesus ein für die zitternde, geängstete Seele; Er umgibt sie mit dem Schild seiner Liebe und spricht: „Lasset sie mit Frieden!“ Also entgegnet Er noch heute:

1. Dem Satan

Unser Widersacher ist immer auf der Lauer, uns zu versuchen oder zu bekämpfen. Wie Judas über Maria zu Gericht saß, so scheint es oft, als ob der Feind einen Strom kalter Beurteilung ausgösse über alles, was wir sagen oder tun; oder aber er begegnet uns bei jedem Schritt, mit bösen Eingebungen. Allein Jesus beobachtet ihn, und Er wird nicht zulassen, dass wir über Vermögen versucht werden. Nein, wenn Leib und Seele verzagen, dann wird Er ins Mittel treten und sprechen: „Lasset ihn oder sie mit Frieden.“

2. Dem Schmerz

Wir müssen durchs Feuer gehen und des Steinschleifers Rad über uns ergehen lassen; wir müssen trinken aus dem Kelch unsers HErrn und mit seiner Taufe getauft werden, wir müssen unser Kreuz Ihm nachtragen. Aber Er ist uns immer nahe, und wenn wir in unserer Schwachheit, am Ende unserer Tragkraft angekommen sind, da greift Er ein mit seinem Machtwort: „Haltet ein, es ist genug!“

3. Menschlicher Lieblosigkeit

Manche müssen am meisten leiden durch ihre Mitmenschen; ihre Feinde sind ihre eigenen Hausgenossen; ihr Bruder Kain hasst sie. Bei den besten Gedanken missverstanden und beargwöhnt zu werden; den guten Namen bedroht zu sehen, verstoßen zu werden – das ist alles sehr schwer. Aber Gott hat einen Zaun gezogen um seine Kinder, der nicht durchbrochen werden darf. Er gestatte es denn. Darunter muss sich sogar Satan beugen.