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Predigten zu Markus 2,22

"Auch tut niemand neuen Wein in alte Schläuche; sonst zerreißt der Wein die Schläuche, und der Wein wird verschüttet, und die Schläuche verderben; sondern neuen Wein muß man in neue Schläuche tun."

Autor: Frederick Brotherton Meyer (* 08.04.1847; † 28.03.1929) englischer Baptistenpastor

Neuen Wein in neue Schläuche

Olieber HErr, du hast vom Bräutigam gesprochen und von seinem Kommen zum Feste. Du erinnerst uns dadurch an jenen längst bekannten Vergleich, dass deine Liebe besser sei denn Wein, und an deine erste Wundertat zu Kanaa in Galiläa. Wir haben keine Liebe dir anzubieten, aber ach, erfülle du mit deiner Liebe unsere Herzen, die sich darnach sehnen. Lass uns nicht nur uns erinnern deiner einstigen Liebe, sondern die lebendige Erfahrung davon stets auf's neue machen. Uns verlangt nach dem neuen Weine deiner Liebe, dass sie unsere Herzen überströme, wie die Flut den goldnen Sand des Meeresufers, wodurch dieser befreit wird von allem angesammelten Unrat.

Allein der Meister spricht: „Kinder, wenn eure Bitte gewährt wird, so mag es sein, dass der neue Wein sich nicht in die alten Schranken fügt; er wird neue Behälter begehren, wie sie für ihn passen. Wenn andere fasten, werdet ihr feiern; wenn andere fröhlich sind, werdet ihr traurig sein. Man wird euch für eigentümlich und überspannt halten; es wird viel an euch getadelt und kritisiert werden. Ihr werdet vielleicht sogar von euern kirchlichen und gesellschaftlichen Kreisen ausgestoßen werden.“

Darauf können wir nur eins antworten: „Überlasse uns nur nicht uns selbst. Bewahre uns vor den Eingebungen und Zuflüsterungen unsers ungezügelten Eigenwillens; schaffe du uns auch die neuen Schläuche. Zeige uns, wie du uns haben willst; und lass die Form, in der unsers Herzens Hingabe an dich sich äußern wird, so lieblich, unserer Umgebung so nutzbringend, dir so ähnlich sein, dass die Menschen darin deine Hand erkennen müssen und dich anbeten. Lass deine Liebe nicht verschüttet werden, sondern aufbewahrt zur Erquickung anderer, durch unseren Dienst! O gib uns Liebe!