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Predigten zu Markus 3,5

"Und er blickte auf sie umher mit Zorn, betrübt über die Verstockung ihres Herzens, und spricht zu dem Menschen: Strecke deine Hand aus! Und er streckte sie aus, und seine Hand wurde wiederhergestellt."

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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"Er sah sie ringsumher mit Zorn an, betrübt wegen der Verstocktheit ihres Herzens."

Was verursachte beim Herrn diesen Zorn und diese Betrübtheit? Es war ihre Herzenshärtigkeit. Es war die Unempfindlichkeit ihres Gewissens. Des Wanderers Füße werden hart vom Weg, sein Gesicht wird gegen die Kälte unempfindlich, sein ganzer Körper wird durch seine Lebensweise abgehärtet.

Es gibt Menschen, die tödliche Mittel in kleinen Mengen genossen haben, bis sie gegen ihre Wirkung abgestumpft waren. Aber die Abstumpfung ist am schlimmsten, wenn sie im Herzen geschieht. Das Herz sollte zart sein. Viele Menschen leiden jedoch an Herzenshärtigkeit. Kennen wir nicht einige Leute, in denen das Herz nur ein besonderer Muskel ist? Wenn sie überhaupt ein Herz haben, so ist es wie von Leder; denn sie haben mit niemand Mitleid und kennen kein Mitgefühl.

Die Feinde des Herrn, die an diesem Sabbat in der Synagoge saßen, waren unverbesserlich. Sie hatten sich entschlossen, ihn zu hassen, und hielten daran fest, nie überzeugt werden zu wollen und nie aufzuhören, ihm zu widerstehen, er möge sagen oder tun, was er wolle. Er hatte ihnen die Wahrheit so deutlich vorgestellt, dass sie ihren Verstand anstrengen mussten, um nicht doch überzeugt zu werden. Sie mussten die Vorhänge der Seele herunterziehen und die Fensterläden des Geistes schließen, um nicht sehen zu können. Noch schlimmer war es, dass sie das, was sie gezwungen waren zu sehen, nicht anerkennen wollten. Sie schwiegen mürrisch still, obgleich sie verpflichtet waren zu reden.

Geht es nicht vielen so, die durch das Evangelium berührt wurden? Sie fühlen, dass sie nichts gegen die göttliche Wahrheit vorbringen können. Das Wort kommt mit solcher Beweiskraft zu ihnen, dass es sie wie ein Schmiedehammer schlägt; aber sie haben sich vorgenommen, nicht nachzugeben, und machen sich hart, den Schlag zu ertragen. Sie verschließen ihren Mund vor den Wassern des Lebens. Man kann ein Pferd zum Wasser führen, aber zehntausend können es nicht dazu bringen, dann auch zu trinken. Das gleiche hat sich bei vielen Hörern des Wortes gezeigt.


Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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"Er sah sie ringsumher mit Zorn an, betrübt wegen der Verstocktheit ihres Herzens."

Bedenkt, dass wir den Heiland durch unsere Herzenshärtigkeit betrüben und dabei doch achtenswerte Leute sein können. Wir können in den Gottesdienst gehen, wie diese gingen; wir können Bibelleser sein, wie die Schriftgelehrten es waren; wir können die äußere Form wahren, wie die Pharisäer es taten - dennoch kann der Herr wegen unserer Herzenshärtigkeit über uns betrübt sein. Wir können den Herrn erzürnen, ohne dabei grobe Sünder zu sein. Ich darf wohl sagen, dass einige diese Zeilen lesen, die keine Christen sind und doch nie ein Wort gegen das Christentum sagen. Sie bleiben streng neutral.

Der Herr Jesus war zornig, weil die Menschen still waren, die Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit aber das Reden erforderte. In diesen Dingen gibt es keine Neutralität. Wer nicht mit Jesus ist, der ist gegen ihn; und wer nicht mit ihm sammelt, der zerstreut. Du bist entweder Weizen oder Unkraut; es gibt nichts zwischen den beiden.

Ach, diese Herzenshärtigkeit kann in uns sein, auch wenn wir gelegentlich gerührt werden. Ich denke, dass der Mensch ein sehr hartes Herz hat, der zuweilen bewegt ist, aber seine Gemütsbewegung unterdrückt. Er eilt sehr niedergeschlagen in sein Kämmerlein, aber in kurzer Zeit sammelt er sich wieder und schüttelt seine Furcht ab. Er geht zu einer Beerdigung und zittert am Rand des Grabes, aber er schließt sich seinen lustigen Kameraden wieder an und fällt in seine Sünden zurück. Er liebt es, eine aufwühlende Predigt zu hören, aber er ist sorgfältig darauf bedacht, nicht mehr als nur gerührt zu werden. Durch einen verzweifelten Entschluss wehrt er sich gegen Eindrücke der Gnade, wenn sie mit Ermahnungen und Bitten zu ihm kommt. Er wird oft getadelt, aber er verhärtet seinen Nacken. Er ist zuweilen an der Grenze der Übergabe an den Herrn, aber er erhält seine böse Festigkeit wieder und bleibt auf seinem Weg mit einer Ausdauer, die eines besseren Zweckes würdig wäre.

Ihr müsst sehr hart im Herzen sein, es so lange auszuhalten. Mögen Ermahnungen an euch nicht umsonst bleiben!