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Predigten zu Markus 3,34

"Und im Kreise umherblickend auf die um ihn her Sitzenden, spricht er: Siehe da, meine Mutter und meine Brüder;"

Autor: Elias Schrenk (* 19.09.1831; † 21.10.1913) deutscher Theologe und Erweckungsprediger des Pietismus

Und er sahe rings um sich auf die Jünger, die um ihn im Kreise saßen und sprach: Siehe, das ist meine Mutter und meine Brüder. Denn wer Gottes Willen tut, der ist mein Bruder, meine Schwester und meine Mutter.

Während der Herr zu dem Volk redete, kam seine Mutter und seine Brüder zu ihm und wollten ihn sprechen. Wie es scheint, so ließ er sich dadurch nicht stören, und das Volk erinnerte ihn daran, dass seine Mutter und Brüder auf ihn warteten. Darauf gibt er obige Antwort. Dieselbe stimmt mit seinem Wort, das er als zwölfjähriger Knabe redete: wisset ihr nicht, dass ich sein muss in dem, das meines Vaters ist? Er stand in der Arbeit seines Vaters als die Seinen kamen, und diese ging allem andern vor. Wie oft kommt Unklarheit und Unsicherheit in unser christliches Leben durch verkehrte Stellung zur eigenen Familie. Das eine Mal meinen die Leute, man könne Christ sein und seine Familienpflichten gegen Frau und Kinder vernachlässigen; man „ tut viel für das Reich Gottes “ , und im eigenen Haus ist Versäumnis über Versäumnis. Das andere Mal wird man von der Familie zu viel beherrscht; nicht dass ich etwa glaube, es könne eine Mutter, oder ein Vater nicht ganz von der Familie in Anspruch genommen werden; ich weiß, dass manche Mutter ihre häusliche Arbeit kaum bewältigen kann, und mancher Vater genug zu tun hat, die Seinen zu ernähren; erfülle man getrost diesen nächsten Beruf. Unter verkehrtem Beherrschtwerden von der Familie verstehe ich: dass der Familiengeist, dass Fleisch und Blut uns regieren, oder zu viel regieren. Eben das sehen wir bei dem Herrn nicht. Sein Vater regierte ihn, und so muss auch uns der Vater innerhalb der Familie regieren. Unsere Stellung in der Familie muss eine Gott geheiligte werden, so dass das Verhältnis zum einzelnen Gliede der Familie durch Gottes Geist geregelt wird. Dann erst verstehen wir den Herrn, dass seine Nächsten die seien, die den Willen Gottes tun. Bande des Blutes sind für diese Zeit, und Bande des Geistes sind für die Ewigkeit. Freilich soll es in unsern Familien nicht nur bei der Blutsverwandtschaft bleiben, die einzelnen Glieder sollen zur Geistesgemeinschaft unter einander kommen.

Herr, wie viel Gnade und Weisheit brauchen wir in unsern Häusern, bis wir Dir Wohlgefallen. Lehre mich auch in diesem Stück Deine Weise. Amen