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Predigten zu Offenbarung 1,17

"Und als ich ihn sah, fiel ich zu seinen Füßen wie tot. Und er legte seine Rechte auf mich und sprach: Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte"

Autor: Jakob Kroeker (* 1872; † 12.12.1948) wichtigster Vertreter des freikirchlichen russländischen Protestantismus
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"Und Er legte seine rechte Hand auf mich und sprach: Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige. Ich war tot, und siehe! Ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und des Totenreiches. Schreibe nun ..."

Vor Jahren hat die heimgegangene Dora Rappard der Gemeinde Gottes das köstliche Andachtsbuch: "Sprich Du zu mir!" geschenkt. Wie sollte dieser Titel das Gebet aller Knechte und Mägde Gottes werden, die irgendeinen führenden Dienst innerhalb der Kirche Christi haben! Denn nur insoweit zu uns gesprochen wird, können auch wir sprechen. Der Inhalt der einzelnen Sendschreiben wäre ein Geheimnis der Ewigkeit geblieben und hätte nie mit seinem Lichte zur Orientierung der Kirche Christi gedient, wenn der Geist nicht zu dem Engel der einzelnen Gemeinden hätte sprechen können. Die Zeiten sind zu ernst, die Gerichte zu hart, der Jammer des Volkes ist zu groß, als dass wir uns mit religiösen Allgemeinheiten abfinden könnten. Es genügt nicht, nur das Gewordene zu pflegen, es gilt, Untergehendes zu retten, Irrendes zu leiten, Gerichtetes aus dem Gericht zu führen! Das können wir jedoch nur dann, wenn wir ein Evangelium in uns tragen, das grösser ist als die Schuld der Gegenwart, wenn wir uns von einer Liebe beseelt wissen, die stärker ist als der Tod, wenn wir uns von einer Kraft begnadet sehen, die durch ihr Vertrauen die Welt überwindet. Wenn jemand im Blick auf den ganzen Jammer der Gegenwart leidet, dann ist es der heilige Geist, der zum Heile des Volkes sprechen möchte. Der aber nicht sprechen kann, weil ihm der Engel der Gemeinde fehlt, an den Er sich wenden kann.

Je mehr die Welt erfasst, dass unser herrschendes Christentum und Christus nicht ein- und dasselbe sind, desto mehr öffnet sie sich dem Geiste und der Botschaft dieses Christus. An unserem allgemeinen Christentum ist sie irregeworden. Es hat ihr Christus vielfach weit mehr verdunkelt als enthüllt. Es hat viel mehr versprochen, als es gehalten hat. Und wird sich die Kirche Christi nicht auf ihre göttliche Sendung und auf ihr verdunkeltes Christusevangelium besinnen, dann wird sie eines Tages mit Schrecken entdecken, dass man Christus haben kann auch ohne Kirche. Das Volk will zurück zum Herrn und nicht nur zum Tempel des Herrn. Es sehnt sich nach der Herrlichkeit und Vollmacht des Christus und nicht nach der Herrlichkeit und dem Kultus unserer Kirchen. Welch ein Ringen der Kirchen und Gemeinschaften um die Seelen der Menschheit! Alles wirbt, alles evangelisiert, aber wie oft aus den egoistischsten Motiven der Selbsterhaltung heraus! Uns fehlt das Evangelium ohne Nebengedanken, das allein Christum treibt.


Autor: Aiden Wilson Tozer (* 21.04.1897; † 12.05.1963) US-amerikanischer evangelischer Pastor und Autor (besser bekannt als A. W. Tozer)
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Die Begegnung mit Gott führt zu Ehrfurcht und heiligem Staunen

Es gibt einen Punkt in der wahren Anbetung, wo der Verstand zu begreifen aufhört und in eine Art freudigen Erstaunens übergeht – vielleicht zu dem, was Carlyle als das »transzendente Wunder« beschreibt, einen Zustand des grenzenlosen Verwunderns, für das es keine Worte gibt! Diese Art der Anbetung wird überall in der Bibel gefunden (obwohl es nur recht ist zu sagen, dass die niedrigeren Formen der Anbetung dort ebenso anzutreffen sind). Abraham fiel in heiligem Erstaunen auf sein Angesicht, als Gott mit ihm sprach. Mose verbarg sein Gesicht vor der Gegenwart Gottes in dem brennenden Dornbusch. Paulus war nicht imstande zu sagen, ob er innerhalb oder außerhalb des Leibes war, als ihm erlaubt wurde, die unaussprechlichen Herrlichkeiten des dritten Himmels zu schauen. Als Johannes den Herrn sah, wie Er inmitten Seiner Gemeinden wandelte, fiel er wie tot zu Seinen Füßen nieder. Dies waren ungewöhnliche Umstände – aber der geistliche Gehalt ist unverändert und zeigt sich überall, wo wahre Gläubige gefunden werden. Immer noch ist es wahr: Die Begegnung mit Gott führt zu Ehrfurcht und heiligem Staunen! Die Biografien der Christen berichten sehr viel von entrückten Anbetern, die ihrem Gott im Stillen begegneten und keine Worte für das fanden, was sie gefühlt, gesehen und gehört hatten! Christliche Lieder bringen uns dorthin, wo die Bemühungen gewöhnlicher Poesie versagen – sie leihen dem staunenden Heiligen dichterische Flügel.


Autor: Aiden Wilson Tozer (* 21.04.1897; † 12.05.1963) US-amerikanischer evangelischer Pastor und Autor (besser bekannt als A. W. Tozer)
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Unrein, verglichen mit Ihm

Wann immer sich der lebendige Gott im Alten Testament auf irgendeine Weise der Menschheit offenbarte, war Erschrecken und Erstaunen die Reaktion. Menschen sahen sich selbst als schuldig und als unrein an im Vergleich zu Ihm!

Im Buch der Offenbarung beschreibt der Apostel Johannes, wie überwältigend seine Begegnung mit dem Herrn der Herrlichkeit war. Obwohl er Apostel und Christ war, fiel Johannes in äußerster Demut und Furcht nieder, als der erhöhte, verherrlichte Herr Jesus vor ihm auf der Insel Patmos erschien. Unser verherrlichter Herr verdammte Johannes nicht. Er wusste, dass die Schwäche des Apostels die Reaktion war auf die geoffenbarte göttliche Macht. Er wusste, dass das Gefühl eigener Unwürdigkeit bei Johannes die unmittelbare Reaktion auf die absolute Heiligkeit war. Genau wie Johannes braucht jeder erlöste Mensch die Demut des Geistes, die man nur in der unmittelbaren Gegenwart Gottes empfangen kann.

Jesus versicherte dem Johannes, indem er Seine durchbohrte Hand dem darnieder liegenden Apostel darreichte: »Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige. Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.«


Autor: Elias Schrenk (* 19.09.1831; † 21.10.1913) deutscher Theologe und Erweckungsprediger des Pietismus

Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte Und der Lebendige. Ich war tot; und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel der Hölle und des Todes.

Johannes, der grau gewordene Jünger der Liebe, schaut auf Patmos Jesum, als den Herrn der Herrlichkeit. Wie ein Toter sinkt er zu seinen Füßen. Wie wird es einst seinen Feinden gehen, wenn der Menschensohn wiederkommen wird in der Herrlichkeit, in der Johannes ihn schaute? Da wird alle Frechheit und aller Spott ein Ende haben. Wie vernichtet werden sie hinsinken vor seinen Augen, die sind wie Feuerflammen. Wohl allen, die in dieser Gnadenzeit Freunde Jesu werden und ihn einst sehen dürfen mit Freuden! Der Herr tröstet Johannes, indem er sich ihm darstellt als den Ersten und den Letzten und den Lebendigen. In diesen drei Namen liegt lauter Majestät; sie sind wie ein Lebensstrom für den Glauben. Der Herr ist der Erste, als das ewige Wort; er war da vor allem Geschaffenen, als der Grund aller Kreatur. Mag die Entwicklung der durch ihn geschaffenen Engel und Menschen sein wie sie will, Christus ist und bleibt der Erste ihnen gegenüber; das darf der Glaube nicht vergessen. Auch als der verklärte Menschensohn ist er der Erste; der Erste, der alle Macht der Finsternis; überwunden hat, der Erste, der am Ziel ist und Tod, Teufel und Hölle hinter sich hat; der Erste als Durchbrecher für alle, die ihm im Glauben nachfolgen. Wie er der Erste ist, so ist er der Letzte; das Endziel alles Geschaffenen. Alles soll in ihm seine Befriedigung, seine Vollendung finden. Kein Feind wird das letzte Wort haben, Jesus Christus wird das letzte Wort sprechen. Alles muss vor ihm, dem Letzten, sich beugen. – Er ist der Lebendige; die Fülle göttlichen Lebens wohnt in ihm leibhaftig. Was ist denn alles, was durch des Teufels und der Menschen Fall in die Welt gekommen ist? Nur Tod, und alle Todeswogen müssen sich brechen an dem Lebendigen, dem Felsen der Ewigkeit. Diese Majestät, der Erste und der Letzte und der Lebendige war eine Weile tot; aber nur, um dem Tode die Macht zu nehmen. Er ist nicht nur für sich dem Tode entronnen, sondern hat in seiner siegreichen Auferstehung die Schlüssel der Hölle und des Todes mit sich genommen, hinauf auf den Thron. Tod und Hölle mögen sich noch eine Weile wehren; es ist umsonst: Jesus Christus ist Sieger. Mache dich auf, gläubige Seele! Dieser Mann ist dein Helfer.

Ich beuge mich vor Deiner Majestät, Herr Jesus Christus! Zu Deinen Füßen lege ich meinen Unglauben und meine Verzagtheit nieder, und will glauben für mich und Deine ganze Reichssache; denn Du lebst von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen