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Predigten zu Offenbarung 8,4

"Und der Rauch des Räucherwerks stieg mit den Gebeten der Heiligen auf aus der Hand des Engels vor Gott."

Autor: Hugh E. Alexanders (* 1884; † 1957) englischer Evangelist, der Anfang des 20. Jahrhunderts in der französischen Schweiz wirkte

Möge Gott uns doch schenken, daß wir geistlichen Blick dafür bekommen, wie sich im Himmel die noch unerhört gebliebenen Gebete der Heiligen ansammeln! In dem prophetischen Bild, dem unser Text entnommen ist, sind die bei der Öffnung des siebten Siegels über die Welt kommenden Gerichte die Erhörung der Gebete der Märtyrer von Kapitel 6,9-11. Im Himmel entsteht eine Stille von einer halben Stunde. Die Lobgesänge der himmlischen Heerscharen verstummen, weil die Gebete der Heiligen wie Weihrauch aufsteigen.

In unserer Zeit, in der Gott noch Gnade walten läßt, häufen auch unsere Gebete sich an. Aber plötzlich werden sie wie schwere Wolken an einem langen, heißen Sommertag, in strömenden Regen verwandelt, der die Erde erquickt. Wir müssen auf die richtige Weise für unsere Länder beten lernen und nicht alles schwarz sehen; sonst werden wir in der Fürbitte für die Obrigkeit gehemmt.

Lukas 18,1-8 ermahnt uns zu anhaltendem Gebet. Die dort erwähnte Witwe war schwach und hilflos; aber – Gott sei gedankt für völlige Einfalt des Glaubens! – sie ließ nicht locker, sie fuhr fort eindringlich zu bitten, bis sie erhört wurde. Auch wir wollen nicht nachlässig werden, sondern anhalten im Gebet, bis wir der Erhörung gewiß sind. Durch das Gebet im Namen Jesu Christi berühren wir nicht nur den goldenen Herrscherstab, wie im Alten Bund, sondern wir halten ihn in den Händen; wir haben Anteil an der Siegesbeute unseres Herrn und verkünden, daß Er alles vollbracht hat, wahrhaftig auferstanden ist und jeden rechtfertigt, der glaubt.

Gott will uns auch lehren, was Stille im Gebet bedeutet, wenn uns der Heilige Geist auswählt, um uns eine Gebetslast aufs Herz zu legen, die man nicht in Worte kleiden kann. Es gibt stille, unbeschreiblich schmerzende Gebete. Wir leiden, wir seufzen, und plötzlich wird uns die Last vom Herzen genommen. Gott hat im Himmel das «Seufzen des Geistes» erhört (Römer 8,26-27).

Wie notwendig ist es, daß wir im Gebet wachsen und immer besser darin unterwiesen werden. Dann wird auch Lob und Dank über unsere Lippen kommen, und der Weihrauch unserer Gebete wird unablässig vor Gottes Thron aufsteigen, und Gott wird es gefallen, uns zu Seiner Stunde zu erhören.