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Predigten zu Philipper 1,1

"Paulus und Timotheus, Knechte Jesu Christi, allen Heiligen in Christo Jesu, die in Philippi sind, mit den Aufsehern und Dienern:"

Autor: John F. MacArthur (* 19.06.1939) US-amerikanischer Pastor, Prediger, Theologe und Autor
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"... allen Heiligen in Christus Jesus"

Jeder Christ ist ein Heiliger.

Viele Menschen meinen, Heilige seien Männer oder Frauen von besonderer Frömmigkeit oder dass sie von offizieller kirchlicher Seite als Heilige kanonisiert wurden. Gewöhnlich müssen sie schon lange tot sein und außergewöhnliche religiöse Vollkommenheit gezeigt haben, um die notwendigen Kriterien zu erfüllen.

Gott aber betrachtet das Heiligsein ganz anders. Paulus nannte die Gläubigen in Korinth "Heilige" (1. Kor. 1,2), um dann in vielen Kapiteln ihre sündigen Verhaltensweisen zu korrigieren. Er nannte die Römer, Epheser und Kolosser ebenfalls "Heilige", aber auch die waren nicht perfekt.

Was macht einen Menschen dann aber zum Heiligen? Die Antwort steht in Philipper 1,1 - "allen Heiligen in Christus Jesus". Das ist entscheidend. Heiligsein aist nicht für eine geistliche Elite reserviert. Es gehört zu jedem Gläubigen; denn jeder Gläubige ist "in Christus Jesus".

Wenn du Christus liebst, bist du ein Heiliger. Darüber mögen sich deine nächsten Bekannten sehr wundern; es stimmt aber trotzdem!

Das Kennzeichen des Heiligseins ist Heiligkeit. Das griechische Wort hagios wird im ganzen Neuen Testament für alles und für jeden gebraucht, der die Heiligkeit Gottes repräsentiert: Christus ist der Heilige Gottes, dann der Heilige Geist, der Heilige Vater, die heiligen Schriften, heilige Engel, heilige Brüder und so weiter.

Für Gott bist du ein "Heiliger und Geliebter" in Christus (Kol. 3,12). Du bist mit "heiligem Ruf" berufen (1. Kor. 1,2) und "zum Erbteil der Heiligen in dem Lichte" (Kol. 1,12). Du hast die "Erlösung, die Vergebung der Sünden" (Kol. 1,14) und jede andere geistliche Segnung (Eph. 1,3) empfangen.

Mit diesen Privilegien kommt die Verantwortung, ein heiliges Leben zu führen. Daher ermahnt dich die Schrift, deinen Leib als ein "lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Schlachtopfer" darzustellen (Röm. 12,1) und so zu leben, wie es sich für Heilige geziemt (Eph. 5,3).

Die Kraft, ein für Gott wohlgefälliges Leben zu führen, ist der Heilige Geist, der in dir wohnt. Wenn du dich Ihm in Gebet und Gehorsam gegen Gottes Wort zur Verfügung stellst, werden die typischen Merkmale eines wahren Heiligen in deinem Leben zunehmend erkennbar. Fange heute ganz entschieden damit an.


Autor: John F. MacArthur (* 19.06.1939) US-amerikanischer Pastor, Prediger, Theologe und Autor
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Wenn du für die Nöte anderer gibst, wird Gott deine Bedürfnisse befriedigen.

"... Heilige ..., die in Philippi sind"

Die Gemeinde in Philippi war - vielleicht mehr als alle anderen - durch großzügige Opferbereitschaft gekennzeichnet. Sie unterstützte Paulus auf dessen Missionsreisen, und das war für ihn der Anlass zu großer Freude. Außer Geld schickten sie auch noch den Epaphroditus, einen frommen Mann, der Paulus diente, als dieser im Gefängnis lag (Phil. 2,25-30; 4,18).

Paulus suchte sich genau aus, von welcher Gemeinde er finanzielle Unterstützung annahm, weil er keine Belastung sein wollte oder weil man seine Motive missverstehen konnte. In z1. Korinther 9,6-14 sagt er uns, er habe das Recht, von denen unterstützt zu werden, denen er gepredigt hatte, doch habe er auf dies Recht verzichtet, um das Evangelium in keiner Weise zu behindern. In 2.Korinther .11,9 sagt er: "Als ich bei euch anwesend war und Mangel hatte, fiel ich niemand zur Last ... und hielt mich in allem unbeschwerlich und werde mich also halten."

Ähnliches schrieb er den Thessalonichern: "Wir haben nicht unordentlich gewandelt, noch haben wir von jemand Brot umsonst gegessen, sondern wir haben mit Mühe und Beschwerde Nacht und Tag gearbeitet, um nicht jemand von euch beschwerlich zu fallen" (2. Thess. 3,7-9).

Im Gegensatz dazu spricht die Bereitschaft des Paulus, sich von der Gemeinde in Philippi unterstützen zu lassen, von dem besonderen Vertrauensverhältnis und der Wertschätzung, die sie genoss.

Offenbar war die Gebefreudigkeit der Philipper so groß, dass sie selbst dadurch in Schwierigkeiten gerieten. Paulus versichert ihnen, dass Gott Wohlgefallen an ihren Opfern hat und sagt dann: "Mein Gott aber wird alle eure Notdurft erfüllen nach seinem Reichtum in Herrlichkeit in Christus Jesus" (Phil. 4,18-19).

Auch du solltest - wie die Philipper - durch großzügiges Opfer und durch Unterstützung derer gekennzeichnet sein, die dir mit dem Wort dienen. Treue Hirten und Älteste sind dieser Ehre wert (1. Tim. 5,17-18), und Großzügigkeit bringt dir und anderen Freude.


Autor: John F. MacArthur (* 19.06.1939) US-amerikanischer Pastor, Prediger, Theologe und Autor
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Treue geistliche Leiter sind aller Anerkennung und Achtung wert.

"... allen Heiligen ... mit den Aufsehern und Dienern"

Der Gruss des Paulus schließt die "Aufseher und Diener" in Philippi ein. Das ist möglicherweise kein Hinweis auf Älteste und Diakone, wie wir sie kennen, sondern gilt allen Heiligen in Philippi, samt den geistlichen Leitern und denen, die ihnen zur Seite standen.

Das setzt Einigkeit und Unterwürfigkeit in der Gemeinde voraus, was Leitern und denen, die ihnen folgen, zur Freude gereicht. In Hebräer 13,17 wird besonders darauf hingewiesen: "Gehorcht euren Führern und seid unterwürfig; denn sie wachen über eure Seelen (als die da Rechenschaft geben sollen), auf dass sie dies mit Freuden tun und nicht mit Seufzen; denn dies wäre euch nicht nützlich."

Geistliche Führerschaft bringt heilige Verantwortung. Leiter müssen die Herde Gottes leiten, ernähren und bewachen, weil Gott sie durch das Blut Seines eigenen Sohnes erworben hat (Apg. 20,28). Sie sind Gott persönlich für die Handhabung ihrer Aufgaben verantwortlich.

Du hast auch eine heilige Verantwortung: Du musst den Führern gehorchen und dich ihnen unterwerfen. Hebräer 13,7 sagt: "Gedenket eurer Führer, die das Wort Gottes zu euch geredet haben und, den Ausgang ihres Wandels anschauend, ahmet ihren Glauben nach." Und Paulus fügt in 1. Thessalonicher 5,12-13 hinzu: "Erkennt, die unter euch arbeiten und euch vorstehen im Herrn und euch zurechtweisen, und dass ihr sie über die Massen in Liebe achtet, um ihres Werkes willen."

Leider fördert unsere Gesellschaft Kritiksucht und Misstrauen gegenüber jeglicher Autorität. Verbale Angriffe und Rufmord sind weit verbreitet. Viele Gemeindeglieder haben diese Haltung gegenüber ihren geistlichen Führern übernommen, weil sie diese als Funktionäre und bezahlte Angestellte betrachten. Daraus ergibt sich die weitverbreitete Schwachheit und Wirkungslosigkeit der Gemeinden, die sich selbst durch Uneinigkeit und Streitereien lahmlegen. Viele Hirten leiden unter dem Ungehorsam und der Undankbarkeit der ihnen Anvertrauten.

Lass dich nie zu dieser Gesinnung verleiten. Wirkliche Führer verdienen deinen Respekt und deine Wertschätzung, nicht weil sie so überaus begabt wären, sondern weil Gott sie zu diesem heiligen Dienst berufen hat. Wenn du dich den geistlichen Leitern gegenüber so verhältst, wie Gott es fordert, wird das unermesslich zur Einheit und Harmonie in deiner Gemeinde beitragen.


Autor: John F. MacArthur (* 19.06.1939) US-amerikanischer Pastor, Prediger, Theologe und Autor
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Wenn dein Ziel die Verherrlichung Christi ist,"gereicht dir alles, was das Evangelium fördert, zur Freude.

"Paulus und Timotheus, Sklaven Christi Jesu ..."

Außer dem Herrn selbst ist sicher Paulus das deutlichste Beispiel dafür, dass Freude nicht notwendigerweise an die Umstände gebunden ist.

Paulus schrieb den Philippern aus einer Kerkerzelle, und doch redete er von Freude und Zufriedenheit. Sein Leben war eine Kette von Schwierigkeiten und lebensbedrohenden Situationen (siehe 2. Kor 11,23-33). Das hatte der Herr auch gleich nach der Begegnung auf der Straße nach Damaskus gesagt: "Dieser [Paulus] ist mir ein auserwähltes Gefäss, meinen Namen zu tragen sowohl vor Nationen als Könige und Söhne Israels. Denn ich werde ihm zeigen, wie viel er für meinen Namen leiden muss" (Apg. 9,15-16). Trotzdem fand Paulus in jeder Lage Grund zur Freude.

Sein dringender Wunsch, Christus zu erheben, trieb ihn von einer Leidenserfahrung in die andere. Wenn nur Christus erhoben wurde, freute Paulus sich. Das sehen wir auch in Philippi, wo Gott nach einem kurzen Predigtdienst eine Geschäftsfrau mit Namen Lydia errettete und einen Dämon von einem Sklavenmädchen austrieb. Daraufhin wurden Paulus und Silas zu Unrecht angeklagt, wider alles Recht geschlagen und ins Gefängnis geworfen. Aber nichts konnte ihre Freude unterdrücken; denn "um Mitternacht (...) beteten Paulus und Silas und lobsangen Gott; und die Gefangenen hörten ihnen zu" (Apg. 16,25).

Das war ein dermassen mächtiges Zeugnis für die Freude im Herrn, dass bald darauf der Kerkermeister mitsamt seiner ganzen Familie dem Evangelium glaubte und errettet wurde.

Selbst wenn die Gefängnishaft Paulus daran hinderte, so effektiv zu arbeiten, wie er es gern getan hätte, oder wenn andere seine Apostelschaft an sich reißen wollten und Christus aus Neid und Streitsucht predigten, blieb er unverzagt (Phil. 1,18). Seine Lebensumstände waren Nebensache im Vergleich zu der Hauptsache, dass Christus verherrlicht wurde.

Siehst du das auch so? Möglich wäre es! Wenn es dir vor allem und überall um die Verherrlichung Christi geht, bringt dir alles Freude, was diesem Ziele dient.


Autor: John F. MacArthur (* 19.06.1939) US-amerikanischer Pastor, Prediger, Theologe und Autor
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Trotz ihrer Fehler sind Menschen gleicher Gesinnung eine wunderbare Gottesgabe.

"Paulus und Timotheus, Sklaven Christi Jesu ..."

Timotheus war der Vertraute des Paulus bei seiner Evangeliumsarbeit. In Philipper 2,20 beschreibt er ihn als einen ihm "gleichgesinnten" Menschen. Sie teilten die gleichen Ansichten und hatten dieselbe Liebe zum Herrn und zu Seiner Kirche. An anderer Stelle nennt Paulus den Timotheus "mein geliebtes und getreues Kind in dem Herrn" (1. Kor. 4,17) und einen "Mitarbeiter Gottes in dem Evangelium des Christus" (Röm. 16,21; 1. Thess. 3,2). Das sind bedeutsame Komplimente aus dem Mund des Apostels, dessen Maßstab in Bezug auf Dienst und persönliche Integrität sehr hoch war.

Immerhin, wie fromm und nützlich Timotheus auch war, er hatte mit vielen der gleichen Schwachheiten zu kämpfen, mit denen auch wir es zu tun haben. So entnehmen wir dem 2. Timotheusbrief, dass er sich von falschen Lehrern einschüchtern ließ, die seine Führerschaft bestritten (1,7). Vielleicht hat er sich auch manchmal Christi geschämt (1,8) und war versucht, seine Theologie zu ändern, um den Angriffen derer zu entkommen, die der gesunden Lehre widerstanden (1,13-14). Er mag auch das Bibelstudium vernachlässigt haben (2,15), um dadurch gottwidrigen Vorstellungen zu verfallen (2,16-17). Damit wären weitere Schwierigkeiten verbunden.

Paulus schrieb dem Timotheus, um seinen geistlichen Charakter zu stärken und ihn zu ermutigen, auch in schweren Trübsalen standhaft zu bleiben.

Trotz dieser offensichtlichen Schwachheit schätzte Paulus den Timotheus sehr und betraute ihn mit riesigen Verantwortlichkeiten in seinem Dienst. Darüber hinaus waren die Freundschaft und der Dienst des Timotheus für den Apostel eine Quelle großer Freude und Stärkung.

Ich bete darum, dass auch du in deinem Leben "gleichgesinnte" Menschen hast - Brüder und Schwestern in Christus, die dich ermutigen, für dich beten und dich an deine Verantwortung für die Wahrheit Gottes erinnern. Sie mögen, wie Timotheus, nicht in allem deinen Erwartungen entsprechen; aber sie sind eine kostbare Gottesgabe. Halte sie wert und bete viel für sie. Tue alles, was du kannst, um auch ihnen zum Segen zu sein.

Sollten dir solche Freunde fehlen, suche die Gemeinschaft mit einer örtlichen Gemeinde, in der Christus verherrlicht wird, in der man Sein Wort lehrt und wo man zu einem heiligen Leben ermutigt. Baue Beziehungen zu reifen Christen auf, die dich anreizen "zur Liebe und zu guten Werken" (Hebr. 10,24).


Autor: John F. MacArthur (* 19.06.1939) US-amerikanischer Pastor, Prediger, Theologe und Autor
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Ein treuer Sklave tut den Willen seines Herrn.

"Paulus und Timotheus, Sklaven Christi Jesu ..."

Die Metapher, Christen seien Sklaven Christi, finden wir häufig in den Schriften des Paulus. Damals verstand sie jeder Leser sofort wegen der Allgegenwart der Sklaverei im Römischen Weltreich.

Petrus, Jakobus, Johannes und Judas brauchten den gleichen Ausdruck, um ihren Dienst zu beschreiben. Der Herr Jesus selbst hat in Markus 10,45 gesagt: "Denn auch der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, um bedient zu werden, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele." In Philipper 2,7 bezeichnet Paulus Christus als einen Sklaven, der die Ihm gebührende Herrlichkeit ablegte und sich bis zum Tode erniedrigte.

Der Herr Jesus war wie der Mann in 2. Mose 21, der sich freiwillig zum "ewigen" Knecht machen ließ, weil er seinen Herrn und die ihm gegebene Frau liebte und darum auf die Freilassung verzichtete. Er diente aus Liebe, nicht aus Zwang.

Das ist auch ein schönes Bild für den Gläubigen. Wir sind Sklaven Gottes (Offb. 1,1), "von der Sünde freigemacht und Gottes Sklaven geworden" (Röm. 6,22).

Während wir bei dem Wort "Sklaverei" meistens an Erniedrigung und unmenschliche Behandlung zu denken haben, gab es im Umfeld des frühen Christentums auch Sklaven, die von ihren Herren nicht nur mit allem Notwendigen versorgt wurden, sondern auch vertrauliche Aufträge für diese erledigten und bei ihnen in hohem Ansehen standen.

Ungehorsame oder eigenwillige Sklaven waren für ihre Herren von geringem Nutzen; solche aber, die den Willen des Herren über die eigenen Interessen stellten, wurden geschätzt.

Der Herr Jesus sagte: "Meine Speise ist, dass ich den Willen dessen tue, der mich gesandt hat, und sein Werk vollbringe" (Joh. 4,34). Das sollte auch dein Ziel sein, wenn du Gottes Diener sein willst. Wenn du treu bist, kann dich Gott zu vielem gebrauchen.