10.800 biblische Andachten und Predigten von Spurgeon, MacArthur, MacDonald, Christlieb, Eichhorn, Hofacker, Zinzendorf, Luther uvm.

Predigten zu Psalm 116,6

"Jehova bewahrt die Einfältigen; ich war elend, und er hat mich gerettet."

Autor: Hugh E. Alexanders (* 1884; † 1957) englischer Evangelist, der Anfang des 20. Jahrhunderts in der französischen Schweiz wirkte

Das ist ein Schlüsseltext, eine Erklärung vieler Befreiungstaten Gottes. David hätte sich nach seinen Siegen für einen Führer halten können, für einen Menschen, der durch seine Begabung und seinen Mut zu Rang und Würden gekommen war. Aber er blieb klein und gering in seinen eigenen Augen, klein vor Gott. Von Anfang seiner Laufbahn an bis zu seinem Lebensende, in Leidens- und in Ruhmeszeiten, vergaß er nicht, daß er aus einfachen Verhältnissen stammte und seine Schwächen hatte.

Es war ihm allezeit bewußt, daß er eine souveräne und unverdiente Gnade empfangen hatte. Er wußte, schon ehe Paulus es niederschrieb, daß Gott erwählt, was schwach und töricht ist, um zunichte zu machen, was stark ist vor dieser Welt; und wie der Apostel wußte er, daß er nur dann wirklich stark sein konnte, wenn er schwach und klein war. Was für eine Art von Schwachheit ist das? Nicht die Schwachheit, die aus der Passivität oder der Gebundenheit an fromme Formen kommt, auch nicht die Frucht der Sünde oder des Ungehorsams gegen Gott, sondern die Überzeugung, daß alles, wirklich aIles in unserem Leben ein Gnadengeschenk Gottes ist. Das ist wahre Selbsterkenntnis. Das Fleisch in jedem Menschen ist immer in Feindschaft gegen Gott; die menschlichen Fähigkeiten sind ohne die Kraft und Herrschaft des Heiligen Geistes sogar Hindernisse für das Wirken Gottes.

Klein sein, heißt anerkennen, daß Gott ein Recht hat auf unser ganzes Leben und Sein. Es heißt gewiß sein, daß Gott uns für jede Aufgabe, für alles, was Er von uns verlangt, geistliche Kraft und geistliche Fähigkeiten gibt. Mit einem Wort: Am Kreuz, in Christus, dem Gekreuzigten, beginnt dieses Leben, das Gott gebrauchen kann, wie Er will. In Schwierigkeiten wie in Zeiten gesegneten Dienstes bewahrt uns dieses demütige Wandeln mit Gott sowohl vor Niederlagen als auch vor Anmaßung und Hochmut.

Welches auch die Arbeit sein mag, die wir zu tun, der Dienst, den wir zu vollbringen, das Zeugnis das wir abzulegen, oder die Verantwortung, die wir zu übernehmen haben, wenn diese Gnadengabe des Heiligen Geistes in uns ist, erzeugt sie Frieden und Sicherheit, Loben und Danken, denn «der HERR behütet die Kleinen».