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Predigten zu Psalm 135,15

"Die Götzen der Nationen sind Silber und Gold, ein Werk von Menschenhänden."

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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Es ist der Gipfel der Unvernunft, metallene Gegenstände anzubeten. Wenn auch Silber und Gold für uns nützlich sind, falls wir sie richtig anwenden, so ist doch nichts daran, was Ehrfurcht und Anbetung rechtfertigte. Wüssten wir nicht, dass die beklagenswerte Tatsache nicht zu leugnen ist, schiene es uns unvorstellbar, dass sich intelligente Menschen vor Stoffen niederbeugen, die sie zuvor selbst aus Erz heraus geschmolzen und in eine Form gegossen hatten. Man sollte es für weniger absurd betrachten, wenn sie ihre eigenen Hände angebetet hätten als das, was diese Hände erschufen. Welche großen Werke können solche Scherzgötter für Menschen tun, die doch selbst das Werk eines Menschen sind? Götzen sind eher Spielzeuge, wie Puppen für kleine Kinder, als ein Gegenstand der Anbetung für erwachsene Menschen. Man gebraucht seine Hände besser, wenn man mit ihnen die Götzen zerbricht, als wenn man damit etwas anfertigt, was so unsinnigen Zwecken dient.

Die Götzenanbeter sind genauso schlecht wie die Götzenmacher; denn gäbe es niemand, der sie anbetet, bestände kein Markt für so schandbare Machwerke. Götzendiener sind geistlich tot, sie haben nur die Gestalt von Menschen; das Beste an ihnen ist ihnen abhanden gekommen. Ihre Münder beten nicht wirklich, ihre Augen erblicken die Wahrheit nicht, ihre Ohren vernehmen nicht die Stimme des Herrn, und das Leben Gottes ist nicht in ihnen. Wer an seine eigenen religiösen Erfindungen glaubt, verrät damit große Torheit und die völlige Abwesenheit des lebendig machenden Heiligen Geistes. Begnadete erkennen, wie unsinnig es ist, den wahren Gott zu verlassen und Ri- valen an Seine Stelle zu setzen; aber wer solche Verbrechen begeht, denkt nicht so. Im Gegenteil rühmen sie sich ihrer großen Weisheit und prahlen mit ihrer »Fortschrittlichkeit« und ihrer »modernen Kultur«. Möchten wir vor solcher Nachäffung des göttlichen Werkes bewahrt bleiben, damit nicht auch wir wie unsere Götzen werden.

Das Haus Israel umschließt den gesamten auserwählten Samen; dann kommen wir in Vers 19 zu einem kleineren, aber zentraleren Kreis, zu dem Haus Aaron, der dann wieder zu dem ganzen Stamm Levi erweitert wird. Mögen Ehrfurcht und Anbetung von einem zum anderen überspringen, bis die ganze Menschheit davon angesteckt ist. Das Haus Levi hatte ausgezeichnete Gründe, Gott zu preisen. Man braucht nur in der Geschichte der Leviten nachzulesen und bedenken, dass alle Leviten zum heiligen Dienst ausgesondert waren und von den Stämmen versorgt wurden, denen sie zugeteilt waren. Darum standen sie mehr als alle anderen in der Ehrenpflicht, den HERRN mit Freuden anzubeten. Wer Gott fürchtet, braucht keine weitere Qualifikation zum geheiligten Dienst. Gottesfurcht beweist, dass wir in den Bund mit Israel, in die Priesterschaft Aarons und in Levis Dienst für den Herrn eingeschlossen sind. Kindliche Ehrfurcht, wie sie die Heiligen dem Herrn gegenüber empfinden, hindert sie nicht an ihrem Loben und Preisen, im Gegenteil, sie ist die wichtigste Quelle ihrer Anbetung.