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Predigten zu Psalm 138,1

"{Von David.} Preisen will ich dich mit meinem ganzen Herzen, will dich besingen vor den Göttern."

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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Sein Herz ist so von Gott erfüllt, dass er Seinen Namen gar nicht erwähnt; für ihn gibt es keinen anderen Gott, und der HERR steht so deutlich vor ihm und ist ihm so vertraut, dass der Psalmist nicht daran denkt, Seinen Namen zu nennen, wie wir es auch nicht tun, wenn wir mit unserem Vater oder einem Freund sprechen. Er schaut Gott mit den Augen seines Herzens und redet Ihn einfach mit »Du« an. Er hat sich vorgenommen, den Herrn zu preisen – und das aus allen Leibeskräften, ja, mit ganzer Seele.

Er wollte Gott auf Gottes Weise anbeten. Der Herr hatte dazu ein Zentrum eingerichtet, wo sie zusammenkommen sollten, einen Ort des Opfers, ein Haus, in dem Er wohnen wollte; und David nahm diese durch Offenbarung vorgeschriebene Weise der Anbetung an. Genauso darf der aufrichtige Gläubige von heute nicht dem eigenwilligen Gottesdienst des Aberglaubens verfallen oder dem undurchsichtigen Gottesdienst der Skeptiker, sondern muss den Herrn ehrfürchtig anbeten, wie Er es vorschreibt. Die Götzen hatten ihre Tempel; aber David wendet sich von ihrem Glanz ab und blickt mit ganzem Ernst auf den Ort, den der Herr für Sein Heiligtum erwählt hatte. Wir sollen nicht nur den wahren Gott anbeten, sondern dies auch so tun, wie Er es vorgeschrieben hat. Die Juden blickten zum Tempel, wir blicken auf Jesus, den lebendigen Tempel der Gottheit. Lobpreis war der Hauptbestandteil von Davids Gottesdienst. Der Name und der Charakter Gottes waren die großen Gegenstände seiner Lieder, und was er besonders pries, waren die Gnade und die Wahrheit, die so offensichtlich aus dem Namen des Herrn hervorleuchteten. Die Person Jesu ist der Tempel der Gottheit, und in Ihm erblicken wir die Herrlichkeit des Vaters, »voller Gnade und Wahrheit«.

Das dem David gegebene Verheißungswort war in seinen Augen herrlicher als alles andere, was er von dem Allerhöchsten geschaut hatte. Die Offenbarung durch das Wort Gottes übertrifft die Schöpfung an Klarheit, Eindeutigkeit und Fülle an Belehrung. Man kann den Namen des Herrn in der Natur nicht so deutlich lesen wie in der Bibel, die eine Offenbarung in menschlicher Sprache darstellt und besonders auf den menschlichen Geist abgestimmt ist. Sie begegnet dem menschlichen Bedürfnis nach einem Erretter, der Mensch geworden ist, um die Menschheit zu erlösen. Himmel und Erde werden vergehen, aber das göttliche Wort wird nicht vergehen, und vor allem in dieser Hinsicht ist es allen anderen Offenbarungsformen überlegen. Außerdem verbürgt sich der Herr mit allem anderen, was Seinen Namen groß macht, für Sein Wort: Seine Weisheit, Macht und Liebe und alle Seine anderen Eigenschaften vereint Er, um Sein Wort zu erfüllen. Dieses Wort ist es, das erschafft, erhält, belebt, erleuchtet und tröstet. Als Befehlswort hat es oberste Gewalt, und in der Person des Fleisch gewordenen Wortes ist es über alle Werke Seiner Hände gesetzt. Lasst uns den Herrn anbeten, der durch Sein Wort und durch Seinen Sohn zu uns gesprochen hat; und in Gegenwart der Ungläubigen lasst uns Seinen heiligen Namen und Sein Wort erheben!