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Predigten zu Psalm 143,7

"Eilends erhöre mich, Jehova! es verschmachtet mein Geist. Verbirg dein Angesicht nicht vor mir! sonst werde ich denen gleich sein, die zur Grube hinabfahren."

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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Der angefochtene Beter verzagt und ist bereit zu sterben. Sein Leben versiegt, jeder Augenblick ist wichtig; schon bald wird für ihn alles vorüber sein. Kein Argument für Eile könnte mächtiger sein. Wer wird nicht laufen und einem helfen, der in Lebensgefahr ist? Gott versagt nicht, wenn unser Geist schwach wird, im Gegenteil, Er wird eilen und auf den Flügeln des Windes zu uns kommen. Die Gemeinschaft mit Gott ist einem aufrichtigen Herzen so wertvoll, dass der Entzug das Gefühl erweckt, man werde augenblicklich sterben und gänzlich umkommen. Wenn Gott sich zurückzieht, versinkt das Herz in Verzweiflung, und den Geist verlässt sämtliche Kraft. Dazu kommt, dass Gottes Abwesenheit den Feinden erlaubt, sich ungehemmt auszutoben, und so ist der Verfolgte ein zweites Mal dem Verderben nahe. Sehen wir Gottes Angesicht, so leben wir; kehrt Er uns aber den Rücken zu, so sterben wir. Blickt der Herr wohlgefällig auf unser Bemühen, haben wir Gedeihen; verweigert Er uns aber Sein Angesicht, so ist alle Arbeit umsonst.

Was uns zu Gott fliehen lässt, mag ein böser Wind sein, aber er bläst uns zur Besserung. Solch eine Flucht ist keine Feigheit, sondern großer, heiliger Mut. Gott kann uns aus der Reichweite des Kummers bringen, ja sogar aus dessen Sichtweite. Gott ist unser Bergungsort, Jesus hat sich selbst zu einer Zuflucht für Seine Leute gemacht. Je eher und je entschiedener wir zu Ihm fliehen, umso besser ist es für uns. Unter der Karmesindecke der Versöhnung durch unseren Herrn sind die Gläubigen völlig geborgen. Lasst uns dort bleiben und zur Ruhe kommen. David wollte unter den Frommen sein, in einem anderen Land als dem, in welches man ihn vertrieben hatte. Er sehnte sich nach den Bergwiesen der Gnade, nach den Hochflächen des Friedens, nach den fruchtbaren Ebenen der Gemeinschaft. Selbst konnte er sie nicht erreichen, er musste dorthin geleitet werden. Gott, der gut ist, kann uns am besten in dieses gute Land bringen. Es gibt kein Erbe, das dem Teil im Land der Verheißung gleicht, dem Land der göttlichen Gebote, dem Land der Vollkommenheit. Er, der uns belehrt, muss uns führen und zu Seiner eigenen Wohnung im Land der Heiligkeit bringen. Der Weg ist weit und steil, und wer ohne göttlichen Führer geht, wird unterwegs umkommen; aber mit der Hilfe des HERRN ist es eine Freude zu folgen, und dann gibt es weder Straucheln noch Abirren. David war schwer angefochten. Da war nicht nur Kummer in seiner Seele, nein, seine Seele versank in einem Meer von Kummer, war wie in einem Kerker eingeschlossen. Gott konnte seine Seele und auch seinen Geist aus beidem herausbringen, und – das ist das Besondere – Er konnte beide auf der Stelle aus dem Sumpf ziehen. Das Gebet ist drängend, und der Appell an Gott ist mutig. Wir können sicher sein, dass der Kummer bald vorüber war, als der Herr solch ein Gebet erhört hatte.