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Predigten zu Psalm 26,3

"Denn deine Güte ist vor meinen Augen, und in deiner Wahrheit wandle ich."

Autor: Hugh E. Alexanders (* 1884; † 1957) englischer Evangelist, der Anfang des 20. Jahrhunderts in der französischen Schweiz wirkte

Der Mangel an Dankbarkeit gegen Gott, das Vergessen Seiner Gnade, Seiner Wohltaten materieller und geistlicher Art, sind Kennzeichen unserer Zeit; und die Christen sind dabei keine Ausnahme. Dieser gefährliche Zustand ist die Folge der Verhärtung unserer Herzen, die nach und nach immer unempfindlicher werden für den Anruf Gottes und Seines Geistes. Dann erobert sich das Eigenleben wieder seine frühere Stellung und geht sogar zum Angriff über. Wie Judas es in seinem Brief ausdrückt, droht dem Christen die Gefahr, die Gnade Gottes in Zügellosigkeit zu verkehren, alle Gnadengeschenke hinzunehmen, als ob sie ihm zukämen, und Gottes Reichtümer und Gaben zu mißbrauchen, um ein bequemes und oft selbstsüchtiges Leben führen zu können. Die Aussage Davids ist ein Beispiel normaler Dankbarkeit. David war nicht blind geworden für Gottes Güte. Seine Leiden und Schwierigkeiten hatten ihn von sich selbst gelöst und ihn dazu gebracht, daß er seine Vorrechte schätzte. Tag für Tag hatte er die Gnade Gottes vor Augen, darum wandelte er in der Wahrheit.

Es ist eine ernste Tatsache, daß Gläubige, die sich an Gottes Gnade gewöhnen, infolge ihrer Selbstsucht die Wahrheit nicht mehr erkennen und in die mannigfaltigen Fallstricke des Teufels geraten. Unser Eigenleben verschleiert uns Gottes Güte; es bringt einen Mißton in unseren Verkehr mit Ihm und macht unseren Zeugendienst fruchtlos. Anstatt völlig in der Wahrheit mit Gott zu wandeln, bekennen wir uns nur rein äußerlich und knechtisch zum Glauben, unser Dienst ist nur Lippendienst. Gott gibt uns auf materiellem und geistlichem Gebiet so viel Beweise Seiner Gnade und Güte, daß wir sie gar nicht alle aufzählen können. Je größer sie sind, desto mehr müssen wir darüber wachen, daß wir uns nicht an sie gewöhnen. Im 5. Buch Mose ermahnt der HERR Sein Volk mehr als ein dutzendmal, an alles zu gedenken, was Er in der Vergangenheit an ihm getan hat. Auch wir sollten nie vergessen, was Er für uns getan hat, und Ihm Lob und Dank dafür sagen. Er hat ein Recht darauf! Haben wir nicht einen Gott, der reich ist an Gnade und Treue?