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Predigten zu Psalm 27,1

"{Von David.} Jehova ist mein Licht und mein Heil, vor wem sollte ich mich fürchten? Jehova ist meines Lebens Stärke, vor wem sollte ich erschrecken?"

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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"Der Herr ist mein Licht und mein Heil, vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist meines Lebens Kraft, vor wem sollte mir grauen?"

"Der Herr ist mein Licht und mein Heil." Hier ist ein persönlicher Anteil vorhanden: "mein Licht", "mein Heil"; die Seele ist dessen gewiss, und darum bezeugt sie es bestimmt. In der neuen Geburt wird in die Seele Licht ausgegossen als der Vorläufer des Heils; wo nicht genug Licht ist, um uns unsre Dunkelheit zu zeigen und uns ein Verlangen nach dem Herrn Jesu einzuflössen, da ist keine Gewissheit der Seligkeit. Nach der Bekehrung ist Gott unsre Freude, unser Trost, unser Führer, unser Lehrer und in jeder Hinsicht unser Licht: Er ist Licht in uns, Licht um uns, Licht, das von uns zurückgestrahlt wird, und Licht, das uns geoffenbaret wird. Beachte wohl, es heißt nicht bloss, dass der Herr Licht gibt, sondern: Er ist das Licht; auch nicht, dass Er das Heil gibt, sondern: Er ist das Heil; wer sich also durch den Glauben Gott zugeeignet hat, hat alle Bundesgnaden in seinem Besitz. Nachdem diese Wahrheit uns zur Gewissheit geworden ist, führt uns unser Schriftwort die Folgerung, die sich daraus ergibt, mit der Frage zu Gemüt: "Vor wem sollte ich mich fürchten?" Eine Frage, die ihre eigne Antwort ist. Die Mächte der Finsternis brauchen wir nicht zu fürchten, denn der Herr, unser Licht, zerstört sie; und vor der höllischen Verdammnis darf uns nicht grauen, denn der Herr ist unser Heil. Das ist eine ganz andre Herausforderung als die des ruhmredigen Goliath; denn sie verlässt sich nicht auf die betrügliche Kraft eines fleischernen Arms, sondern auf die gewisse Macht des allüberwindenden Jehovah. "Der Herr ist meines Lebens Kraft." Hier ist eine dritte leuchtende Wahrheit, die uns zeigt, dass des Sängers Hoffnung mit einer dreifältigen Schnur geknüpft ist, die nicht reißt. Wir dürfen die Ausdrücke unsres Lobes wohl häufen, so der Herr seine Gnadenwirkungen so reichlich über uns ausgiesst. Unser Leben empfängt alle seine Kraft von Gott, und wenn es Ihm wohlgefällt, uns stark zu machen, so vermögen alle Ränke des Widersachers uns nicht zu schwächen. "Vor wem sollte mir grauen?" Diese kühne Frage schaut in die Zukunft, wie in die Gegenwart. "Wenn Gott für uns ist, wer mag wider uns sein?"


Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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Die Erlösung findet uns in der Finsternis; aber sie lässt uns nicht dort; sie gibt denen Licht, die im Tal des Todesschattens sitzen. Nach der Bekehrung ist unser Gott unsere Freude, unser Trost, unser Führer und Lehrer, kurz, in jeder Beziehung unser Licht. Er ist das Licht in uns und um uns herum; Er ist das Licht, das von uns reflektiert wird, und das Licht, welches uns offenbart wird. Beachtet, dass es nicht nur heißt, der HERR gebe uns Licht, sondern dass Er unser Licht ist; auch nicht, dass Er das Heil gebe, sondern dass Er unser Heil ist. Wer sich nun im Glauben auf Gott verlässt, dem gehören alle verheißenen Segnungen.

Unterschiedliche Zielsetzungen führen zu Ablenkung, Schwächung und Enttäuschung. Ein Mensch, der nur ein Buch hat, ist etwas Besonderes; ein Mensch, der nur eins im Sinn hat, ist erfolgreich. Möge all unsere Liebesfähigkeit in einer Liebe vereint sein und sich diese Liebe auf die himmlischen Dinge richten! Gott beurteilt uns weitgehend nach den Wünschen unseres Herzens. Er ist das richtige Ziel für unser Verlangen. Unser Verlangen nach dem HERRN sollte geheiligt, demütig, beständig, unterwürfig und brennend sein, und es wäre schön, wenn alles, wie bei dem Psalmisten, in einer Masse zusammengeschmolzen wäre. Weil David in so schmerzlichen Umständen war, möchten wir erwarten, er verlange nach Erholung, Sicherheit und tausend anderen guten Dingen; aber nein, er hatte sein ganzes Herz auf diese kostbare Perle gerichtet und dafür alles andere zurückgelassen. »Die Freundlichkeit des HERRN anzuschauen« ist eine Übung für irdische und himmlische Anbeter. Wir dürfen die Versammlungen der Heiligen nicht aufsu- chen, um zu sehen und gesehen zu werden oder nur um den Redner zu hören; wir müssen uns zu den Versammlungen der Gerechten mit der Absicht halten, mehr über den liebenden Vater, mehr über den verherrlichten Sohn, mehr über den geheimnisvollen Geist zu lernen, damit wir unseren herrlichen Gott mit immer größerer Liebe bewundern und Ihn in immer höherer Ehrfurcht anbeten können. Welch ein Wort ist das: »die Freundlichkeit (oder Schönheit) des HERRN«! Denke darüber nach, lieber Leser – besser noch: Begreife es im Glauben! Welch ein Anblick wird das sein, wenn jeder gläubige Nachfolger Jesu »den König in Seiner Schönheit« sehen wird! Ja, welch ein gesegneter Anblick wird das sein!

Die Gottesfürchtigen früherer Zeiten beteten im Glauben und zweifelten nicht. Sie sprachen von der Erhörung ihrer Gebete als von einer Gewissheit. David war durch den Glauben des herrlichen Sieges über alle Bedränger so sicher, dass er in seinem Herzen schon plante, was er tun würde, wenn alle seine Feinde zu seinen Füßen lagen, und dieser Plan wurde durch Dankbarkeit bestimmt.

Mag wer da will, schweigsam bleiben – der Gläubige, wenn sein Gebet erhört wurde, wird und muss auch seinen Lobgesang hören lassen. Mag wer da will, die Eitelkeiten der Welt besingen – der Gläubige reserviert seine Lieder für den Herrn allein.