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Predigten zu Psalm 27,7

"Höre, Jehova, mit meiner Stimme rufe ich; und sei mir gnädig und erhöre mich!"

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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Das geistliche Pendel schwingt vom Bittgebet zum Lobgesang. Die in Vers 6 zum Lob gestimmte Musik ist hier in Geschrei verwandelt. Als guter Krieger wusste David seine Waffen zu gebrauchen und konnte mit der Waffe des beständigen Gebets umgehen. Beachtet die Angst in seiner Stimme. Pharisäer interessiert es keinen Pfifferling, ob der Herr sie erhört, solange sie von Menschen angehört werden oder sie ihrem Stolz mit ihren wohlklingenden Gebeten schmeicheln können; doch für einen Aufrichtigen bedeutet das Ohr des HERRN alles. In Vers 8 werden wir belehrt, dass wenn der HERR unsere Stimme hören soll, wir darauf achten müssen, Seiner Stimme zu entsprechen. Das wahrhaftige Herz sollte ein Echo auf den Willen Gottes bilden, wie die Felsen der Alpen die schönsten Töne beim Klang des Alphorns wiederholen. Beachtet, dass der Befehl im Plural steht, also allen Heiligen gilt; aber der Mann Gottes wendet ihn in den Singular, indem er ihn persönlich anwendet: »Dein Angesicht, HERR, suche ich.« Die Stimme des HERRN ist sehr wirkungsvoll, wenn auch alle anderen Stimmen versagen. Der Befehl, das Angesicht des HERRN zu suchen, wäre sehr schmerzlich, wenn der HERR sich abwendete und es dadurch dem Suchenden unmöglich machte, Ihm zu begegnen. Ein Lächeln des HERRN ist der größte Trost, Sein Stirnrunzeln das schrecklichste aller Übel. David bittet nicht, er möge seine eigenen Wege gehen dürfen, sondern über den Pfad belehrt zu werden, den der gerechte HERR für ihn bestimmt hat. Dieses Gebet offenbart ein demütiges Bewusstsein persönlicher Unwissenheit, große Belehrbarkeit des Geistes und freudigen Gehorsam des Herzens. Hier wird sowohl Hilfe als auch Wegweisung gesucht. Wir brauchen nicht nur eine Landkarte für den Weg, sondern auch einen Führer, der uns auf der Reise beisteht. Hier wird ein Pfad begehrt, der offen, ehrlich und gerade ist und sich unterscheidet von den Wegen eigener Klugheit, die kompliziert und voller Plagen und Gefahren sind. Gottes Leute haben selten Erfolg in schlauen Spekulationen und zweifelhaften Unternehmungen; klare Schlichtheit ist die beste Denkungsart für einen Himmelserben. Lasst uns die unberechenbaren Tricks und politischen Nützlichkeitserwägungen der Bürger dieser Welt nicht anwenden – das Neue Jerusalem braucht geradlinige Menschen als Bürger.

Wartet an der Tür des HERRN mit Gebet; wartet zu Seinen Füßen in Demut; wartet an Seinem Tisch als Diener; wartet an Seinem Fenster in Hoffnung. Bittsteller erreichen oft nach langem, untertänigstem Warten nichts als die kalte Schulter ihrer irdischen Herrschaften; dagegen gewinnt am meisten der, dessen Schutzherr im Himmel wohnt. David setzt sein persönliches Siegel unter die Worte, die er als inspirierter Mensch zu schreiben bewegt wurde. Es ist sowohl sein Zeugnis als auch das Gebot Gottes: »Harre auf den HERRN!«