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Predigten zu Psalm 31,23

"Liebet Jehova, ihr seine Frommen alle! Die Treuen behütet Jehova, und vergilt reichlich dem, der Hochmut übt."

Autor: Hugh E. Alexanders (* 1884; † 1957) englischer Evangelist, der Anfang des 20. Jahrhunderts in der französischen Schweiz wirkte

«In meiner Überstürzung …» Anstatt zu überlegen, uns zu sammeln und auf Leitung von oben zu warten, handeln wir überstürzt. Wie oft geraten wir dadurch in mißliche, schmerzliche Lagen, und haben unseren Schritt nachher schwer zu bereuen!

Im Leben und im Kampf gibt es Augenblicke, da man schnell handeln muß. Der Feind hat es eilig, wir müssen ihm zuvorkommen. Aber hier redet der Psalmist von der Überstürzung, einer Versuchung, in die jeder Christ geraten kann. Zuerst lassen wir überstürzt einen Gedanken aufkommen. Dann wird eine Überzeugung daraus, und wir fassen in unserer Überstürzung einen Entschluß, sagen ein Wort, schreiben einen Brief, alles voreilig; und so kann es nicht ausbleiben, daß uns Gottes Angesicht verhüllt wird und wir keine Gemeinschaft mehr mit Ihm haben. Unser Herz kann dann dem rebellischen Gedanken nicht mehr widerstehen: «Ich bin von deinen Augen verstoßen!» Der ganze 31. Psalm redet von Bedrängnis und Kampf, von den Feinden des Christen, aber auch von der Hilfe und Treue Gottes, von Seiner väterlichen Fürsorge und von Seiner Macht, die für jeden der Seinen wirksam wird.

Er verbirgt sie unter dem Schirm Seines Angesichts und erhört ihr Flehen. Er selbst wird mit ihren Feinden fertig und gibt Kraft und Freude denen, die auf Ihn harren und in Ihm frohlocken. Warum also diese Überstürzung? Sie ist ein Vorläufer der Auflehnung, eine Äußerung des Eigenlebens, die unheilvoll für uns ist und Erregung und Zweifel mit sich bringt.

«Ich hatte in meiner Bestürzung gesagt: Ich bin von deinen Augen verstoßen!» Wir wollen bekennen, daß wir das auch schon gedacht haben, und uns klarmachen, wohin das führt. Und dann wollen wir zu Gott zurückkehren, zu unserem himmlischen Vater, der uns nicht so behandelt, wie wir Ihn. Er hat alles gesehen; Er weiß alles, und doch erhört Er unser Flehen, wenn wir zu Ihm rufen. Er kommt uns entgegen, und wenn wir Ihn wiedergefunden haben, von neuem in Gemeinschaft mit Ihm sind, vergehen die Zweifel, und an ihre Stelle tritt der Glaubensblick. Er ruft uns heute zu: «Seid stark, und euer Herz fasse Mut, ihr alle, die ihr auf den HERRN harrt!» (Psalm 31,25).