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Predigten zu Psalm 37,16

"Besser das Wenige des Gerechten, als der Überfluß vieler Gesetzlosen."

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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Diese neun Verse beschreiben in der Hauptsache das Wesen und das Gesegnetsein der Gottesfürchtigen. Dieses Licht erstrahlt noch deutlicher wegen einiger dunkler Flecken durch die Darstellung der Gottlosen und ihrer Verdammung. Das Wenige eines Gerechten wird dem Reichtum vieler Gottloser gegenübergestellt. Dadurch erhält die Sache eine größere Wirkung. Die Gemüsesuppe eines Frommen macht glücklicher als der gemästete Ochse der Gottlosen. In der Originalsprache wird auf den Krach angespielt, den große Menschenmengen verursachen. Dadurch soll die durch den Reichtum der Widersacher Gottes verursachte Unruhe und das Durcheinander herausgestellt werden, ganz im Gegensatz zu dem schlichteren Teil der Gottesfürchtigen. Wir würden lieber mit Johannes dem Täufer hungern, als mit Herodes Festmahl zu halten; lieber die schmale Kost der Propheten in Obadjas Höhlen zu uns nehmen, als mit den Baalspriestern Orgien zu feiern. Das Glück eines Menschen ist nicht von den Goldbarren abhängig, die er im Tresor hat.

Gottes Vorwissen lässt Ihn über die Stolzen lachen; doch für die Rechtschaffenen sieht Er eine hellere Zukunft voraus, und Er behandelt sie als Erben der Errettung. Darin liegt ja unser Trost, dass Gott alles weiß, was kommt, und dass Ihn nichts in unserer Zukunft überraschen kann. Kein Pfeil kann uns per Zufall treffen, kein Dolch uns heimlich ermorden. Nicht in Zeit und Ewigkeit wird uns etwas Unvorhergesehenes begegnen. Das Zukünftige wird sich nur als die fortgesetzte Entfaltung all des Guten herausstellen, das der HERR für uns vorbereitet hat. Gottes Segnungen sind schließlich der wahre Reichtum. Wirk- liches Glück, das der Bund allen Auserwählten des Himmels zusichert, ist eingewickelt in die Gunst unseres Gottes. Seine Missbilligung ist Tod, ja, noch mehr, sie ist die Hölle. Der gesamte Lebenslauf des Gottesfürchtigen ist gnädig vorherbestimmt, und in Liebe und Freundlichkeit ist alles festgelegt, geregelt und aufbewahrt. Nicht sinnloses Schicksal, nicht schwankendes Glück bestimmen uns; denn jeder unserer Schritte ist Gegenstand göttlicher Anordnung. Alles, was einen Heiligen angeht, interessiert seinen himmlischen Vater. Gott gefällt es, das heilige Ringen einer Seele zu betrachten, wie sie eifrig dem Himmel zustrebt. In Trübsalen und Freuden der Getreuen hat Jesus Gemeinschaft mit ihnen und freut sich darüber, ihr mitfühlender Begleiter zu sein. Kein Heiliger wird für immer fallen oder zuschanden werden. Schmerzen mögen uns zu Boden werfen, und der Tod mag uns ins Grab bringen; aber tiefer können wir nicht sinken, und aus dem Allertiefsten werden wir zum Allerhöchsten aufsteigen. Gott hält die Heiligen mit Seiner eigenen Hand aufrecht: Er überlässt sie nicht irgendeinem Bevollmächtigten, sondern bietet persönlichen Beistand. Selbst wenn wir straucheln, gibt der HERR uns noch eine gewisse Bewahrung. Wo uns die Gnade nicht vor dem Fallen bewahrt, wird sie uns doch davor retten, liegen zu bleiben. Hiob war am Ende doppelt so reich, Josef regierte über Ägypten, und Jona kam sicher ans Land.