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Predigten zu Psalm 40,12

"Denn Übel bis zur Unzahl haben mich umgeben, meine Ungerechtigkeiten haben mich erreicht, daß ich nicht sehen kann; zahlreicher sind sie als die Haare meines Hauptes, und mein Herz hat mich verlassen."

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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Jesus war von allen Seiten von Bösem bedrängt; unzählige Schmerzen umringten den Großen Stellvertreter wegen unserer Sünden. Unserer Sünden waren unendliche viele, und dementsprechend war Sein Schmerz. Es gab kein Entrinnen für uns wegen unserer Ungerechtigkeiten, und es gab für Ihn kein Entrinnen von dem Weh, das wir verdient hatten. Das Böse brandete von allen Seiten her um den Gepriesenen auf, wo doch das Böse in Seinem Herzen keinen Raum hatte. Er hatte keine Sünden begangen; aber Ihm wurden sie auferlegt, und Er nahm sie wie die Seinen an. »Er wurde für uns zur Sünde gemacht.« Die Übertragung der Sünden auf den Heiland war Wirklichkeit und bewirkte in Ihm als Menschen die Schrecken, die Ihm untersagten, ins Angesicht Gottes zu schauen, und die Ihn in zermalmender Angst und unerträglichem Weh zu Boden drückten. Ach, meine Seele, was hätten deine Sünden dir für ewig angetan, wenn nicht der Freund der Sünder sich herabgelassen hätte, um sie alle auf sich zu nehmen? Wie gesegnet ist das Wort: »Der HERR ließ Ihn treffen unser aller Schuld.« Wie bewundernswert ist die Tiefe der Liebe, die den vollkommen Unbefleckten dazu brachte, den Platz des Sünders einzunehmen und den Schrecken der großen Angst zu tragen, welche die Sünde über solche bringt, die sich ihrer bewusst werden. Im siebzehnten Vers spricht der Herr Segnungen über Seinem Volk aus. Beachtet, wer die gesegneten Gegenstände Seiner Segenswünsche sind: nicht alle Menschen, sondern nur einige.

Er bittet für die Suchenden, das sind die Kleinsten in seinem Reich, die Babys in der Familie Gottes. Es sind solche, die wahres Sehnen und erwartungsvolle Gebete und ein beständiges Ver- langen nach Gott kennen. Möchten doch suchende Seelen Mut fassen, wenn sie dies vernehmen. Welch reiche Gnade, dass sich Jesus in Seinen bittersten Stunden an die Lämmer in Seiner Herde erinnern sollte! Und was erfleht Er für sie? Dies: Sie sollen voller Glückseligkeit und voll großer Freude sein; denn dies wird durch die Wiederholung der Begriffe ausgedrückt. Jesus möchte alle Suchenden glücklich sehen, indem sie finden, wonach sie gesucht haben. So tief wie die Schmerzen waren, so hoch würde ihre Freude werden, indem sie durch Seine Leiden Frieden gewinnen. Er seufzte, damit wir singen möchten, und war mit blutigem Schweiß bedeckt, damit wir mit Freudenöl gesalbt würden. Das Leiden des Erlösers führte zur Förderung der Herrlichkeit Gottes durch alle, die sich dankbar Seiner Rettung erfreuen. Der Wunsch unseres Herrn sollte uns Befehl sein, wir lieben die große Errettung von ganzem Herzen. So wollen wir mit allen Zungen die strahlende Herrlichkeit Gottes proklamieren. Möge Sein Lob nie verstummen!

Der Mann der Schmerzen beendet Sein Gebet mit einem weiteren Wort, das sich auf Seine Anfechtung und Sein Elend bezieht. »Der Herr denkt an Mich.« Dies war ein wunderbarer Trost für das heilige Herz des großen Leidenden. Die Gedanken des Herrn über uns sind ein hoch erfreulicher Gegenstand des Nachdenkens; denn sie sind stets freundlich, und das ohne Ende. Seine Jünger verließen Ihn, und Seine Freunde vergaßen Ihn; aber Jesus wusste, dass Gott niemals Sein Herz von Ihm abwenden würde, und dies trug Ihn durch die Stunde der Bedrängnis. Sein unveränderliches Vertrauen ruhte auf Gott allein.