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Predigten zu Psalm 51,13

"Lehren will ich die Übertreter deine Wege, und die Sünder werden zu dir umkehren."

Autor: Hermann Friedrich Kohlbrügge (* 15.08.1803; † 05.03.1875) niederländischer reformierter Theologe

Wunderbares Gebet! Ich bin vor deinem Angesicht, verwirf mich nicht von deinem Angesicht. Ich habe deinen heiligen Geist, nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. So steht's aber geschrieben, ob auch Tausende hier lieber lesen möchten: Gib mir den heiligen Geist wieder. Was das Deinen hier bedeutet, fällt ihnen dabei nicht ein. Es ist, als ob David die Worte des Herrn Jesu gehört hätte: Ich will den Vater bitten, und er soll euch einen andern Tröster geben, dass er bei euch bleibe ewiglich; er bleibt bei euch und wird in euch sein. Aber doch, dieser Tröster war auch ihm gegeben von seiner Bekehrung an und war auch bei ihm und in ihm geblieben, sonst hätte er nicht gebetet: Nimm ihn nicht von mir! Aber wie? War denn Gottes heiliger Geist in David geblieben, da er sündigte mit Bathseba, da er überlegte, wie Uria zu betrügen sei, da er ihn endlich dem gewissen Tode preisgab? Wo wahre Gnade ist, da hält man Gott auch nicht mehr verpflichtet, seinen Verheißungen nachzukommen, sondern es ist das Bekenntnis da, dass man's wert ist und mit seinen Sünden verdient hat, dass Gott seinen heiligen Geist von einem nehme. Nicht, dass David fürchtete, Gott wäre so veränderlich, sondern er sei der Einwohnung eines so hohen Gastes unwert, weil er denselben tief betrübt. Und so bittet er: Nimm deinen heiligen Geist nicht von mir.

Ach, entzieh den heilgen Geist mir nicht!
Gib mir auf's neu, mich deines Heils zu freun,
lass dessen Kraft mir Leib und Geist durchdringen!
Dein edler Geist muss meine Stärke sein,
dann kann ich Welt und Fleischeslust bezwingen.