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Predigten zu Psalm 51,12

"Laß mir wiederkehren die Freude deines Heils, und mit einem willigen Geiste stütze mich!"

Autor: John F. MacArthur (* 19.06.1939) US-amerikanischer Pastor, Prediger, Theologe und Autor
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DIE NOTWENDIGKEIT DER BUSSE

Zu einem echten Sündenbekenntnis gehört Buße. Oft unterlassen wir es, unsere Sünde zu bekennen, weil wir nicht wirklich bereit sind, sie auch zu lassen. Ich erinnere mich daran, wie ich als junger Christ Gott gewisse Sünden bekannte und ihm anschließend dafür dankte, dass er mir vergeben habe. Das war aber auch alles, was ich tat. Es war ein Meilenstein in meinem Leben als Christ, als ich zu beten begann: „Herr ich danke dir, dass du diese Sünden vergeben hast. Ich weiß, dass du keinen Gefallen daran hast, und ich will diese Sünden auch nie wieder tun.“ Es mag manchmal schwer sein, so zu beten, weil wir gewisse Sünden immer wieder tun möchten. Wer die Sünde genießen und nur von der Strafe befreit werden möchte, verrät dadurch nur seine persönliche Unreife. Wenn dein Sündenbekenntnis echt sein soll, musst du dich von der Sünde bewusst abwenden.


Autor: Martin Luther (* 10.11.1483; † 18.02.1546) theologischer Urheber der Reformation
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Ein neues Herz

Herr, ziehe mich zu Dir, hilf mir und schenke mir die Kraft und die Gabe, dass ich es glauben kann! So seufzt der Prophet in Psalm 51: »Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen, gewissen Geist.«

Ein neues, reines Herz vermag ich nicht zu schaffen. Das ist Dein Geschöpf und Werk. So wie ich die Sonne und den Mond nicht aufgehen oder heller am Himmel scheinen lassen kann, so wenig kann ich auch machen, ein reines Herz und einen festen Geist und ein festes, starkes Vertrauen zu haben. Ein reines Herz ist ein Herz, das nicht unsicher oder wankelmütig ist und das nicht zweifelt an Deinem Wort. Das ist ein neues, reines und empfindsames Herz, das sagen kann: »Ich habe Deinen Heiligen Geist, ein neues Denken, eine neue Gesinnung und einen neuen Willen und ein Herz, das an Deinem Wort festhält und nicht zweifelt, sondern fest glaubt und sogar Leib und Leben dafür lassen will, dass Christus für mich gestorben ist.«


Autor: Martin Luther (* 10.11.1483; † 18.02.1546) theologischer Urheber der Reformation
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Wahre Buße

Wir sollen zu aufrichtiger Buße bereit sein und können es doch nicht. Sollen wir nun alle verdammt sein? Das sei ferne! Und wir antworten darauf: Du musst dich als den erkennen, der du bist, und nicht leugnen, so zu sein, sondern in einen Winkel gehen und nach dem Rat Christi im Verborgenen zu deinem Vater im Himmel beten, indem du ohne Heuchelei sagst: »Siehe, guter Gott, Du befiehlst mir, Buße zu tun, aber ich Elender bin so, dass ich fühle, weder Willen noch Vermögen dafür zu haben. Darum liege ich zu Deinen Füßen und bitte Deine Barmherzigkeit und Gnade, mache mich bußfertig, der Du mir die Buße geboten hast.« Und dann magst du auch mit Augustinus beten: »O Herr, gib mir, was Du befiehlst, und dann befiehl, was Du willst!«, und mit der ganzen Kirche: »Gib mir ein bußfertiges Herz!« So sage ich denn, dass dies Gebet und diese Anerkennung und dies Bekenntnis deiner Unbußfertigkeit – wenn es nicht erdichtet ist – es gerade schaffen werden, dass Gott dich für einen wahrhaft Bußfertigen ansieht. Und magst du dich noch so sehr zum Bösen hingeneigt fühlen, fürchte dich nicht! Dein Bekenntnis und Gebet wird es tun, dass Christus von dem Seinen ersetzt, was an dem Deinen fehlt. Und lass dich ja nicht durch deine Unwürdigkeit und Unreinigkeit von solchem Gebet abhalten; gehe getrost hinzu! Denn wenn du erst – wie es viele törichterweise tun – zu Gott beten willst, wenn du ganz rein bist, so wirst du nie zum Beten kommen. Ja, Gott hat dir die Erkenntnis von Sündhaftigkeit und Gerechtigkeit gegeben, auf dass du um Gnade beten sollst.


Autor: Hermann Friedrich Kohlbrügge (* 15.08.1803; † 05.03.1875) niederländischer reformierter Theologe

David hat einen Abscheu gegen des halbe Wesen. Er denkt: ganz oder gar nichts. In Verdrehtheit bin ich geboren, voller Sünden stecke ich, verdreht bin ich bis ins tiefste Herz und Gemüt hinein; aber den Gott, der mich vom Mutterleibe an gekannt hat, den ich gekannt habe von Jugend an, dessen Gnade, Erbarmen, Treue und Güte ich in tausend Wegen erfahren habe, kann ich nicht fahren lassen. Er soll mich ganz und ungeteilt haben, so wie ich bin. Und dieses Herz, so wie es ist, soll ihm ganz und ungeteilt anhangen, ihn ehren und lieben, ihm soll alles andere weichen. Aber wie komme ich dazu, dass dieses Herz ihm ungeteilt anhange? Hier fühlt er: das ist nur ein Werk allmächtiger Gnade. Soll es da sein, wo nichts ist, so ist es ein Werk, wie das der Schöpfung, wo Gott sprach: es werde, und es ward. Darum bittet er: Schaffe es mir, o Gott! Da sucht er das Ende des Gebots, welches ist: Liebe aus reinem Herzen; da begehrt er den Herrn aus reinem Herzen anzurufen, ihn zu lieben in Unverderblichkeit. Und war ihm früher der Geist fest, um an Gnade zu halten, so bittet er jetzt um Erneuerung dieses Geistes, auf dass er wiederkehre zu seiner Festung und von nun an darin wohl aufbewahrt bleibe, auf dass die Sünde der Eigengerechtigkeit und der Naseweisheit wider Gottes Wort ihn nicht von neuem stürze.

Erscharff', o Gott, ein reines Herz in mir!
Du schufst es ja, du kannst es neu erschaffen,
gib meinem Geist die Festigkeit in dir,
dass ich nie mög' im Ernst und Streit erschlaffen!


Autor: Dora Rappard (* 01.09.1842; † 10.10.1923) Schweizer Missionarin und evangelische Kirchenlieddichterin

"Tröste mich wieder mit Deiner Hilfe, und Dein freudiger Geist erhalte mich."

Ein Mann Gottes, Chr. Hein. Zeller, der bis in sein hohes Alter grünend und frisch blieb, hat es einmal ausgesprochen, er habe die Worte zu seiner täglichen Bitte gemacht: "Dein freudiger Geister halte mich!" Er ist herrlich erhört worden, und die Erfahrung des alten Christen soll uns allen ein Ansporn und eine Ermutigung sein.

Es gibt so vieles in der Welt, das uns niederdrücken will. Nur der freudige Geist gibt Mut und Ausdauer. Verzagte Soldaten gewinnen niemals eine Schlacht. Wenn aber des Feldherrn Stimme ihnen neue, freudige Zuversicht einflösst, dann ist der Sieg schon halb errungen.

Der freudige Geist ist ein Geist der Freiheit. Sklaven kennen die Freude nicht. Es hat mir einen unvergesslichen Eindruck gemacht, von einem Missionar erzählen zu hören, dass auch die Kindlein des geknechteten heidnischen Stammes, unter dem er arbeitete, niemals lachten. - Frei sein von der Last der Schuld, frei von den Ketten des Eigenwillens und der Selbstsucht, frei von der nagenden Sorge, die der Herr auf ihn zu werfen befiehlt, das gibt Freude. Du kannst dir solches nicht selbst geben; darum bitte auch heute und alle Tage: Herr, Dein freudiger Geister halte mich!

Herr, mein gnädiger Gott, mache mich frei von mir selbst, und binde mich an Dich, damit Dein Geist der Freude mich jederzeit durchdringe.


Autor: Elias Schrenk (* 19.09.1831; † 21.10.1913) deutscher Theologe und Erweckungsprediger des Pietismus

Schaffe in mir, o Gott, ein reines Herz, und erneure in mir einen befestigten Geist. Verwirf mich nicht von Deinem Angesicht und nimm Deinen heiligen Geist nicht von mir.

David war ein Mann freudigen Glaubens, dessen Lust es war, Gott zu loben. Ich will den Herrn loben allezeit; sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein, ruft er aus in Ps. 34,2. In Ps. 51,17 muss er bitten: Herr, tue meine Lippen auf, dass mein Mund Deinen Ruhm verkündige; der Mund war ihm geschlossen für das Lob Gottes, der heilige Sänger war stumm geworden. Ja, die Sünde schließt den Mund für Gottes Lob, Ehebruch und Mord hatten ihn stumm gemacht, und das Seufzen trat an die Stelle des Lobens. Wie ernst, wie warnend klingt das! Ein Mann, der wie er unter der Zucht des Geistes Gottes stand, kann tief fallen, wenn er nicht wacht und nicht betet. Seine Augen schauten nach der schönen Bathseba; seine Seele fing Feuer, und das Fleisch kam obenan. Seine vorherigen Erfahrungen in der Gemeinschaft mit Gott gingen aber zu tief, er hatte nach seiner bösen Tat, die er durch Mord verdecken wollte, keine Ruhe unter der Herrschaft des Fleisches. So bittet er Gott zunächst um ein reines Herz. Dieses konnte er nur bekommen durch gründliches Selbstgericht und Buße einerseits, und andererseits durch völlige Vergebung von Seiten Gottes. Seine zweite Bitte war, in ihm einen befestigten Geist zu erneuern. Wo Vergebung der Sünden ist, da kommt der Geist wieder oben an; David war vorübergehend unter Fleischesregiment gekommen, und so bittet er Gott, seinem Geist wieder zu einer befestigten Stellung zu verhelfen. Unser Geist hat nur befestigte Stellung dem Fleische gegenüber, wenn er von Gottes Geist regiert wird. David hatte aber Gottes Geist tief betrübt, weshalb er sich zurückziehen musste von ihm und sobald er sich zurückzog, so wankte Davids Geist und das Fleisch siegte. Daher die weitere Bitte: nimm Deinen heiligen Geist nicht von mir. Ach, was ist der Mensch ohne den heiligen Geist! Wie wichtig ist die Ermahnung Pauli: betrübet nicht den heiligen Geist! Durch Ungehorsam betrüben wir ihn und kommen unter das Fleisch.

Herr! Du hast uns befohlen zu wachen und zu beten. Sei Du selber mein Hirte. Behüte und bewahre mich, dass ich nicht von Dir weiche, und der Feind mich nicht fällen könne. Amen


Autor: Frederick Brotherton Meyer (* 08.04.1847; † 28.03.1929) englischer Baptistenpastor

Gib mir einen neuen, gewissen Geist

Vielleicht ist es dies, was wir am nötigsten haben, besonders dann, wenn wir unsere Lenden umgürten, um eine neue Strecke unserer Pilgerreise anzutreten. Wir bedürfen nicht sowohl höherer Ideale; denn wo uns solche begegnen, sind wir alsbald bereit, ihnen nachzukommen. Wir lesen etwa von einem Knechte Gottes, der darüber leid trug, dass er zu viel Zeit auf öffentliches Wirken, und zu wenig auf die stille Gemeinschaft mit Gott verwendet habe, – und dann geloben wir, mehr zu beten. Wir erinnern uns jenes Denkspruches auf dem Grabe eines großen Geschichtsforschers in Mentone: „Er starb als ein Lernender,“ und wir nehmen uns vor, dass wir jeden Tag aus dem großen Vorrat der Wahrheit etwas lernen und uns aneignen wollen. Die herrlichen Worte des Dichters ergreifen uns, der sich ein Märtyrerherz wünschte, wenn nicht die Märtyrerkrone, – und wir geloben, uns ganz und gar hinzugeben, für Jesum zu zeugen und zu leiden. Aber ach – unsere Ideale welken nach einigen Stunden, und was davon übrig bleibt, sind nur abgefallene Blüten. Wir brauchen einen festen, gewissen Geist. Nur Gott kann ihn uns geben. Er kann unseren Willen von Tag zu Tag erneuern, und uns seinen unbeweglichen Sinn geben; Er kann die apostolische Ermahnung in uns erfüllen: „Seid fest, unbeweglich, und nehmet immer zu in dem Werk des HErrn.“ Höret die tröstlichen Worte des Apostels Petrus: „Der Gott aller Gnade, der uns berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christo Jesu, wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, vollbereiten, stärken, kräftigen, gründen.“ Alsdann werden wir sicheren Schrittes, ohne zu schwanken, vorwärts gehen; wie Columbus werden wir, nicht gehemmt durch Entmutigungen, unbekannte Meere durchkreuzen, bis die Luft des Landes, das wir suchen, uns von den Winden zugeweht wird.