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Predigten zu Psalm 55,6

"Und ich sprach: O daß ich Flügel hätte wie die Taube! Ich wollte hinfliegen und ruhen."

Autor: Dora Rappard (* 01.09.1842; † 10.10.1923) Schweizer Missionarin und evangelische Kirchenlieddichterin

"Ich sprach: O dass ich Flügel hätte wie die Taube, ich wollte hinfliegen und ruhen."

Aber du hast sie ja, diese Flügel, liebes Kind Gottes! Brauche sie nur und fliehe hin an den einzigen Ruheort. Deine beiden Flügel sind Glaube und Gebet. Mit diesen schwing dich empor über Berge der Schwierigkeiten und Täler der Verzagtheit, durch Wolken der Angst und Nebel des Zweifels. Fliehe hin zum Gnadenthron, zu deinem gekreuzigten und auferstandenen Heiland. Du hast nicht weit zu fliehen. Deine ermatteten Flügel können die Stätte wohl erreichen.

Dein Gott ist dir nicht fern. Wo ein zerschlag'nes Herz nach ihm sich sehnet, Wo immer auch ein Auge nach ihm tränet, Da ist der Gnadenthron des Herrn.

Ich kannte einen Familienkreis, wo mancherlei Trübsal einkehrte und der müden Mutter manchmal ähnliche Worte auspresste, wie unserem Psalmsänger. Da lernte sie den Gebrauch der Flügel kennen, und wenn ihr das Herz gar schwer war, floh sie in ein stilles Stübchen, wo sie gewohnt war, ihr Herz auszuschütten vor dem Herrn Zebaoth. Erquickt und gestärkt kehrte sie allemal zurück, so dass eins der Kleinen einmal sagte: "Ich glaube, in Mutters Zimmer kann man den Heiland sehen."

Ja, müdes Täublein, bei Jesu ist Ruhe. Brauche deine Flügel! Flieh' zu Jesu früh und spät: Mach aus allem ein Gebet!