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Predigten zu Psalm 57,3

"Vom Himmel wird er senden und mich retten; er macht zum Hohn den, der nach mir schnaubt. (Sela.) Senden wird Gott seine Güte und seine Wahrheit."

Autor: Aiden Wilson Tozer (* 21.04.1897; † 12.05.1963) US-amerikanischer evangelischer Pastor und Autor (besser bekannt als A. W. Tozer)
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Am besten arbeitet man mit dem Unabwendbaren zusammen

Ein Mensch mit einem einfältigen Herzen wurde einmal gefragt, wie er es schaffe, in solchem Zustand tiefsten Friedens zu bleiben, obwohl die ihn umgebenden Umstände alles andere als erfreulich waren. Seine Antwort war so tiefgründig wie einfach: »Ich habe gelernt, mit dem Unabwendbaren zusammenzuarbeiten!« Der uns hier vorgestellte Gedanke ist so weise und praktisch, dass man kaum verstehen kann, wie Christen es fertigbringen, ihn im täglichen Leben so gründlich zu übersehen. Dass wir ihn übersehen, zeigt sich in unserem Verhalten und in unseren Gesprächen. Manche von uns schlagen lebenslang »gegen den Stachel aus«, und gleichzeitig glauben wir, uns dem Willen Gottes unterstellt zu haben. Was böse Menschen tun, sollte den Frieden des guten Menschen nicht stören. Die innere Welt besteht aus unseren Gedanken und Gefühlen, denen der Wille vorsteht. Während wir nun die Umstände nicht bestimmen können, können wir aber unsere Reaktionen darauf unter Kontrolle halten. Und an dieser Stelle muss der Kampf gefochten und der Sieg errungen werden! Damit soll keinesfalls dem Fatalismus das Wort geredet oder die Freiheit des menschlichen Willens bestritten werden. Im Gegenteil: Dadurch wird die Freiheit ganz klar bestätigt. Wir können das Universum nicht lenken – aber wir können unsere Haltung ihm gegenüber bestimmen. Wir können den Willen Gottes annehmen – einerlei, wie er sich zeigt. Wenn ich den Willen Gottes tun will, gerate ich nie in Widerspruch mit etwas, was mir im Lauf des Tages begegnet. Lass Gott die Entscheidungen fällen, wie Er sie für passend hält, entweder durch Seine souveräne Vorsehung oder als Antwort auf gläubiges Gebet!


Autor: Frederick Brotherton Meyer (* 08.04.1847; † 28.03.1929) englischer Baptistenpastor

Ich rufe zu Gott, der meines Jammers ein Ende macht

Es kam David vor, als sei er dazu verurteilt, sein Leben in einer Löwengrube zuzubringen; auf allen Seiten drohte man ihm, und überhäufte ihn mit Schmähungen, seine Feinde schnaubten gegen ihn wie Flammen, und ihre Lästerungen trafen ihn wie Schwerter. Aber bei dem allem, schaute er unentwegt zu Gott, dem Allerhöchsten, der von seiner Höhe herab sich zu ihm neigte, ihm zu helfen und unter dessen Flügeln er sichere Zuflucht gefunden hatte. Es ist wunderbar, dass Gott buchstäblich bereit ist, alles für uns und in uns zu vollbringen, wenn wir Ihn nur machen lassen wollen. Die meisten begehen aber leider den Fehler, dass sie alles selbst zu Stande bringen wollen, mit ihren guten Entschlüssen, und in eigener Kraft. Sie schließen Gott aus, durch ihre Selbstbewusste Tätigkeit und während Er sich naht, ihnen zu helfen, drängen sie sich selber vor.

Ehe Gott alles für uns tun und unsers Jammers ein Ende machen kann, müssen wir, wie sein Knecht David, lernen, vor Ihm stille werden, dass Er uns unsere Armut und Hilflosigkeit recht zeigen kann; dass er uns von unserer völligen und beständigen Abhängigkeit von Ihm überzeugen und uns die Augen öffnen möge die Quelle zu entdecken, wie Hagar, mitten im Sand der Wüste. Ein Herz, das bereit ist (Vers 8), das sich auf Gott allein richtet, auf Ihn wartet, seine Hilfe erfährt, und in allen Dingen sich durch die Eingebung und die Triebe des heiligen Geistes leiten lässt, – das ist die wesentliche Bedingung göttlichen Eingreifens.

Wache auf, o Kind Gottes, wache frühe auf (Vers 9), danke dem Herrn, lobsinge Ihm, lass dich emporheben zu seiner heiligen Höhe (Vers 6.12); dein Herz sei entschlossen, bei keinem anderen Erlösung zu suchen – dann wird es nicht fehlen, Er wird seine Güte und Treue senden (Vers 4); sie werden, Engeln gleich, sogar in die Grube der Löwen hinabsteigen und dich erlösen von denen, die dich zu verschlingen drohen (Vers 5).