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Predigten zu Psalm 67,6

"Die Erde gibt ihren Ertrag; Gott, unser Gott, wird uns segnen."

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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"Gott, unser Gott."

Es ist auffallend, wie wenig Gebrauch wir von den geistlichen Segnungen machen, die Gott uns verleiht; aber es ist noch auffallender, wie wenig wir Gott selber uns zu nutze machen. Ob Er gleich "unser Gott" ist, so wenden wir uns doch wenig an Ihn, und bitten wenig von Ihm. Wie selten begehren wir Rat aus dem Munde des Herrn! Wie oft gehen wir an unsre Berufsarbeit, ohne seinen Beistand zu suchen! Wie hartnäckig suchen wir in unsern Trübsalen unsre Last selber zu tragen, statt dass wir all unser Anliegen auf den Herrn werfen, damit Er uns versorge! Das geschieht nicht, weil wir nicht dürften; denn der Herr spricht gleichsam zu uns: "Ich bin dein eigen, liebe Seele, komme und brauche mich, wie du willst; du darfst mit Freudigkeit herzutreten und von meinem Reichtum nehmen; und je öfter du kommst, desto willkommener bist du." Es ist unser eigner Fehler, wenn wir mit den Schätzen Gottes nicht frei schalten und walten. Weil du denn einen solchen Freund hast, und Er dich einladet, so brauche Ihn täglich. Du darfst nimmermehr Mangel leiden, dieweil du einen Gott hast, zu dem du kommen darfst; du darfst dich weder scheuen noch fürchten, so lange du einen Gott hast, der dir hilft; gehe zu deinem Schatz, und hole, so viel du bedarfst, das ist alles, was du nur wünschen magst. Lerne die göttliche Kunst, aus deinem Gott alles zu machen. Er kann dich mit allem versorgen, oder noch besser, Er kann dir alles ersetzen. So lass dich denn nötigen, deinen Gott zu brauchen. Brauche Ihn im Gebet. Gehe oft zu Ihm, denn Er ist dein Gott. Ach, willst du ein so großes Vorrecht unbenützt lassen? Fliehe zu Ihm, klage Ihm all dein Anliegen. "Ach, öffne mir die Gnadentür! In Jesu Namen steh' ich hier." Brauche Ihn fort und fort jederzeit durch den Glauben. Wenn eine dunkle Schickung dich umdüstert, dann brauche Gott als deine "Sonne"; wenn ein mächtiger Feind dich anfällt, dann suche in Jehovah einen "Schild", denn Er ist Sonne und Schild seines Volkes. Wenn du in den Irrgängen des Lebens deinen Pfad verloren hast, dann brauche Ihn als "deinen Führer", denn Er will dich leiten. Was du auch bist, und wo du auch bist, so bedenke, dass Gott gerade das ist, was du bedarfst, und dass Er dort ist, wo du Ihn brauchst, und dass Er alles vollbringen kann, was du nötig hast.


Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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Diese Worte sind keine unnütze Wiederholung, sondern ein Refrain, der wert ist, immer wieder gesungen zu werden. Das große Thema dieses Psalms ist die Teilhabe der Heiden an der Anbetung des HERRN; der Psalmist ist erfüllt davon, er weiß kaum, wie er seine Freude bändigen oder ausdrücken soll. Die Sünde legte zunächst einen Fluch auf die Erde, und die Gnade allein kann ihn wieder entfernen. Unter tyrannischer Herrschaft werden die Länder unproduktiv; selbst das Land, in dem Milch und Honig flossen, ist unter türkischer Herrschaft fast zur Wüste geworden. Jedoch wenn die Grundsätze wahrer Frömmigkeit die Menschheit wieder aufgerichtet haben und die Herrschaft Jesu allgemein anerkannt sein wird, wird die Kunst des Ackerbaus vervollkommnet werden. Die Menschen werden Mut zum Arbeiten haben, die Industrie wird die Armut verbannen, und der Boden wird wieder zu höchster Fruchtbarkeit erneuert werden.

»Gott, unser Gott, wird uns segnen.« Er wird die Erde zunehmend zu einem wirklichen Segen werden lassen. Die Menschen werden in Seinen Gaben die Hand desselben Gottes erkennen, den Israel von alters her angebetet hat, und Israel wird sich in besonderer Weise dieser Segnungen erfreuen und sich seines Gottes rühmen. Wir lieben Gott niemals richtig, wenn wir Ihn nicht als den unseren erkennen, und je mehr wir Ihn lieben, umso mehr wollen wir uns versichern, dass Er unser ist. Welchen besseren Namen können wir Ihm geben als »unser Gott«? Die Braut im Hohenlied kennt keinen schöneren Gesang als: »Mein Geliebter ist mein, und ich bin Sein«. Jeder gläubige Jude muss eine heilige Freude empfinden bei dem Gedanken, dass die Völker von dem Gott Abrahams gesegnet werden; aber jeder Gläubige aus den Heiden jubelt ebenfalls, dass die ganze Welt am Ende den Gott und Vater unseres Herrn und Retters Jesus Christus anbetet, der auch unser Vater und unser Gott ist. Das Gebet des ersten Verses ist das Lied des letzten. Wir haben hier zweimal denselben Gedanken, und wahrlich, die Segnungen des Herrn sind vielseitig. Er segnet und segnet und segnet immer wieder. Wie viele sind Seiner Seligpreisungen! Wie wunderbar sind Seine Segnungen! Sie sind das besondere Erbteil Seiner Auserwählten. Er ist der Retter aller Menschen, besonders aber der Gläubigen. In diesem Vers finden wir ein Lied, das für alle Zukunft gilt. Dass Gott uns segnen wird, ist unsere feste Zuversicht. Er mag uns schlagen, uns alles wegnehmen oder uns gar umbringen; aber Er muss uns segnen. Er kann nicht anders, als Seinen Auserwählten Gutes zu tun. Die Fernen werden Ihn fürchten. Die Enden der Erde werden ihren Götzendienst lassen und ihren Gott anbeten. Alle Stämme werden ohne Ausnahme eine heilige Ehrfurcht vor dem Gott Israels empfinden. Alle Unwissenheit wird beseitigt, alle Überheblichkeit abgeschafft, alles Unrecht verbannt, aller Götzendienst verabscheut werden. Überall gilt die Liebe des Herrn und Licht, Leben und Freiheit, und der Herr selbst wird als König der Könige und als Herr der Herren anerkannt werden. Amen, ja, Amen!