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Predigten zu Psalm 74,20

"Schaue hin auf den Bund! denn die finsteren Örter der Erde sind voll von Wohnungen der Gewalttat."

Autor: Frederick Brotherton Meyer (* 08.04.1847; † 28.03.1929) englischer Baptistenpastor

Gedenke an den Bund

Ein merkwürdiger Ausruf! Hier schüttet ein gebrochenes Herz seine Klagen vor Gott aus über die Zerstörung seines Heiligtums und seiner Stadt. – Die Feinde sind in die schönen Vorhöfe eingedrungen, „sie haben das Schnitzwerk dort mit Beilen und Hämmern zerschlagen, wie man die Axt emporhebt im Dickicht des Waldes.“ Wie schmerzlich lautet doch die Klage: „Unsere Zeichen sehen wir nicht; kein Prophet ist mehr da.“ Aus der Tiefe dieser Not erhebt sich aber der Beter zu der Höhe dringenden, inständigen Flehens, und erinnert Gott an den Bund, den Er schon vor Jahrhunderten mit Abraham und seinem Samen geschlossen hatte. Dieser Ruf traf das Herz Gottes, – Er konnte sich selbst nicht verleugnen. Diese Stellung des Gebets kann nur eingenommen werden, wo die Seele mit Gott wohl bekannt ist und in näherer Beziehung zu Ihm steht. Wenn ein Vernunftgrund nach dem anderen angeführt, jeder Beweis geliefert worden ist; wenn trotzdem noch immer keine Antwort erfolgt und der Fall verzweifelt zu sein scheint, dann wenden wir uns zu Gott und sagen wir Ihm: „Du kannst die Bedingungen des Bundes, zu denen du dich verpflichtet hast. nicht umgehen. Was ich erbitte, ist eingeschlossen in unserem Vertrag, darum halte ich mich daran, dass du tun wirst, wie du gesagt hast.“

Der Bund Gottes wird des längeren ausgeführt im 8. Kapitel des Hebräerbriefes, – alle unsere Bedürfnisse sind darin vorgesehen. Nach der, Erklärung: Gal. 3,14 dürfen auch wir uns unter die Verheißung des Bundes stellen, den Gott dem Abraham bestätigt hat. Bei jeglicher Prüfung, wenn du nach einer bestimmten Segnung verlangst, wenn die niederschmetternden Schläge der feindlichen Beile sich hören lassen, wende du dich zu deinem Gott und sprich: „Gedenke des Bundes, dessen Mittler Jesus, dessen Siegel sein teures Blut ist.“