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Predigten zu Richter 13,5

"Denn siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären; und kein Schermesser soll auf sein Haupt kommen, denn ein Nasir Gottes soll der Knabe sein von Mutterleibe an; und er wird anfangen, Israel aus der Hand der Philister zu retten."

Autor: Jakob Kroeker (* 1872; † 12.12.1948) wichtigster Vertreter des freikirchlichen russländischen Protestantismus
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"Denn siehe, du wirst empfangen und einen Sohn gebären, dem kein Schermesser auf das Haupt kommen soll; denn der Knabe wird ein Nasiräer (Geweihter) Gottes sein von Mutterleib an, und er wird anfangen, Israel aus der Philister Hand zu erretten." Richt. 13,5 f

Als Manoah diese Kunde aus dem Mund seiner Frau hörte, bewegte es ihn so tief, dass er sich eine nochmalige Erscheinung des Gottesmannes erbat: "O mein Herr, möge doch der Mann Gottes, den du gesandt, noch einmal zu uns kommen und uns belehren, wie wir mit dem Knaben, der geboren werden soll, verfahren sollen." Seine Bitte wurde ihm gewährt und daraufhin wurde der Knabe schon vor seiner Geburt als ein Nasiräer, als ein dem Herrn Geweihter angesehen. Dementsprechend war auch Simsons spätere Erziehung. Als er erwachsen war, rechtfertigte sein Leben aber nicht die großen Erwartungen, zu denen seine Eltern sich durch ihr Erlebnis vor seiner Geburt berechtigt sahen.

Denn das Erste war eine Verliebtheit Simsons in eine Philisterin in Timnath. Dieselbe war so stark, dass er seine Eltern bat, sie ihm zur Frau zu nehmen. Alle Vorstellungen des Vaters nutzten nicht, er blieb bei seinem Entschluss. Wenn Gott in seiner Barmherzigkeit die ganze dunkle Geschichte auch benutzte, um den Daniten eine gewisse Rettung durch Simson zu geben, so wurde jedoch bereits in Simsons jüngeren Jahren jene sinnliche Leidenschaft offenbar, über die er in seinen späteren Jahren straucheln musste. So stark seine Eltern ihn auch als einen Gott Geweihten angesehen hatten, er selbst brach die Heiligkeit des wahren Nasiräertums. Er folgte in seinem Leben der Lust seiner Augen.

Später fand er da sein Gericht, wo die Schuld seines Lebens lag. Die Verblendung seiner Augen führte eines Tages zur Blendung derselben durch die Philister. Simson ging an einer Delila im Tal Sorek zu Grunde. In ihrem Schoss verriet er das Geheimnis seiner Kraft und wurde zum geblendeten Sklaven jener Philister, deren Kraft zu brechen er berufen war.

Erschütternd ist der biblische Bericht, den er uns über sein Erwachen auf dem Schoss der Delila gibt. Als sie zu ihm sprach: "Philister über dich, Simson!", da erwachte er aus seinem Schlaf und dachte: "Ich will hinaus wie die früheren Male und mich aufraffen; denn er wusste nicht, dass der Herr von ihm gewichen war. Die Philister ergriffen ihn und stachen ihm die Augen aus."

Wenn auch seine Gefangennahme eines Tages wiederum den Philistern zum Gericht wurde, so lag doch eine seltene Tragik über Simsons Leben. Er teilte mit den Philistern das Gericht, das er über diese verhängen musste. Simsons Leben hatte sich nicht als eine fruchttragende Rebe am Weinstock Israels bewährt, sondern endete im Feuer des Gerichts mit den Feinden seiner Stammesbrüder.