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Predigten zu Richter 21,25

"In jenen Tagen war kein König in Israel; ein jeder tat, was recht war in seinen Augen."

Autor: Wilhelm Busch (* 27.03.1897; † 20.06.1966) deutscher evangelischer Pfarrer, Prediger und Schriftsteller
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Eine trübe Zeit schildert das Richter-Buch. Als Ursache dieser Zustände wird angegeben: „Zu der Zeit war kein König in Israel." Im Neuen Testament heißt es: „Und da Jesus das Volk sah, jammerte ihn desselben; denn sie waren verschmachtet und zerstreut wie die Schafe, die keinen Hirten haben." Ist es in der Welt eigentlich je anders gewesen? Gleichen wir Menschen nicht immer solch einer versdimaditeten und führerlosen Herde? Und da ist es dann so, daß die einen sich an einen Menschen hängen und zu ihm sagen: „Führe du uns, sei unser Hirte!" Die anderen aber sind von allen Menschen enttäuscht und halten es wie die Leute in unserem Text: „Ein jeglicher tat, was ihn recht deuchte." In Israel hat man diesen Zustand schließlich nicht mehr ausgehalten. Und in 1. Sam. 8 lesen wir, daß sie zu Samuel sprachen: „Setze einen König über uns!"

Nun geschieht etwas sehr Seltsames. Der Samuel ist darüber bestürzt, geht vor das Angesicht des Herrn, und der Herr sagt ihm: „Sie haben nicht dich, sondern mich verworfen, daß ich nicht soll König über sie sein." Da kommt es auf einmal heraus: Es war ja gar nicht so, wie es im Richterbuch steht, daß kein König in Israel war. Es war ein König da, sogar ein herrlicher und weiser und mächtiger und gütiger: Jehova, der geoffenbarte Gott! Aber den hatten sie nicht sehen und nicht haben wollen. Den hatten sie so nachdrücklich verlassen und vergessen, daß es schließlich geradezu so aussah, als sei gar kein König vorhanden. Dies ist derselbe König, der am Kreuz starb und nach Seiner glorreichen Auferstehung Seinen Jüngern sagte: „Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden." Und wenn wir unter der Führerlosigkeit unsres Lebens leiden, dann weiß ich uns keinen besseren Rat, als daß wir uns unter die Herrschaft dieses Königs stellen. Amen.