10.799 biblische Andachten und Predigten von Spurgeon, MacArthur, MacDonald, Christlieb, Eichhorn, Hofacker, Zinzendorf, Luther ...

Predigten zu Römer 4,16

"Darum ist es aus Glauben, auf dass es nach Gnade sei, damit die Verheißung dem ganzen Samen fest sei, nicht allein dem vom Gesetz, sondern auch dem vom Glauben Abrahams, welcher unser aller Vater ist"

Autor: Carl Olof Rosenius (* 03.02.1816; † 24.02.1868) schwedischer Laienprediger und Initiator einer neuevangelischen schwedischen Erweckungsbewegung

"Abraham Ist unser aller Vater (wie geschrieben steht: Ich habe dich gesetzt zum Vater vieler Völker) vor Gott, dem Er geglaubt hat, der da die Toten lebendig macht und ruft dem, das nicht Ist, dass es sei."

Abraham glaubte an einen allmächtigen Gott; und wer an einen Gott glaubt, der die Toten auferwecken kann, der kann sodann auch glauben, dass Gott alles tun kann, was Er jemals gesagt hat. Wenn Er die Toten auferweckt, warum würde er dann nicht den alten Abraham und die unfruchtbare Sarah zu Eltern einer zahlreichen Nachkommenschaft machen können? Wie sollte Abraham dann bezweifeln, dass Gott Seine Verheißung von einem zahlreichen Samen durch Isaak erfüllen könnte, wenn er ihn jetzt auch opfere und zu Asche verbrenne? Gott könnte ihn ja auferwecken! Einen solchen Glauben hat Abraham gehabt.

"Gott macht die Toten lebendig und ruft dem, das nicht ist, dass es sei." - Gott redet, sobald Er etwas zu tun beschließt, von den Dingen, die noch nicht vorhanden sind, in der gleichen Weise, als ob sie bereits vorhanden wären. So redet Er zu Abraham von dem, was noch nicht vorhanden war, und gibt ihm schon jetzt den Namen Abraham (Vater einer großen Menge); denn Er spricht: "Ich habe dich gesetzt zum Vater vieler Völker." Vor Gott, der die Toten lebendig macht, war Abraham bereits das, was er der Verheißung gemäss sein würde. Für unseren schwachen Glauben ist dies ein vortrefflicher Spruch, voller Lehre und Stärke. Wir müssen alle lernen, in dieser Weise Gott, dem Herrn, zu glauben; dann werden wir rechte Abrahamiten. Er, der durch Sein Wort Himmel und Erde erschuf und "das Licht aus der Finsternis hervorleuchten ließ", Er ist mächtig genug, aus nichts alles zu machen - aus dem Tod das Leben, aus der Sünde die Gerechtigkeit, aus der Knechtschaft unter dem Teufel die herrliche Freiheit der Kinder Gottes hervorzubringen.

Der Prophet sagt: "Hebt eure Augen in die Höhe und seht! Wer hat solche Dinge geschaffen und führt ihr Heer bei der Zahl heraus? Er ruft sie alle mit Namen; Sein Vermögen und Seine starke Kraft ist so groß, dass es nicht an einem fehlen kann." Wie Gott die von Ihm erschaffenen Sterne bei Namen ruft, so ruft Er auch alle Kinder Abrahams, die so zahlreich wie die Sterne am Himmel werden sollten, ein jegliches bei seinem Namen, bevor noch ein einziges geboren war. Vor Ihm ist weder vergangene noch zukünftige Zeit, sondern vor Ihm ist alles gegenwärtig, was uns jemals widerfahren wird. Und wie Abraham auf Gottes Wort und Allmacht hin auch solches glaubte, wovon er jetzt nichts sah, ja, solches, das aufs höchste gegen alles stritt, was er sah oder bei sich fühlte, so muss auch jeder Christ auf die Zusage des Herrn hin glauben, seinem eigenen Sehen und Fühlen ganz zuwider. Das ist es, was eigentlich Glaube heißt; der Glaube an Gottes Allmacht und Treue, dass Er alles jetzt Gesehene und Gefühlte in das Gegenteil wenden kann.

So hat Luther zum Trost der armen Christen den Glauben Abrahams und den Gott Abrahams dargestellt, der dem ruft, das nicht ist, dass es sei, indem er sagt: "Es scheint wohl nicht, wenn man Seine Christen mit Füßen tritt oder ihnen die Köpfe abhaut, dass es soll Ehre und Herrlichkeit, Freude und Seligkeit heißen, sondern es fühlt sich nur als eitel Widerspiel. Aber Gott spricht: Ich kann machen, dass da stehe, was da nicht ist, und dass eitel Freude werde aus Traurigkeit und allem Herzeleid. Ich kann sagen: Tod und Grab, sei du Leben! Hölle, werde du Himmel und Seligkeit! Gift, sei du köstliche Arznei und Labsal! Teufel und Welt, sei du Meinen Christen nützlicher als die lieben Engelein und frommen Heiligen! Denn Ich kann und will Meinen Weingarten also bauen und warten, dass er durch allerlei Leiden und Unglück nur besser soll werden."

Wenn ein angefochtener Christ nichts anderes fühlt, als dass er dem Teufel gänzlich übergeben sei, der sein Herz, seine Gedanken und sein ganzes Leben mit eitel Sünde, Sorge und Jammer erfüllt, dann kann Gott sagen: Du bist heilig, du bist "ganz rein", du bist Mein Tempel. Wenn ich mich durch viele Sünden ganz verabscheuungswürdig vor Gott fühle, dann sagt Gott: Vor Meinen Augen bist du angenehm, geliebt und teuer. Wenn ich nur Tod und Fäulnis vor mir sehe, dann sagt Gott: Ich sehe dich im Himmel herrlich und selig unter Meinen Engeln. Er, "der die Toten lebendig macht und ruft dem, das nicht ist, dass es sei", Er wird den Gläubigen in dieser Zeit solches alles ebenso sicher machen, wie Er Seine wunderbare Verheißung an Abraham erfüllt hat, so dass die ganze Erde mit seinem Samen überstreut ist. Gott gebe uns nur mehr von dem Glauben Abrahams! Aber diese teure Gabe musst du mit grösserem Ernste suchen, als es gewöhnlich geschieht. Diejenigen, die diese Gabe von Herzen begehren, oft und ernstlich Gott um dieselbe bitten sowie die Worte und die Taten Gottes fleißig betrachten, die wachsen auch im Glauben und werden stark und brünstig im Geist. Bei denjenigen dagegen, die sich an einem kleinen Maße genügen lassen und die herrlichen Gaben Gottes verachten, nimmt der Glaube ab, kann auch ganz aufhören, und sie fallen ab.

Nun weg mit allem Bangen und was da ängstigt mich, In Jesu Nähe ist nicht Raum für Sorgen; Der Herr, Er ist ja nahe, verbirget Er gleich sich, In Ihm, dem Felsen, ruh ich wohl geborgen; Es mögen Stürme toben und brausen mächtiglich, Und Not und Kämpfe kommen, ich doch nicht ängste mich; Des Höchsten Hand kann wahrlich alles ändern.