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Predigten zu Sacharja 8,17

"und sinnet keiner auf des anderen Unglück in euren Herzen, und falschen Eid liebet nicht; denn alles dieses, ich hasse es, spricht Jehova."

Autor: Wilhelm Busch (* 27.03.1897; † 20.06.1966) deutscher evangelischer Pfarrer, Prediger und Schriftsteller
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Es war einmal ein leichtsinniger Mensch. Der hatte einen schweren Einbruch begangen. Am Tage nach seiner Übeltat ging er durch die Stadt, ordentlich gekleidet, mit der Miene eines biederen Bürgers. Und wer ihn sah, mußte denken: „Das ist ein braver Mann!" Ja, schließlich glaubte er das selbst. Bis sich ihm plötzlich eine Hand auf die Schulter legte. Da wußte er: „Ich bin ertappt." Jetzt brach die falsche Fassade zusammen. Im Grunde ist das unser aller Geschichte. Wir bekommen es großartig fertig, der Welt und uns selbst einzureden, wir seien makellose Leute.

Allerdings — dabei müssen wir uns hüten, daß wir nicht dem Worte Gottes begegnen. Denn Gottes Wort ist gewaltig. Ja, es „ertappt uns" und macht uns zu Angeklagten Gottes. Obiges Wort aus dem Propheten Sacharja ist bezeichnend dafür. „Es denke keiner Arges in seinem Herzen wider seinen Nächsten." O wie enthüllt dies Wort unser Herz! Das ist ein Wort, das uns „ertappt"! „Arges wider seinen Nächsten!" Das heißt nicht nur, daß man Pläne schmiedet, wie man seinem Nächsten schaden kann. Daß der Herr solches haßt, leuchtet jedem ein. Aber „Arges wider seinen Nächsten" — das heißt ja auch, daß ich dem Nächsten Böses zutraue, daß ich voll Mißtrauen annehme, daß er es nicht gut mit mir meint.

Dazu sagt Gott: „Solches hasse ich." Mag es „berechtigt" sein oder nicht, was ich Arges über meinen Nächsten denke, — es ist in jedem Fall ungöttlich und ungeistlich. Gedanken sind Wirklichkeiten und vergiften die Gemeinschaft. Und Gottes Wort ertappt uns darauf, daß auch wir unsere Umgebung vergiften. O möge Jesus unser Herz reinigen zur Liebe gegeneinander! Amen.