Buch-Rezension: Studienbuch Neues Testament

Studienbuch Neues Testament

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Dieser Band setzt einen gleichnamigen Titel für das Alte Testament fort. Mit ihm verbinden sich Anliegen und Zielstellung. In einem eigenen Kapitel wird dies ausführlich entfaltet: Wozu sollte man das Neue Testament studieren? Als erstes heißt es darauf: Es handelt von Gottes Gegenwart – und damit von der Wahrheit. Im Folgenden lautet die Frage: Wozu das Neue Testament studieren? Antworten: „Um nicht von vorgefassten Meinungen beherrscht zu werden“, und: „Um sich nicht in falscher Weise auf den Heiligen zu verlassen“, so wie: „Um den Text historisch-theologisch interpretieren zu können“. Ein wertvolles Fundament für den weiteren Studiengang.

Bereits an dieser Stelle begegnet dem Leser ein hilfreiches und durchdachtes Konzept, das ihm das Verstehen erleichtern soll. So wird etwa im obigen Zusammenhang in einem andersfarbigen Kasten kurz der Frage nachgegangen, ob alles relativ sei.

Eine andere Eigenart besteht in Überprüfung des neu erworbenen Wissens am Ende eines Kapitels. Man muss die Lückentexte ergänzen – so man kann. Durchgängig ist die Ausstattung hochwertig: Bilder, Tabellen, Übersichten, Karten. Man geht davon aus, dass zwar ein gutes Layout keine Leserschaft garantiert, wohl aber ein schlechtes Layout es vergrault.

In vier Teilen wer den Informationen geliefert zu „Jesus und die Evangelien“, „Die Apostelgeschichte und die Urgemeinde“, „Paulus und seine Briefe“ und „Die nicht-paulinischen Briefe und die Offenbarung“. In diesen finden sich zahllose wertvolle Hintergrundinformationen zu Zeitgeschichte (z.B. Herodes, Parteien in Israel).

Auch der umstrittenen Frage der Kritik weichen die Autoren nicht aus. Zum einen halten sie eine bestimmte Form für unumgänglich – die eigene Vorstellungen kritisch der Botschaft gegenüberstellen. Aber sie kennen auch die problematische Art. Hier versuchen sie ein möglichst ausgewogenes Urteil zu finden zwischen Gefahren und Hilfen. Am Schluss heißt es aber: „Die historische Bibelkritik hat nicht die Resultate geliefert, die sie zweihundert Jahre lang so optimistisch versprochen hat.“ Unter der Literatur bei diesem Kapitel finden sich gute Hinweise für die Frage, wie die Bibel am besten zu lesen und auszulegen ist.

Klare Positionen, ohne die Herausforderungen zu verschweigen (z.B. Verfasserfrage Paulus) zeichnet die Autoren aus. Damit bleiben sie dem Anliegen treu, dass der Leser nicht vordergründig in die Debatten der letzten Jahrhunderte, sondern in die Heilige Schrift eingeführt werden soll.

An dieser Bibelkunde kann man sich wirklich freuen. Ob jemand ein neutestamentliches Buch studiert, sich mit einem Begriff oder einer Person befasst – er tut es mit Gewinn. Ich könnte mir vorstellen, dass dieses Studienbuch durch aus seinen Wert an einer Bibelschule entfaltet. Aber nicht minder in der Gemeindearbeit im Seminar für Bibelkunde NT.

 Die Rezension/Kritik stammt von: Richard Bergmann
 Kategorie: Kommentare, Auslegung, Lexika

  Verlag: SCM R. Brockhaus
  Jahr: 2001
  ISBN: 3-417-24694-6
  Seiten: 448
 €    Preis: 42,00 Euro