Christliche Liederdatenbank    

Dein, dein soll sein das Herze mein

1) Dein, dein soll sein das Herze mein,
dir meinem Herrn und Gotte;
du gabst mir Kleid und zum Geleit
die hiligen Gebote.
Mich soll von dir, gönnst du es mir,
kein Gunst noch Gwalt abziehen;
und wiche schon das Fleisch davon,
soll doch das Herz nicht fliehen.

2) Dein, dein soll sein das Herze mein,
dir, Christe, will ich's geben.
Du gibst recht Freud, tilgst alles Leid;
du bist das wahre Leben.
All mein Begier steht hin zu dir
mit Lust und Freud im Herzen.
Du bist mein Hort; dein ewig Wort
vertreibt mir alle Schmerzen.

3) Dein, dein soll sein das Herze mein,
du Hilf und Trost der Armen.
Sieh an den Streit, den ich erleid,
und tu dich mein erbarmen.
Dem Feind befiehl, die Sünde still;
dir, Herr, gescheh's zu Ehren.
Zieh mich zu dir und tu in mir
allzeit den Glauben mehren.

Das persönlich formulierte Bekenntnislied des Zürcher Reformators Leo Jud drückt Zuversicht und Festigkeit auf, gegründet auf Gottes Schöpfermacht und Leitung und auf die Erlösung in Christus. Die Bitten der dritten Strophe lassen erkennen, dass im Hintergrund ein von Konflikt und Auseinandersetzungen nicht verschontes Leben steht. Die Melodie stammt wie der Text aus der oberdeutsch-schweizerischen Reformation, nämlich aus dem in Straßburg geschaffenen Liedpsalter. (Andreas Marti)

Text: (1536)
Melodie: (1530)

Den Liedtext und Noten findet man in folgenden Liederbüchern:

  Cover Nummer Noten
Evangelisch-reformiertes Gesangbuch (RG) 649 Bestellen