Gott, der Herr, der Mächtge zeuget    

1) Gott, der Herr, der Mächtge zeuget,
und ruft der Welt. Ja, Er nicht schweiget
vom Aufgang bis zum Niedergang.
Gott erglänzt in voller Schöne
aus Zion, Er kommt mit Getöne,
schweigt nicht, und macht den Völkern bang.
Ein fressend' Feuer geht
vor Ihm, und um Ihn steht
großes Wetter.
Dem Himmelsheer,
der Erd' ruft Er,
denn richten will Sein Volk der Herr.

2) Sammelt vor Mir Meine Frommen,
die mit Mir sind in Bund gekommen,
und achten über Opfer ihn.
Und der Himmel wird verkünden
des Herrn Gerechtigkeit. Denn finden
lässt Gott als Richter sich, - schaut hin.
Mein Volk, hör' meine Wort.
Lass reden Mich hinfort,
du Volk Jakobs,
denn nun will Ich
bezeugen dich,
vernimm: Ich Gott, dein Gott bin Ich.

3) O Volk, deiner Opfer wegen
steh Ich nicht strafend dir entgegen.
Sie sind ja immerdar vor Mir.
Ich will nehmen keine Stiere
von deinem Haus, nicht Opfertiere
aus deinen Ställen nehmen dir.
Des Waldes Tier sind Mein,
und was von Vieh mag sein
auf den Bergen,
und allen Höhn,
darauf sie gehn,
in Herden bei viel Tausenden.

4) Alle Vögel in den Wäldern,
und alle Tiere auf den Feldern
sind mir bereit, sie sind vor Mir.
Wenn mich jemals hungern sollte,
ich davon nichts dir sagen wollte.
Ich würd' es wohl verschweigen dir.
Denn Mein der Erdkreis ist,
und was er in sich schließt.
Und du meinest,
dass labe Ich
mit Bocksblut Mich,
dass Ochsenfleisch woll' essen ich?

5) Opfere Gott Dank am Nächsten,
bezahle die Gelübd' dem Höchsten,
damit du Mir verbunden dich.
Rufe Mich an in den Nöten,
so will Ich treulich dich erretten,
und du sollst dafür preisen Mich.
Gott spricht zum Frevelnden:
willst du verkündigen
meine Rechte?
Nimmst Meinen Bund
in deinen Mund
in heuchlerischer Andacht Stund'?

6) So du alle Zucht willst hassen,
hast meine Wort schnöd' verlassen,
läufst mit den Dieben einen Weg?
Ehebrecher hast erlesen
du dir, lässt los dein Maul zum Bösen.
Zur Falschheit deine Zung' ist reg'.
Du sprichst dem Bruder Hohn,
und deiner Mutter Sohn
du verleumdest.
Ja, das tust du
in guter Ruh'.
Ich bin gewesen still dazu.

7) Meinest du, Ich werd dir gleichen?
Doch meine Straf soll dich erreichen.
Ich stell es unter Augen dir.
Merkt's, die ihr Mich nicht erkennen,
dass nicht Mein Zorn einmal entbrennet,
und kein Erretter mehr ist hier.
Wer dankt, den liebe Ich,
solch' Opfer preiset Mich.
Darum danket!
Denn das wird sein
der Weg allein,
drauf Gottes Heil sich findet ein.

Text:
Melodie: Wachet auf, ruft uns die Stimme